Kletterpflanzen verschönern Haus und Garten
 

Wettbewerb des Kreisverbandes
(TN) Einen Wettbewerb zum Thema Kletterpflanzen wird der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. im Monat Juni durchführen. Die Meldung der Teilnehmer erfolgt über die Vorsitzenden der Obst- und Gartenbauvereine an Kreisfachberater Thomas Neder. Die Bewertung durch eine Kommission des Kreisverbandes findet am Freitag 25. Juni ab 13.00 Uhr und am Samstag 26. Juni ab 9.00 Uhr statt. Als Ausweich- bzw. Ergänzungstermin ist Samstag, der 3. Juli ab 9.00 Uhr vorgesehen. Anmeldeschluss ist der 18. Juni!

Ökologische und optische Funktion
Die Verwendung von Kletterpflanzen trägt im besiedelten Raum bei nur geringem Platzanspruch zu einer Verbesserung der Lebens- und Umweltverhältnisse bei. Begrünte Wände machen das Wohnumfeld natürlicher und freundlicher, binden Staub und Schadstoffe, halten Niederschlagswasser zurück und verdunsten es wieder über die Blätter. Sie verknüpfen Grünflächen und sind Lebensraum für viele Insekten und Vogelarten.

Für fast jedes Objekt gibt es eine geeignete Pflanzenart, die mit den gegebenen Boden-, Licht- und Wärmeverhältnissen zurechtkommt. Bei Pflanzungen am Haus muss allerdings damit gerechnet werden, dass ein entsprechender Bodenaustausch notwendig ist und Kies, Bauschutt und Verdichtungen vor der Pflanzung beseitigt werden müssen. Ein brauchbares Pflanzloch weist 50-60 cm in der Tiefe und Breite auf.

Unterschiedliche Klettertypen
Um die Auswahl der Kletterhilfe richtig zu treffen und mögliche Schadrisiken zu beurteilen, sollte etwas Kenntnis über die Kletterform mitgebracht werden. Grundsätzlich unterscheidet man zweit Hauptgruppen: Selbstklimmer und Gerüstkletterpflanzen. Selbstklimmer haften selbständig an der Gebäudeoberfläche, entweder mit Haftscheiben (z.B. Jungfernrebe) oder Haftwurzeln (z.B. Efeu). Gerüst-Kletterpflanzen werden in Schlinger (z.B. Hopfen), Ranker (z.B. Clematis) und Spreizklimmer (Kletterrose) unterschieden. Sie benötigen zum Halt ihrer Triebe eine Kletterhilfe.

Rankhilfen müssen auf den Wuchstyp der Pflanze ausgerichtet und entsprechend dimensioniert sein. Beim Anbringen der Kletterhilfe muss immer ein ausreichender Wandabstand eingehalten werden. Die direkte Wandberührung wird dadurch vermindert und eine verbesserte Luftzirkulation und schnellere Abtrocknung erreicht. Bei schwachwüchsigen Arten (z.B. Geißblatt) beträgt der Abstand ca. 5-10 cm, bei stärker wachsende Arten (z.B. Pfeifenwinde, Kletterrose) etwa 10 bis 15 cm. Bei stark wachsenden Arten (z.B. Baumwürger, Blauregen) darf der Abstand ruhig 20 cm betragen.

Was man beachten sollte:
Besonders beim Einsatz von Selbstklimmern sollten im Vorfeld einige Aspekte bedacht werden, um späteren Ärger in Hinblick auf Instandhaltungsmaßnahmen,Tragfähigkeit der Wandbeschichtungen und Einwachsen in den Untergrund zu vermeiden.

Mit Selbstklimmern begrünbare Flächen sind:

· intakte Klinker und Ziegeloberflächen
· unversehrte unbeschichtete Kalkzementputze
· intakte unbeschichtete Betonoberflächen
· fachmännisch sanierte Mauerwerksflächen

Probleme mit Selbstklimmern können auftauchen z.B. bei:

· ständig feuchten und rissigen Mauerwerks-oder Putzflächen
· Flächen mit tiefer liegenden und ausgewitterten Fugen
· schadhaftem Beton
· kunststoffhaltigen Oberflächenbeschichtungen
· Kunstharzputzen
· Fachwerk- und Holzoberflächen
· Wärmdämm-Verbundsystemen
· Wandverkleidungen, Wandplatten, Schindeln etc.

Nur veredelte Weinstöcke pflanzen
Aus aktuellem Anlass wird darauf hingewiesen, dass im Hausgarten nur veredelte Weinstöcke und nicht aus Steckholz vermehrte Pflanzen gesetzt werden dürfen, wie sie leider in der letzten Zeit in manchen Supermärkten angeboten werden! Vor 100 Jahren hat die nicht bekämpfbare Wurzelreblaus den bayerischen Weinanbau fast zum Erliegen gebracht. Seitdem setzen die Winzer auf veredelte Sorten. Hierbei werden europäische Reben auf amerikanische gepfropft, die gegen diese Lausart weitgehend resistent sind. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau appelliert daher an den Handel und die Verbraucher, keine wurzelechten Weinstöcke zu kaufen und beim Einkauf auf die Veredlungsstelle zu achten.

Eine ausführliche Infobroschüre zum Thema Kletterpflanzen und Obstspaliere kann bei Kreisfachberater Thomas Neder angefordert werden.

 
Ein Klassiker unter den Kletterpflanzen ist die Rose. Geschickt eingesetzt, kann sie dem Gebäude eine romantische Note verleihen.

  
Kletterpflanzen müssen nicht immer wuchern. Mit etwas Kenntnissen in der Schnittführung kann man ihre Triebe auch gezielt dorthin führen, wo sie
erwünscht sind.


  
Dass an der Hauswand Birnen, Sauerkirschen und Aprikosen auch in rauhem Klima recht gut wachsen ist schon lange bekannt. Leider sind gepflegte Spaliere in der heutigen Zeit leider eine Seltenheit