Entscheidung im Kreiswettbewerb ist gefallen
Entscheidung im Kreiswettbewerb ist gefallen
 
Lohn ist Brunnen oder anderes künstlerisch gestaltetes Objekt / Aus Zwischenwettbewerb ging Welsberg (Gemeinde Itzgrund) als Sieger hervor
138 Teilnehmer zählte der Kreiswettbewerb "Das schönere Dorf, die schönere Stadt" der Jahre 2000 bis 2002. Bei einer Festveranstaltung im Coburger Landratsamt wurden am Donnerstagabend die Ergebnisse bekannt gegeben. Der Siegeslorbeer gebührt der Stadt Bad Rodach.
 
Coburg - Die Maßnahmen in Bad Rodach seien so zahlreich, so der Fachberater für Gartenbau im Landkreis, Thomas Neder, in seinem Festvortrag, dass man sie nicht alle aufzählen könne. Jeder möge sich vor Ort selbst von den Gestaltungsmaßnahmen überzeugen, die wesentlich zur Bereicherung der Stadt beigetragen haben. Neder erinnerte in dem Diavortrag lediglich an den Ausbau der Bad Rodacher Ortsdurchfahrt in der Coburger und Hildburghäuser Straße, die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes, die Neugestaltung des Parkplatzes im Grabenweg und die Sanierung des Kupferturmes und der vorhandenen Stadtmauer.
 
Platz 2 hat die Bewertungskommission für Neuses am Brand (Gemeinde Sonnefeld) reserviert. Besonders hob Thomas Neder den Ausbau der Ortsdurchfahrt und die Eingrünung der Randbereiche hervor, den Umbau und die Sanierung der alten Schule und die Errichtung eines Feuerwehrhauses. Hinzu kommt die Anlage eines Kinderspielplatzes. Bei allen Maßnahmen sei viel Eigenleistung eingeflossen.
 
Auf den 3. Platz kam Weißenbrunn vorm Wald (Stadt Rödental). Neder erwähnte besonders den Ausbau der Ortsdurchfahrt und die Neugestaltung der Randbereiche, die Erneuerung des Dorfbrunnens in der Ortsmitte, die Sanierung der Schaumbergerschule und des Feuerwehrgerätehauses und nicht zuletzt die Anlage mehrerer Biotope im Zuge der Flurbereinigung.
 
Und schließlich Platz 4: die Stadt Seßlach. An positiven Maßnahmen wurden die Renaturierung der Rodachauen und die Neugestaltung der Gärten an der südwestlichen Stadtmauer und des Pfarrgartens verzeichnet, die Pflanzung einer Lindenallee entlang der Kreisstraße CO 16 in Richtung Krumbach, der Abschluss der Sanierungs- und die Umbaumaßnahmen am Altenheim und der Gastwirtschaft "Krone" und die Fertigstellung und Eingrünung des Baugebietes "Lindachsteig Nord IV".
 
Nachstehend die weiteren ausgezeichneten Orte in der Reihenfolge ihrer Platzierung: Oeslau, Wohlbach, Untersiemau, Gauerstadt, Weißenbrunn am Forst, Sonnefeld, Waldsachsen, Hattersdorf, Einberg, Welsberg, Ahorn, Gemünda, Schottenstein, Naida, Dörfles-Esbach, Kleingarnstadt, Meschenbach, Moggenbrunn, Fürth am Berg und Niederfüllbach.
 
Neder erinnerte daran, dass der Kreiswettbewerb ein Leistungswettbewerb ist, in dem vor allem der Zuwachs an positiven Maßnahmen innerhalb der vergangenen drei Jahre bewertet wird. Die Ausgangsbewertung fließt mit 20 Prozent in die Bewertungsformel mit ein.
 
Visitenkarten

"Ortseingänge - Visitenkarten der Ortschaften" lautete das Motto des Zwischenwettbewerbs, zu dem Landrat Karl Zeitler, die Städte und Dörfer des Landkreises bereits im vergangenen Jahr aufgerufen hatte. Gestaltung und Beschaffenheit der Ortseingänge und die Einbindung des Dorfes in die umgebende Kulturlandschaft haben eine große Bedeutung für das ganze Ortsbild, meinte Kreisfachberater Neder. Ortseingänge zählen zu den empfindlichsten Bereichen des Dorfes und werden vom Wanderer, vom Reisenden und natürlich auch von den Dorfbewohnern selbst zuerst wahrgenommen. Sie wirken laut Neder im wahrsten Sinne des Wortes als Visitenkarten und sollten gepflegt und gestaltet werden.
 
