Der Garten im Juni – Tips vom Kreisfachberater
 

Wärmeverwöhnte Gurken
(TN) Gurkenkulturen im Freiland leiden unter kalten Nächten und kühlen Regenperioden. Temperaturen unter 10° C können bereits zu Kälteschäden führen. Bewährt hat sich deshalb eine Kultur auf Mulchvlies. Das Beet trocknet nicht aus, der Boden wird deutlich wärmer und der Unkrautwuchs wird unterdrückt. Zusätzlich kann in kühlen Perioden auch noch ein normales Gartenvlies zur Abdeckung verwendet werden. Neben einem zügigen Wachstum kann etwa 3 Wochen früher und deutlich mehr geerntet werden. Wird auf Vlies angebaut, empfiehlt es sich, bereits vor der Pflanzung ca. 80 g Hornspäne pro m2 in die Pflanzfläche einzuarbeiten, da eine Nachdüngung nur in flüssiger Form möglich ist.

Arbeiten im Gewächshaus
Tomaten und Auberginen sind Selbstbestäuber. Da im Gewächshaus häufig die Insekten fehlen, sollten sie beim Durchgehen geschüttelt werden, damit der Pollen auf die Narbe fällt und die Befruchtung gesichert ist. Auch wenn es schwerfällt, hilft beim Paprika das Ausbrechen der Königsblüte (Blüte an der Spitze), um eine höhere Blütenzahl und damit einen höheren Ertrag zu erreichen. Wem die Schnittarbeiten bei Schlangengurken zu mühsam erscheinen, kann z.B. auf die Sorte `Printo` ausweichen. Sie bringt zwar nur etwa 20 cm lange, dafür aber sehr wohlschmeckende und reichliche Früchte. Die Ranken müssen nicht beschnitten werden. Gegossen wird am besten vormittags, ohne die Blätter der Pflanzen zu benetzen. Einem Pilzbefall wird somit effizient vorgebeugt.

Gemüseschädlinge mechanisch abwehren
Im Freiland bieten Insektenschutznetze wirksamen Schutz gegen Lauchmotten, Zwiebelminierfliegen und Kohlfliegen. Ein dünnes Abdecken der Gemüsebeete mit frischen Rasenschnitt fördert die sog. Schattengare, mindert die Verdunstung und entzieht im Gegensatz zur Abdeckung mit Holzhäcksel den pH Wert nicht und beansprucht auch keine Nährstoffe. Gelbe Rüben werden auf 4 bi 6 cm ausgedünnt, damit sie sich gut entwickeln können. Rhabarber sollte nur bis zum Johannistag beerntet werden.

Erdbeerkultur in Schwung halten
Erdbeeren benötigen im Juni ihre ganze Kraft. Neben der Fruchtbildung werden Ranken angesetzt und auch schon wieder die Blüten für das nächste Jahr angelegt. In Trockenperioden sollte deshalb aufmerksam bewässert werden. Wer selbst vermehren will, sollte besonders gut tragende Pflanzen markieren. Oft sind nämlich die reich mit Ausläufern bestückten Pflanzen faule Träger. Nach der Ernte kann dies aber kaum mehr beurteilt werden.

Spalierobst pinzieren
Obst am Spalier oder im Topf muss zur Erhaltung der Form pinziert (entspitzt) werden. Kräftige Triebe werden auf 5, schwächere auf 3 Augen entspitzt. Hierdurch werden auch sogleich die meisten der Blattlauskolonien mechanisch entfernt.

Zauberhafte Blumenhartriegel
Einen zauberhaften Blütenteppich entfalten zur Zeit die unterschiedlichen Blumenhartriegel, neben nordamerikanischen Arten sind auch asiatische Herkünfte im Handel. Blumenhartriegel sind für eine Verwendung in der Hecke zu Schade und verlangen nach einem geschützten Einzelstandort, wo sie sich richtig entfalten können.

Orchidee des kleinen Mannes
Zu den schönsten Frühsommerstauden gehören die Mittleren und Hohen Bartiris, die zu Recht auch als Orichidee des kleinen Mannes bezeichnet werden. Die Sortenpalette ist mittlerweile kaum mehr zu überschauen. Ihnen kommt das wärmere Klima sehr entgegen. Obwohl sie sich auch auf der Rabatte wohl fühlen, vertragen sie trockenere Standorte ohne Weiteres. Man kann sie schon nach der Blüte teilenund neu aufpflanzen.

 
Als "Orchidee des kleinen Mannes" werden zuweilen die
Bartiris genannt. Die Schönheit der Blüten rechtfertigt diese Bezeichnung
  
Zu Schade für eine Verwendung in der Hecke ist die spektakuläre
Blütenpracht des Blumenhartriegels - er verlangt einen geschützten
Einzelstandort
  
Ein filigranes Kunstwerk sind die Blüten der Bauernfingstrosen, einer der
klassischen Pflanzen für den ländlichen Bauerngarten