Coburger Kreisverband auf Öko-Tour Gartenfreude begeistert von Landschaftssiedlung am Cherbonhof und der Vielfalt des Botanischen Gartens Erlangen
(TN) "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah" unter diesem Motto veranstaltete der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege eine Tagesfahrt zu ausgewählten Zielen in der näheren Umgebung.
 
Menschen- und umweltgerechte Siedlungsaspekte
Reiseziel am Morgen war die sog. Ökosiedlung am Cherbonhof in Bamberg Gaustadt, durch die Gerhard Henzler führte. Die Siedlung wurde vom Architekten Theodor Henzler als Beispiel einer ganzheitlichen Stadtentwicklung nach menschen- und umweltgerechten Aspekten entworfen und bereits auf der Abschlussveranstaltung im Kreiswettbewerb "Das schönere Dorf, die schönere Stadt" im Bild vorgestellt. Die Einfamilienhäuser dieser Landschafts- oder Nachbarschaftssiedlung kann man als Atriumhäuser bezeichnen. Sie wurden von Mitte 1985 bis Mitte 1988 geplant und bezogen. Das Siedlungskonzept zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Folge von Straßen, Gassen und Plätzen aus. Den privaten sichtgeschützten Wohngärten stehen vielfältig nutzbare Wohnhöfe und Straßenräume gegenüber.
 
Sichtgeschützt den Garten genießen
Neben den sichtgeschützten Innengärten wird die Siedlung durch nicht eingezäunte Vorgärten geprägt, die in den privaten Raum hinein wirken. Um die Siedlung herum führt ein Gürtel aus Nutzgärten, die sich an der Idee des Überlebens- Kräuter- und Heilgartens orientieren. Jeder, der einen Garten bearbeiten möchte, soll nach Vorstellung des Planers dazu die Gelegenheit erhalten. Darüber hinaus soll dem Menschen von Kind an wieder die Gartenkultur als selbstverständliche Tugend nahegebracht werden "Größere Gärten direkt am Haus führen zwangsläufig zur Zersiedlung der Landschaft mit all den Nachteilen der Isolierung des Einzelnen, des Landverbrauchs, der Notwendigkeit des Autos etc." so lautete eine der ungewohnt progressiven Aussagen von Henzler. Gleichzeitig betonte der Referent aber auch immer wieder, dass die Landschaftssiedlung Cherbonhof nur eine annehmbare Alternative zu freistehenden Einfamilienhäusern und konventionellen Häusern für Stadt und Land sein möchte. Nach dem Besuch liebevoll gestalteter Atriumgärten, stellten viele Besucher wiederholt die Frage "Warum gibt es so etwas tolles (noch) nicht im Coburger Land?"
 
Arktische Tundra und tropische Sumpfflora
Im Detail besser bestückt als eine Gartenschau empfanden viele Teilnehmer die enorme Pflanzenvielfalt des Botanischen Gartens in Erlangen, durch den Dr. Tietze fachkundig führte. Hierbei standen ausgewählte Pflanzen der unterschiedlichsten Klimazonen im Mittelpunkt seiner Ausführungen, wobei von der arktischen Tundra über die südeuropäischen Flaumeichenwälder bis hin zur tropischen Sumpfflora ausgewählte Vertreter erläutert wurden. Ein Rundgang durch den Arzneigarten und die Systemanlage schlossen die inhaltsreiche Führung ab
 
Dass auch ein kleiner Innenraum im Norden des Hauses kein Nachteil sein muss, zeigte eindrucksvoll der grüne Innenraum der Familie Schubert
Angetan waren die Besucher vom Burggärtlein der Fam Eminger mit Torbogen, Gartenturm, gesaffelten Buxbaumwällen und Orangerie
Bis ins Jahr 1626, als in Altdorf ein medizinisch-akademischer Garten für die neu gegründete Universität der Reichsstadt Nürnberg eingerichtet wurde, reicht die Geschichte des Botanischen Gartens, so Dr. Tietze bei seiner Begrüßung