Auch wenn das Ergebnis des Zwischenwettbewerbs denkbar knapp ausfiel, konnte sich Welsberg (Gemeinde Itzgrund) gegen die anderen Mitbewerber durchsetzen, teilte Thomas Neder mit. Positiv angetan waren die Kommissionsmitglieder in Welsberg von der Tatsache, dass trotz Verbreiterung der Straße am Ortseingang eine zweite markante Obstbaumreihe erstellt worden ist. Die bereits bestehende Obstgehölzzeile wird nach Meinung der Juroren hierdurch sinnvoll ergänzt und führt die Besucher sanft in die Ortschaft.
 
Vorteilhaft sei auch die angenehme Integration der ortsansässigen Betriebe aufgefallen. Vorstellen könnte sich der Kreisbeirat noch eine Bepflanzung der Grüninsel am Ortsausgang nach Rossach mit Stauden anstelle der aufgestellten Blumenschalen.
 
Fast schon ein Dauerbrenner in Sachen Ortsverschönerung ist Buchenrod (Gemeinde Großheirath). Der weiche Übergang zum Itzgrund mit einer Allee aus Bergahorn ist zwar nichts Neues, fällt aber immer wieder angenehm auf. "Der Punkt auf dem I", so Neder, wäre noch die Ergänzung bestehender Lücken in der Ahornzeile. Auch die beiden anderen Ortsein- und -ausgänge sind in Sachen Grüngestaltung vorbildlich.
 
Ein weiteres positives Beispiel dafür, wie wohltuend sich der Erhalt gewachsener Grünstrukturen in den Randbereichen der Dörfer auswirken kann, ist nach Meinung des Beirates Weickenbach (Gemeinde Sonnefeld), das auf Platz 3 landete. Angetan war man hier vor allem vom Hohlgassencharakter des Ortseingangs von Zedersdorf kommend.
Folgende Ortschaften wurden weiterhin für einladende Ortseingänge ausgezeichnet: Ziegelsdorf, Birkach, Seßlach, Zedersdorf, Schlettach, Kipfendorf, Gauerstadt und Schottenstein.
 
Zusammenfassend stellte Neder fest, dass die Kommission auf ihren Bewertungsfahrten durch "viel Licht" aber auch durch "viel Schatten" gefahren ist.
 
Begrüßen würde es der Beirat, wenn auch bei Verfahren der Dorferneuerung etwas mehr Wert auf die Ortseingänge gelegt würde. "Grüne Infrastrukturmaßnahmen" an den Ortsrändern könnte man gut zur Verkehrsberuhigung einsetzen, meinte Neder. Dieses Ortsrandgrün stelle nach Meinung der Juroren eine schönere Eingangssituation dar als überdimensionierte Begrüßungsschilder.
 
Damit der Mensch sich in seinem Wohnumfeld wohl fühlt
 
Coburg - Ein Plädoyer für die Dorfverschönerung hielt am Donnerstagabend bei der Preisverleihung im Landratsamt Coburg der Kreisfachberater für Gartenbau, Thomas Neder.
Dorfverschönerung sei ein ewig junges Thema, das aus dem Blickwinkel der jeweiligen Zeit immer etwas anders gesehen wird: mal ästhetischer, mal ökologischer, mal funktioneller. Dorfverschönerung könne jedoch in der Summe aller kleinen und großen Maßnahmen entscheidend dazu beitragen, dass sich der Mensch in seinem Wohnumfeld wohl fühlt.
Neder erinnerte in diesem Zusammenhang an ein Zitat des verstorbenen Künstlers Friedensreich Hundertwasser, der etwas provokativ festgestellt hat, dass alljährlich mehr Menschen an Hässlichkeit zugrunde gehen als an Umweltgiften.
 
In einer Sache beruhigte Neder die Zuhörer. Es seien nicht nur die vier-, fünf- und sechsstelligen Beträge für Maßnahmen der Dorfverschönerung, die dem Dorf einen warmen Charakter und eine freundliche Seele einhauchen. Es seien vielmehr auch die kleinen, stilvollen, einfühlsamen, oft im Stillen durchgeführten Handgriffe, mit denen die Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine den Dörfer eine freundliche und einladende Visitenkarte ausstellen.
 
Coburg, 13. Dezember 2002
L a n d r a t s a m t