Spitzendürre durch feuchte Blühperiode
 
(TN) Bedingt durch eine feuchte Blühperiode treibt wieder die Monilia-Spitzendürre (Monilia laxa) zum Leid der Hobbygärtner ihr Unwesen. Befallen sind nicht nur Sauerkirschen, Mandelbäumchen oder Aprikosen, sondern in diesem Jahr auch Apfelbäume.

Spitzendürre und Fruchtfäule sind zwei nahe verwandte Pilze. Meist infizieren beide gemeinsam den Baum über die Blütenorgane. Bei feuchtem Wetter keimen die Pilzsporen auf den Narben sich öffnender Blüten, wachsen mit einem Keimschlauch durch das weiche Gewebe bis in den verholzten Zweig hinein und führen zum Absterben der Triebspitzen. Wenn die Früchte dann reifen, werden sie über Risse oder andere Verletzungen mit Sporen des Pilzes infiziert. Fruchtfäulen sind die Folge.

Ist die Infektion erst einmal erfolgt und durch welke Triebe im Baum deutlich sichtbar, nützt auch eine mehrmalige Behandlung mit einem Fungizid (Pilzmittel) nichts mehr. Alle vertrockneten Triebe sollten aber restlos bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Eine aufgelockerte Krone sorgt zudem für ein schnelles Abtrocknen und erschwert somit ein Auskeimen der Pilzsporen.

Nicht alle Sorten sind gleich empfindlich. Bei den Sauerkirschen gelten z.B. die Sorten Karneol, Gerema, Morina, Schwäbische Weinweichsel und die Hybridkirschen (Süß-x Sauerkirsche) wie Königin Hortense und Eugenie Impatrice als toleranter, wenn auch nicht als resistent.

Ähnlich gestaltet sich das Problem bei der Kreuselkrankheit (Taphrina deformans) des Pfirsichs, einer Pilzkrankheit, die schon im zeitigen Frühjahr unter den Knospenschuppen lauert. Auch hier ist es nach dem Einrollen und der Deformation des Blattes für eine chemische Bekämpfung schon zu spät. Das oft empfohlene Mittel Baycor hilft trotz der guten Wirkung nur dann, wenn es sehr früh beim Knospenschwellen angewandt wird. Der Schnitt und die Beseitigung befallener Triebspitzen bis Mitte Mai reduziert das Infektionspotential durch die im Juni entstehenden Pilzsporen. Beim Pfirsich gelten die Sorten Amsden, Roter Ellerstätter, und Kernechter vom Vorgebirge als weniger empfindlich – können aber leider auch befallen werden.
 
  
Die Monilia Spitzendürre infiziert den Baum über die Blüte. Feucht-kalte Witterung begünstigt das Auftreten der Krankheit .   
    
Blasig aufgetriebene und gekräuselte Blätter sind die Folge einer Infektion mit der Kräuselkrankheit des Pfirsichs. Der Schnitt und die Beseitigung der infizierten Bereiche vermindert die Bildung neuer Sporen.