Der Garten im September - Tips vom Kreisfachberater
(TN) Auch wenn sich bei den milden Temperaturen die Gedanken noch mit dem Urlaub (vom Garten) beschäftigen, nähert sich für einige Pflanzengruppen schon wieder die Pflanzzeit.
 
Kalktolerante(re) Rhododendren
Immergrüne Pflanzen sind für eine zeitige Septemberpflanzung dankbar. Rechtzeitig gepflanzt können sich noch rasch feine Wurzeln in der neuen Umgebung bilden. Die immergrünen Gehölze können hierdurch in der kalten Jahreszeit besser Wasser aufnehmen und vertrocknen nicht so leicht. Wer bislang weniger Glück mit Rhododendren hatte, kann es jetzt z.B. mit den neuen Inkarho- Rhodendren versuchen. Diese neuen Züchtungen sind kalktoleranter und sollen noch bei pH Werten bis zu 7,5 wachsen, während die normalen Züchtungen einen deutlich sauren Boden benötigen (pH 4,2 bis 5,5)
 
Ziersträucher auslichten
Wer das meist vollbepackte Frühjahr arbeitstechnisch etwas entlasten möchte, kann schon jetzt zur Schere greifen und zu groß gewordene Ziersträucher fachmännisch zurücknehmen. Sinnvoll ist es hierbei , ältere Triebe zapfenlos bis auf den Erdboden herauszunehmen oder gekonnt auf einen Seitentrieb abzusetzen. Der leider weit verbreitete "Stoppelschnitt" auf einer Höhe führt zu einem untypischen nur schwer zu korrigierenden Wachstum.
 
Geranien-Stecklinge schneiden
Der Monatsbeginn ist ein idealer Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung von Perlargonien (Geranien). Geschnitten werden 8 bis 10 cm lange Kopf- oder Teilstecklinge. In einem luftigen Sand-Torfgemisch, das schattig aufgestellt wird ist bis zum Spätherbst für eine ausreichende Bewurzelung gesorgt.
 
Wildfrüchte mit großen Beeren
Wer gerne Wildfrüchte zu Marmeladen, Gelee oder Saftverwertung pflanzen will, kann sich der großfruchtigen Zuchtformen bedienen. Beim Holunder liefern die Sorten `Haschberg` und `Sambu` größere Früchte als die Wildform. Die Fruchtstände reifen zudem gleichmäßiger und weisen eine intensivere Fruchtfarbe auf. Bei der Kornelkirsche ist vor allem die Sorte `Jolico` durch ihre Fruchtgröße interessant. Unverwüstlich ist die Apfelbeere. Sie stammt aus Nordamerika und trotzt auch den stärksten Frösten. Die Früchte sind violett-schwarz und eignen sich zur Gelee, Saft, Wein und Likörherstellung.

Weinstöcke, die im letzten Winter erfroren sind, bieten die Möglichkeit neue resistente Sorten zu erproben. Bewährt haben sich z.B.. die Sorten ` Boskoops Glorie`, `Regent` oder `Bella Blanca`.
 
Spätsaaten im Gemüsegarten
Auch im Gemüsegarten kann noch einiges gesät werden. Spätradieschen können jetzt ohne Gemüsenetz kultiviert werden, da der Schädling nur noch vereinzelt " unterwegs" ist. Wer eine Alternative zu Feldsalat sucht, kann es mit Winterportulak, Löffelkraut oder Salatrauke probieren. Die Kulturen ähneln dem des Feldsalates. Die Blätter des Winterportulaks schmecken mild wie Spinat und werden gekocht oder als Salat verwendet.. Löffelkraut schmeckt kresseähnlich, ist völlig winterhart und überdauert einige Jahre. Bei der Salatrauke schmeckt die Wildform noch besser als die Zuchtform und geht in eine nussig- pikante Richtung.
 
Nacktschnecken machen sich schon jetzt für den nächsten Angriff im Frühjahr bereit. Dunkle, feuchte Stellen sind die bevorzugten Eiablageplätze des ungeliebten Gartenmitbewohners. Die Eigelege sollten schon jetzt unschädlich gemacht werden- so man sie findet natürlich