Der Garten im Januar - Tipps vom Kreisfachberater
 
Schnittzeitpunkt bei Obstgehölzen bewusst wählen
(TN) Traditionell liegt der Schnitt der Obstbäume in der arbeitsärmeren Winterszeit. Grundsätzlich sollte man jedoch beachten, dass ein früher Schnittzeitpunkt auch einen starken Trieb verursacht. Starktreibende Sorten schneidet man deshalb erst später, der Baum reagiert dann ruhiger auf den Schnitt. Das Obstgehölz kann die entstandenen Wunden dann auch besser "abschotten". Bis zur Blüte kann übrigens problemlos zur Schere gegriffen werden. Etwas zurückhalten sollte man sich auch bei jüngeren Obstbäumen bis ca. zum 5. Standjahr. Das gilt besonders für Pflaumen. Durch das Entfernen des Mitteltriebes lässt sich leicht eine gut belichtete Hohlkrone mit 3 bis 4 Leittrieben formieren. Gut ausgereifte süße Früchte sind das Resultat.
 
Keine platzenden und faulenden Kirschen mehr
Wer in den letzten Jahren Ärger mit platzenden und faulenden Kirschen hatte, sollte auf schwachwachsende Buschbäume umsteigen. Diese schwachwachsenden Unterlagen (z.B. GiSelA5 oder Weiroot) bleiben so klein, dass sie in der kritischen Zeit vor der Fruchtreife mit Folie abgedeckt und damit vor den Niederschlägen geschützt werden können. Auch Netze zum Schutz vor Vogelfraß lassen sich leicht einsetzen.
 
Edelreiser und Steckhölzer bis Monatsende schneiden
Beerenobst lässt sich leicht durch Steckhölzer vermehren. Die einjährigen Triebe werden immer aus der Strauchmitte entnommen. Seitentriebe übertragen das schräge Wuchsverhalten auch auf den neuen Strauch. Steckhölzer können wie Edelreiser noch bis Ende des Monats geschnitten werden. Danach erwacht das Gehölz schon wieder zu neuem Leben. "Wenn Agnes und Vincentis kommen, wird neuer Saft im Baum vernommen".

Obstbaumkrebs und Rotpustelkrankheit sind häufige und gefährliche Pilzkrankheiten des Holzes. Befallene Triebe sollten man deshalb bis ins gesunde Holz zurückschneiden. Tritt Obstbaumkrebs am Hauptstamm auf, kann er auch mit dem Fräsaufsatz einer Bohrmaschine entfernt werden. Erkranktes Triebmaterial verbrannt man am besten.
 
Süßen ohne Kalorien
Unter der immensen Zahl an neuen Gemüsesorten sind für den Hausgarten vor allem robuste Neuzüchtungen interessant. Aus Südamerika stammt das sog Süßkraut (Stevia rebaudiana) auch Zucchero genannt. Traditionell wird es in der Heimat zum süßen von Mate-Tee verwendet. Es enthält fast keine Kalorien und ist dabei fast zehmal ! so süß wie Zucker. Es kann rund um das Jahr ausgesät werden. Den Sommer über kann es im Freien stehen. In der kalten Jahreszeit wird es nach einem Rückschnitt frostfrei in geschützten Kulturräumen oder einfach auf der Fensterbank überwintert.

Bewährt haben sich in den letzten Jahren im traditionellen Gemüsesortiment z.B. die mittelfrühe Möhre `Ìngot`, die weitgehend von der Möhrenfliege gemieden wird. Der läuseresistente Kopfsalat `Fiorella` kann ohne "Fleischbeilage" genossen werden. Wer im Gewächshaus mit dem Schneiden seiner Salatgurken nicht klar kommt, kann es z.B. mit den Mini Aromagurken `Printo F1` probieren. Die kleinen Früchte können mit Schale verzehrt werden und kommen ohne Schnitt aus, da sie nur kurze Seitentriebe bilden. Interessant ist z.B. auch die gelbe Form der roten Beete. Die Sorte `Burpees Golden` ist in England und Amerika schon lange bekannt und beliebt. Das Fruchtfleisch ist appetitlich gelb, fruchtig und süßer als bei der normalen roten Beete. Dekorative Früchte im Gewächshaus liefert die Horngurke oder Kiwano. Sie ist besonders bei den " Hobby-Floristen" beliebt. Die Früchte reifen ab Anfang August sind zunächst dunkelgrün und färben sich bei Vollreife schnell orange. Das Fruchtfleisch ist galertartig und kann gut gekühlt mit Zucker bestreut und mit Zitronensaft aufgelöffelt werden.
 
 
Getopfte Gehölzunterlagen lassen sich auch mitten im Winter veredeln. Profis verwenden zum Verbinden des Kopulationsschnittes seit einigen Jahren das selbsthaftende Veredlungsband "Medifilm". Das Material löst sich nach 5 bis 6 Monaten auf und muss nicht verstrichen werden.