Der Garten im August– Tips vom Kreisfachberater
 

Bei einer ganzen Reihe von Pflanzen entscheidet die Länge des Tages darüber, ob nun Blätter oder Blüten gebildet werden. Sobald sich die Tageslänge zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf weniger als ca. 14 Stunden verkürzt, schalten viele Pflanzen wieder auf die vegetative Phase um. Der Blühreiz wird dann unterdrückt. Für Chinakohl, Kopfsalat, Fenchel, Salat, und z.B. Radicchio ist daher der August ein guter Kulturmonat.

Auch der wieder im Mode gekommene Feldsalat kann ab Monatsmitte wieder ausgesät werden. Um Probleme mit Mehltau zu vermeiden, sollte auf jeden Fall bewusst eine resistente Sorte gewählt werden. Gut bewährt haben sich z.B. die Sorten `Vit`, `Jade`, oder `Favor`. Da Feldsalat extrem langsam keimt, muss er in heißen Perioden bis zum Auflaufen ständig feucht gehalten werden. Ausgesät wird ganz flach mit nur leichter Bedeckung. Vor und nach der Saat sollte das Saatbeet gut angedrückt werden.

Goethes Lieblingsgemüse
Wer auf Goethes Spuren wandeln möchte, kann es mit den Teltower Rüben, dem Lieblingsgemüse des Dichters probieren. Die Kultur lässt sich in 6 bis 8 Wochen ohne große Probleme durchführen. Man kann die Rübe wie Rettiche in Sand einschlagen und dann auch im Winter verwerten. Ähnlich sind die runden Mairüben. Sie werden in Fernost als Kohlrabiersatz angebaut.

Petersilie jetzt aussäen
Oft misslingt die Aussaat von Petersilie im Frühjahr. Schuld daran sind häufig Pilze, die nach staunassen kalten Perioden zu Fäulnis führen. Zur jetzigen Jahreszeit sind die Bedingungen wesentlich besser. Auch das ungewünschte Schossen, das durch tiefe Temperaturen bei Frühjahrsaussaaten ausgelöst wird, unterbleibt.

Neue Vitalität durch Gründüngung
Enge Fruchtfolge und Nachbau sind meist der Grund für nachlassende Erträge auf den begrenzten Flächen des Hausgartens. Biologisch lässt sich dieses Problem durch die Aussaat einer Gründüngung mit Tagetes-Patula-Hybriden (Studentenblumen) auf den teilweise schon abgeräumten Beeten lösen. Gut bewährt für eine Herbstaussaat haben sich auch Mischungen wie „ Landsberger Gemenge“ oder „Bodenkur Grünaktiv“. Neben einer biologischen Aktivierung reduzieren diese Schnellgrüner eine Auswaschung von Düngerresten während der Wintermonate.

Sommerschnitt von Obstgehölzen
Für den Sommerschnitt von Obstgehölzen ist weniger das kalendarische Datum, sondern der Vegetationszustand ausschlaggebend. Bei Kernobst ist die Blüte der Goldrute für den aufmerksamen Gärtner ein sichtbarer Hinweis. Bei Steinobst werden anders als beim Kernobst die Blüten nach der Fruchtreife angelegt. Hier ist ein Sommerschnitt nach der Ernte angesagt. Ganz wichtig ist dies bei Sauerkirschen und Pfirsichen, die nur am einjährigen Holz blühen. Kahle Peitschentriebe werden hier auf junge Seitentriebe abgesetzt.

Auch Himbeeren sollten bereits nach der Ernte geschnitten werden. 6 bis 8 Ruten pro laufendem Meter sind völlig ausreichend. Alte Tragruten werden ohne Stummel bis zum Boden abgeschnitten. Von den jungen Trieben belässt man nur die stärksten. Der Rest wird entweder mit der Schere entfernt oder ausgerissen. Anders bei der neuen Sorte `Àutumn Bliss`: Hier können die gesamten Triebe, die meist flächig auf einem Beet angebaut werden, nach der Ernte zurückgeschnitten werden, da diese Sorte an den einjährigen Trieben Früchte trägt.

Im Staudengarten kann Ende des Monats schon damit begonnen werden Neupflanzungen zu starten, bzw. Änderungen vorzunehmen. Wenn man das Gießen nicht vergisst, können die Stauden bis zum Winter gut einwurzeln, werden bei Frost weniger schnell hochgehoben und überwintern insgesamt besser. Stauden, die Ende des Monats auf jeden Fall in den Boden sollten, sind die Madonnenlilie, Herbstkrokusse und Gartenherbstzeitlosen.

 

  
Gut bewährt hat dich die Strauchrose Leonardo da Vinci, die mit Ihren gefüllten Schalenblüten ein historisches Flair vermittelt. Hier in Kombination mit der blau-violetten Staude Veronicastrum im Hintergrund.
Ursprünglich meist in Schlossgärten angesiedelt, hat die imposante Telekie als imposanter Sommerblüher auch auf den Staudenbeeten Einzug gehalten. Wegen der flachen Nektarien ist sie auch bei blütenbesuchenden Insekten sehr beliebt.
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Bewährt hat sich im verregneten kalten Sommer der Einsatz einer wasserdurchlässigen Mulchfolie bei der Kultur von Freilandgurken. Der Fruchtansatz liegt hier um einiges höher, als bei der normalen Erdkultur.