Der Garten im August– Tips vom Kreisfachberater
 

Die Pyramidenbeutelpappelgallenblattstiellaus
Als „Salatwurzellaus“ wird sie unangenehm

(TN) Ein Zungenbrecher ist die Pyramidenpappelbeutelgallenblattstiellaus nicht nur für Sprachstudenten, sondern auch für versierte Redner. Man kann die kleine Laus mit dem gewaltigen Namen aber einfach auch Pemphigus pursarius nennen. Dann bewegt man sich auf dem Terrain geschuler Kenner, die den kleinen Lästling in die Familie der Blasenläuse einreihen. Mag der deutsche Namen geschmacklos erscheinen, so beweist die kleine Laus dennoch Geschmack, was ihre Nahrung betrifft.

Fast alle Salatarten, die man gerne knackig auf dem Tisch schätzt, scheinen ihr Interesse zu wecken. Auch Fenchel, Gelbe Rüben und Erdbeeren sind bei ihr sehr beliebt. Und dafür geht, bzw. fliegt sie meilenweit, wenn sie Ende Mai bis Anfang Juli ihr Winterlager auf den Pyramidenpappeln verlässt und ihren Wirt wechselt. Birnenförmige Gallen am Blattstielgrund sind ein sicheres Indiz für einen Befall.

Zum Glück wird man auf dem Salatteller kaum Bekanntschaft mit diesem Wandergesellen machen, denn er befällt meist massenhaft mit „charmantem Wachswollanzug“ den Wurzelhals seiner auserkorenen Nahrungspflanzen. Wachstumsstockungen und eine mangelnde Kopfbildung weisen auf einen starken Befall hin. Anfällige ältere Sorten wie Kagraner Sommer oder Voorburg sollte man deshalb meiden und vor allem die läuseresistenten Sorten bevorzugen. Nachteilig wirkt sich auch eine Fenchelvorkultur aus. Fenchel lockt die Läuse an, zeigt aber nur geringe Schäden. Blumenwanzen, Schwebfliegenlarven und pathogene Pilze sorgen weiterhin für eine natürliche Begrenzung.

Diesen Wirtswechsel, einem Vorgang, bei dem Schädlinge - je nach Jahreszeit und Nahrungsangebot – zu einer anderen Pflanzenart abwandern, findet man übrigens bei einer ganzen Reihe anderer Lausarten. Der Grund liegt meist darin, dass sich zur Jahresmitte die Gehölztriebe verhärten und die Nahrungsaufnahme schwieriger wird Die Laus „verbiegt“ sich sozusagen Ihren „Saugrüssel“. Auch die sich verändernden Saftströme scheinen so mancher Lausart nicht mehr so recht zu schmecken. So wandert zum Beispiel die Apfelgraslaus auf Gräser, die mehlige Apfelblattlaus auf Wegericharten, die schwarze Bohnenlaus auf Pfaffenhütchen und die schwarze Kirschenlaus auf Labkrautarten ab. Viele Probleme mit Läusen im Garten lösen sich also auch ohne den Einsatz von Chemie von selbst, wenn man die nötige Geduld aufbringt und etwas Toleranz mitbringt. Das Heer nützlicher Insekten und Nutzorganismen trägt einen weiteren Teil dazu bei.


 

  
Die auffälligste Erscheinung der wirtswechselnden Salatwurzellaus ist die
Gallenbildung an den Blattstielen der Pappel.