Kristallklares Wasser- Steinreiche Inseln – Rote Erde
 
Kreisverband für Gartenbau mit 450 Naturfreunden im facettenreichen
Istrien unterwegs

(TN) Nichts von Wirtschaftsflaute und gebremster Reiselust war bei der Sonderzugfahrt des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege zu spüren, zu der Landrat und 1.Vorsitzender Karl Zeitler 450 Garten- und Naturfreunde begrüßen konnte. Ganz im Gegenteil - einige Eisenbahnwagen mussten angehängt werden, um für die große Zahl der Interessierten Platz zu schaffen. In 15 kurzweiligen Stunden, für die vor allem das reiche kulinarische Angebot der Breitengüßbacher Eisenbahner - Kameradschaft sorgte, ging es über schneebedeckte Gipfel des Bad Hofgasteiner Tales durch den Karawankentunnel zunächst durch das tiefgrüne Berg- und Hügelland Sloweniens, bevor nach einem langen Tag der Bahnhof in Optatija-Matulji erreicht wurde. Nach einem freundlichen musikalischen Empfang warteten bereits die 10 Reisebusse der einzelnen Reisegruppen auf den Transfer zu den Hotels in Rabac, einem kleinen Fischerdorf an einer idyllischen Badebucht mit Blick auf die Kwarner Bucht.

Mondänes Opatjia
Ein sorgfältig ausgewähltes aber nicht überladenes Programm wartete dann auch schon am ersten Tag. Charmant und eloquent führten die kroatischen Reiseleiterinnen durch die abwechslungsreiche Hügellandschaft der Mittelmeermacchie mit Steineichen, blühenden Blumeneschen, Feigen und Lorbeerbäumen nach Opatija, einer Stadt, die vor allem in der K&K Zeit eine große Popularität genoss. Dass Abbazia, wie die Stadt damals hieß, auch um die Jahrhunderte „en vogue“ war und zum Winterluftkurort der gesamten österreichischen Monarchie wurde, kann man der mondänen Ausstrahlung der zahlreichen Villen und Prunkgärten entnehmen. Außer frischen Fassadenfarben erscheint vieles noch so wie es damals war. Bei einem Spaziergang durch den Garten der Villa Angiolina duftete es noch wie vor über 100 Jahren im „Fin de Siecle“, als die feinen Damen an der Promenade flanierten, nach dem Orangenaroma des weitverbreiteten Klebsamens oder botanisch auch Pittosporum tobira genannt.

Agrotourismus immer populärer
Was konnte man sonst neben den zahlreichen historischen Fakten den offenen Ausführungen der Reiseleiterinnen entnehmen und über das Land erfahren?
Der zurückliegende Krieg (91-95), den man als Vaterland- oder Befreiungskrieg bezeichnet, macht noch immer betroffen. Nach den Kriegswirren zieht aber die touristische Infrastruktur kräftig an und die Branche zeigt zweistellige Zuwachsraten – auch der sog. Agrotourismus ist sehr gefragt. Abseits dieser Boombranche scheint der Alltag aber nicht ganz so einfach. Bedingt durch eine sehr geringe staatliche Unterstützung und die hohen Lebenshaltungskosten bleiben viele Paare kinderlos. Ein Lehrer verdient z.B. nur etwa 400€ Netto pro Monat. Zweit- und Drittjobs sind deshalb fast schon die Regel. Die Familie muss deshalb eng zusammenrücken, um mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden. Die Kluft zwischen arm und reich wird schnell größer. Die Religion ist ein fester Bestandteil des Lebens, wobei sich die Kirche jedoch über Spenden finanziert wird.

Rotes Istrien
Eine ausgedehnte Istrienrundfahrt führte in den westlichen Teil Istriens, dem sog. Roten Istrien, wo die Erde durch viele Eisenoxidverbindung in der Tat richtig rot gefärbt ist. Auf dem Besuchsprogramm stand Rovinj, eine kleine historische auf einer Halbinsel gelegene Altstadt. Dicht gedrängte Häuser lassen hier nur schmale Gassen frei. Auf blank polierten groben Pflastersteinen führte der Weg zur Kathedrale der heiligen Eufemia, mit dem 60 m hohen nadelspitzen Campanile. Ein herrlicher Blick auf die Küstenlinie war der Lohn für den wackeligen steilen Aufstieg. Porec, eine Stadt mit 6000 jähriger Geschichte präsentierte sich ähnlich beeindruckend. Geschichte hautnah vermittelte ein Gang über die alten römischen Straßen der damaligen Kolonie Parentium. Beim Besuch der frühchristlichen Euphrasianischen Basilika (seit 97 Teil des Unsesco Weltkulturerbes) beeindruckte vor allem die mosaikverzierte Kuppel. Damit auch der gesellschaftliche Aspekt der Reise nicht zu kurz kam, konnten die Reiseteilnehmer bei einem zünftigen Dorffest mit lokalen Spezialitäten und istrischer Folklore etwas entspannen und ausgiebig das Tanzbein schwingen. Rauschen Beifall erhielt hierbei der spontane a capella Gesangsauftritt von Landrat Karl Zeitler und seinem Gesangsquintett.

