Der Garten im Monat Mai - Kurztipps vom Kreisfachberater
 
Gemüsefliegen ohne Chemie in Schach halten
Mit dem Beginn der Kastanienblüte im Wonnemonat Mai, machen sich leider auch die ungeliebten Heerscharen der Radies-, Rettich-, Kohl-, Bohnen- und Möhren- fliegen auf den Weg. Um eine Eiablage an der Stengelbasis zu verhindern, werden im chemiefreien Garten luftdurchlässige Vliese und später in der heißen Jahreszeit Kulturschutznetze eingesetzt. Die Ränder sollten gut abgedeckt werden. Auf der Kulturfläche sollte zudem im Vorjahr nicht die gleiche Gemüseart angebaut werden sein, da sonst event.. noch mit schlüpfenden Schädlingspuppen zu rechnen ist, falls im Vorjahr ohne Kulturschutznetze gearbeitet wurde. Schäden durch Bohnenfliegen an den keimenden Samen lassen sich auch durch eine Vorkultur in Töpfen am Fensterbrett oder im Frühbeet vermeiden. Kalte und nasse Tage sind für die Bohnen, die in den Tropen beheimatet sind, Gift. Sie werden dann häufig von bodenbürdigen Pilzen befallen. In Höhenlage kann man bei schweren und tonigen Böden auf schwarze Bohnesamen zurückgreifen. Sie keimen dort besser als weiße.

Neue Zuchtsorten teuer aber gut
Nicht ganz billig aber vielversprechend sind die neuesten Gemüsesorten, die eine Abhilfe gegen viele Probleme versprechen. Da den Möhrensorten Flyaway, Ingot, oder Süka die Chlorogensäure fehlt, sind sie für die Möhrenfliegen uninteressant. Die Kopfsalatsorten Dynamite, Fiorella und Estelle versprechen Kopfsalat ohne Fleischbeilage (sprich Läuse) Gegen das Schossen unempfindlich sollen die Feldsalatsorten Favor und Juwabel sein. Die aus Samen gezogene Minigurke Printo braucht nicht gegen Welkepilze veredelt zu werden und kommt auch ohne Schnitt aus. Die Rettichsorte Neptun gilt als robuste gegen die Rettichschwärze. Die neue Zucchinisorte Mastil soll durch Ihre Toleranz gegen den echten Mehltau länger beerntbar sein.

Pflanzzeit für Tomaten und Paprika
Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen (im Gewächshaus schon zu Monatsbeginn) ist es Zeit, Tomaten und Paprika zu pflanzen. Sind selbst gezogene Pflanzen wegen Lichtmangel zu lang geraten, können sie ruhig etwas tiefer gesetzt werden. Sie bilden an den Stängeln neue Adventivwurzeln. Eine Austrocknung des Wurzelballens wirkt sich immer schlecht auf die Weiterkultur aus. Neben den Pflanzen eingesenkte Blumentöpfe erleichtern das Gießen. Tomaten erhalten im Gewächshaus den sonnigeren windigeren Platz in der Nähe der Tür. Gurken vertragen mehr Luftfeuchte. Wer Auberginen in Gewächshaus setzt, sollte bedenken, dass diese Kultur sehr schnell und leicht von Spinnmilben befallen wird. Neues im Brombeersortiment
Ein Novum stellt im Obstsortiment die neue Brombeersorte Navaho dar. Sie kommt aus Nordamerika, wächst aufrecht, und kann es geschmacklich mit den alten bedornten Sorten aufnehmen. Die Ruten wachsen gesund und auch die rosa-weiße Blüte sticht ins Auge Spätestens jetzt müssen bei dieser Kultur die Seitentriebe auf 2-3 Augen eingekürzt werden, damit das Spalier unter Kontrolle gehalten werden kann.

Im Mai können die nicht frostharten Zwiebel- und Knollenpflanzen wie z.B. die Dahlien in die Erde gebracht werden. Auch Gladiolen könne noch in Folgesätzen gesteckt werden. Umgedrehte Blumentöpfe oder ein Vlies schaffen bei Nachtfrösten eine schnelle Abhilfe.
 
Spektakulär aber frostgefährdet sind die Blüten der Tulpenmagnolie (Magnolia soulangiana). Eine interessante Art für den Sommer ist die ebenfalls großblütige Sommermagnolie (Magnolia sieboldii)   
Kirschen dienen im Garten nicht nur als Obstgehölze, sondern werden von den Baumschulen in ihren unterschiedlichen Wuchsformen auch gezielt als Veredlungsunterlage für Ziergehölze wie z.B. die japanischen Säulen- oder Nelkenkirschen verwendet.   
Zwar kommen Wildtulpen nicht an das spektakuläre Erscheinungsbild der Hochzuchtsorten, wie z.B. die Darwin-Hybrid Tulpen heran, dafür erfreuen sie bei zusagendem Standort ihre Besitzer mit einer langen Lebensdauer.