Vom Charme der Zwiebel- und Knollengewächse "Volles Haus" beim Gartenpfleger-Kurs des Kreisverbandes
(TN) Auf große Resonanz stieß auch im Jahr 2004 wieder der Gartenpflegerkurs des Kreisverbandes. "Zwiebel- und Knollengewächse für den Garten" und "Der alternde Garten" standen auf dem Programm des 1. Teiles des Fortbildungs-Programmes für die Mitglieder der Gartenbauvereine, interessierte Gartenfreunde und Mitarbeiter der Städte und Gemeinden des Landkreises Coburg.
 
Schwierige Lebensbereiche besiedeln
"Ein Garten ohne Tulpen, ist wie ein Garten ohne Frühling" mit diesem Zitat von Karl Förster begann Kreisfachberater Thomas Neder seinen Vortrag über winterharte Zwiebel- und Knollenpflanzen. "Diese Pflanzengattung ist wunderbar geeignet, um auch schwierige Lebensbereiche unter Gehölzen zu besiedeln" so Neder. Durch unterschiedliche Standortansprüche fänden sich für jeden Lebensraum passende Arten. Von der Feuchtwiese, über den sonnigen Gehölzrand, den schattigen Traufbereich der Gehölze, bis hin zum Lebensbereich der Steppenheide und dem Prachtstaudenbeet gäbe es ein fast unerschöpfliches Sortiment geeigneter Arten. Das Wissen um Ihre Standortansprüche sei allerdings die Voraussetzung für ein dauerhaftes und zufriedenstellendes Gedeihen. Einen besonderen Schwerpunkt der Ausführungen bildeten die verschiedenen Wildarten bei Krokussen, Tulpen und Narzissen, die man auch ohne große Kulturraffinessen zu treuen Begleitern durch das Gartenjahr heranziehen könne.
 
Wassersparende Pflanzungen
Dass auch sonnenexponierte Südhänge ohne großen Wasserverbrauch bei extremer Sommerhitze im Wechsel von adaptierten Stauden und Zwiebelpflanzen ansprechend gestaltet werden können, wurde als weiteres Schwerpunktthema herausgearbeitet. Um die angesprochene Thematik auch leichter zu verarbeiten verteilte Kreisfachberater Thomas Neder den Teilnehmern ein ausführliches Script, das speziell für den Vortrag erstellt wurde.

 
Gärten in Würde Altern lassen
Vom Zauber und der Problematik alternder Gärten referierte Roland Ramming. "Junge Gärten sind durchaus mit jungen Menschen vergleichbar", so Ramming. Sie sind leicht formbar und veränderbar. Der Charakter und das spätere Erscheinungsbild würden aber schon bei der Anlage festgelegt. Bei der Pflanzung von Sträuchern und Bäumen sei ein fundiertes Wissen über die spätere Höhe und Breite der Sträucher wichtig. Nicht selten würden gerade Immergrüne viel zu dicht an die Terrasse gesetzt und müssten dann wegen allzu großer Beschattung im reifen Alter entfernt werden. Gerade das würdevolle Altern mache aber den Charme eines Gartens aus. Nur so sei ein stimmungsvolles Wechselspiel von Licht und Schatten - dem Markenzeichen eines reifen Gartens - möglich.
 
Schattenstauden statt Rasen
"Schattenparten sind eine wunderbare Alternative zu kümmernden Rasenpartien im Schatten von Hecken und Bäumen", so Ramming. Nicht nur die Blüte, sondern gerade auch die Struktur mache den Reiz einer solchen Staudenpflanzung aus. Ist der Wurzelfilz unter Bäumen bereits zu dicht, wäre auch an ein 15 bis 20 cm hohes "Aufhumisieren" und eine Unterpflanzung mit Stauden zu denken. Als Pflanzzeit biete sich der August an, so dass die Stauden noch ausreichend Zeit hätten einzuwurzeln.
Dass auch einst schmale Hecken in die Breite wachsen, sollte man bereits bei der Anlage bedenken. Die Regenerationsfähigkeit von Hecken dürfe man beim formalen Schnitt nicht überstrapazieren so Ramming. Dies führe besonders bei Thuja und Scheinzypressenhecken oft zu hässlichen Kahlstellen. Richtig sei ein pyramidaler Schnitt. Unten also etwas breiter als oben, um ein Verkahlen zu vermeiden.
Ein ausführliches kostenloses Merkblatt zum Thema Zwiebel- und Knollengewächse kann bei Kreisfachberater Thomas Neder am LRA Coburg angefordert werden.


 

 

 

 


Zwiebel- Knollenpflanzen sind wunderbar geeignet, um auch schwierige Lebensbereiche unter Gehölzen mit blühenden Teppichen zu überziehen. Auch wenn Tulpen und Narzissen den Höhepunkt des Jahres darstellen, sollte sich die Verwendung nicht nur auf diese beiden Gattungen beschränken.

  

 

 

 

 

 

 



Karl Förster: "Ein Garten ohne Tulpen, ist wie ein Garten ohne Frühling"