Im Reich der Gänsegeier
Eine ausgedehnte Inselrundfahrt brachte die Besucher zu den gut erschlossenen, aber naturnahen Inseln Cres und Krk. In Cres führte der Weg durch zerklüftete Karstlandschaften mit labyrinthartigen Trockenmauern, ins Reich der Gänsegeier. Auch vom Bus aus konnte man die majestätischen Vögel ihre weiten Kreise in den warmen Aufwinden ziehen sehen. Weiter ging es von Merag nach Krk, einer 410 km 2 großen Insel, die auf wenig Raum alles liefert, was sich der erholungssuchende Urlauber von einer mediterranen Insel alles so wünscht. Dass dem kargen Inselboden doch eine ganze Menge an Spezialitäten abgerungen werden kann, zeigte ein üppiges Mittagessen mit hausgemachten Surlice (Nudeln) und mundigem vor Ort angebautem Weißwein Zlahtina genannt. Wie im 17. Jahrhundert präsentierte sich die Altstadt von Krk mit einem stimmungsvollen Gassengewirr und wuchtigen Bauwerken der Venezianer, den einstigen Herren der Stadt. Über die neue Hängebrücke ging es zurück zum Festland über Rijeka, dem bedeutendesten Hafens des ehemaligen Jugoslawiens, zurück nach Porec.

Ein Gala-Abend mit Folklore und Tanzmusik führte alle Reiseteilnehmer zusammen. Hierbei dankte Landrat Karl Zeitler allen Coburger Reisefreunden für das Vertrauen in die Organisation der Reise, die wie immer Ehrenvorsitzender Karl Lemser in Zusammenarbeit mit bewährten Reisebüros akribisch vorbereitet hatte. Lobende Worte fand Zeitler weiterhin für Verbandskassier Siegfried Wittmann, die sympathischen Reiseleiterinnen, den Busbetreuern des Kreisverbandes, den Mitarbeitern der Hotels und last but not least Herrn Dr. Martin Lücke für die ärztliche Betreuung der Teilnehmer.

Der Sonderzug soll auch in 2 Jahren wieder rollen. Das Ziel der nächsten Reise wird rechtzeitig bekannt gegeben. Freuen darf man sich schon jetzt auf einen bebilderten Rückblick der botanischen, kulturellen und gesellschaftlichen Höhepunkte der Fahrt, den Kreisfachberater Thomas Neder halten wird. Die Veranstaltung findet mit Unterstützung des OGV Bad Rodach am Freitag, 5. November um 18.30 Uhr in der städtischen Turnhalle in Bad Rodach statt. Hierzu sind schon jetzt alle Reise- teilnehmer herzlich eingeladen.


Trotz der 15 Stunden langen Fahrt herrschte im Sonderzug beste Stimmung.

Istrische Folkore bot ein Gala Abend, der alle Reiseteilnehmer zusammenführte. Ungewohnte Klangfacetten brachten dabei der istrische Dudelsuck und die hölzernen Flöten - Sopilen genannt – hervor.

Rauschenden Beifall erntete Landrat Karl Zeitler mit seinem Gesangsquintett für die a capella Darbietungen.

Römische Arena, Herkulestor und Triumpfbogen konnten in Pula bestaunt werden.

Neben historischen Fakten vermittelten die sympathischen Reiseleiterinnen auch eine ganze Menge Informationen zum Alltag der Kroaten.

Eine ungewohnte Kombination zwischen Rosen und Palmen ermöglicht das milde Mittelmeerklima.

Begeistert war die Reisegruppe von der mondänen Ausstrahlung der zahlreichen Villen und Prunkgärten in Opatjia.

Eine ausgedehnte Inselrundfahrt brachte die Reiseteilnehmer in mittelalterliche Städte der Inseln Crez und Krk.

Ein mittelalterliches labyrinthartiges Häusermeer verleiht Rovinji eine besondere Note.

Enge, dicht gedrängte Häuser lassen in der Altstadt von Rovinji und Porec nur schmale Gassen frei.

Auf blank polierten groben Pflastersteinen führt der Weg zur Kathedrale der heiligen Eufemia, mit dem 60 m hohen nadelspitzen Campanile.

Ein Galaabend mit Folklore und Tanzmusik führte alle Reiseteilnehmer zusammen. Hierbei dankte Landrat Karl Zeitler sowohl den Teilnehmern für das Vertrauen, als auch den Organisatoren und Mithelfern der Fahrt für das gute Gelingen.