Gartenfreunde bilden sich fort
 
Auf starke Resonanz stießen auch in diesem Jahr wieder die traditionellen Gartenpflegerkurse des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege.
 
Buchführung im Gemüsegarten
Eine wahre Renaissance erlebt nach Aussage von Gemüsebauberater Wolfgang Nixdorf zur Zeit der Gemüseanbau im Hausgarten. Knackiges, vitaminreiches Gemüse ohne Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sei aktueller denn je. Damit bei den zeitaufwendigen Kulturen auch gute Resultate erzielt werden, müsse einiges beachtet werden. Das beste Mittel gegen Bodenmüdigkeit und Krankheiten wie Kohlhernie, Salatfäulen und Welkekrankheiten sei auf den begrenzten Beeten des Hausgartens ein regelmäßiger Wechsel innerhalb der verschiedenen Pflanzenfamilien. Auch zwischen den sog. Stark- Mittel- und Schwachzehrern sollte gewechselt werden. Ziel sei eine 3 jährige Fruchtfolge. Zur Gedächtnisstütze sollten die Kulturabfolge schriftlich fixiert werden. Die richtige Sortenwahl gehöre darüber hinaus zum A und O des Gemüseanbaus. Hier gelte der Grundsatz: "Klasse statt Masse". Um im Hobbybereich die Düngung in den Griff zu bekommen, ist nach Aussagen von Nixdorf eine Vereinfachung der Thematik unumgänglich. Mit jährlichen Gaben von 2 bis 3 Litern Kompost könne der Gehalt an Phosphat und Kali locker gedeckt werden. Um den Kalziumgehalt und damit eine notwendige. Aufkalkung des Bodens zu ermitteln, sei allerdings eine Bodenuntersuchung im Abstand von ca. 3 Jahren nötig. Bei der Stickstoffdüngung müsse man grob klassifizieren. Für Schwachzehrer seien 10g, für Mittelzehrer 15g und für Starkzehrer 20g Reinstickstoff notwendig. Die Gaben sollten über die Kulturdauer verteilt werden. In der ersten Hälfte sind in der Regel ca. 30% und in der 2. Hälfte ca. 70% der Düngermenge nötig.
 
Der Natur auf die Finger geschaut
Über die großen Fortschritte auf dem Gebiet des biologischen Pflanzenschutzes referierte Kreisfachberater Thomas Neder. "Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe erprobter Verfahren zur Schädlingsbekämpfung in geschützten Kulturräumen, die wirklich funktionieren", so Neder. Was man auch dem Hobbygärtner empfehlen könne, sei z.B. der Einsatz von Raubmilben gegen Spinnmilben, Florfliegenlarven gegen Läuse und Thripse, und Erzwespen gegen die Weiße Fliege. Im Freiland gebe es praxisreife Verfahren gegen die Larven und Puppen des Dickmaulrüsslers. Als Mittel gegen den Apfelwickler (Wurm im Apfel) stehe eine Viruspräparat zur Verfügung, das allerdings regelmäßig ausgebracht werden müsse.
 
Aromatisches für trockene Standorte
Dass auch für trockene Standorte eine ganze Palette duftender Pflanzen bereit steht, erläuterte Staudenmeisterin Cornelia Augustin. Lust auf das Frühjahr vermittelten ansprechende Fotos aus englischen Gärten und gelungene Beispiele aus dem fränkischen Raum. Vorgestellt wurden z.B. Trockengesellschaften aus Wermut; Origano und Zierlauch. Neu war den Zuhörern vielfach die Tatsache, dass auch mit feinem Kies "gemulcht" werden kann. Auch das Konzept eines Kiesbeetes in dem wohl arrangierte Staudengruppen unterschiedlicher Struktur und Höhe angesiedelt wurden fand großen Anklang.