Unsichtbare Helfer mit beeindruckender Wirkung
Coburger Gartenfreunde bilden sich fort

(TN) Bestens besucht war der erste Teil der Gartenpflegerkurse des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege. Während das Thema „Kletterpflanzen richtig verwendet“ eher klassisch gärtnerische Wege der Gestaltung beschrieb , wurden beim Vortrag über den Einsatz effektiver Mikroorganismen ungewöhnliche neue Wege im Umgang mit Mikroorganismen aufgezeigt, die auch im Hobbygartenanbau vielversprechend klingen und z.B. im professionellen biologischen Gemüseanbau bereits wissenschaftlich getestet werden.

Einladende Fassaden
Mit welch wenig Aufwand richtig platzierte Kletterpflanzen triste Fassaden, Hauseingänge, Garagen und Pergolen in optische Leckerbissen verwandeln können, zeigte der Vortrag von Kreisfachberater Thomas Neder. Hierbei wurden nicht nur für die Sonne, sondern auch für den Halbschatten und Schatten probate Vertreter vorgestellt. Auch das Thema Kletterhilfen kam nicht zu kurz. Gegen die gefürchtete Clematiswelke empfahl Neder alternativ zur Verwendung frühblühender großblumiger Arten, die Pflanzung von Wildarten wie Clematis alpina, Clematis montana oder Clematis tangutica. Auch Clematis viticella gelte als unanfällig. Wie man auch mit Obstgehölzen an der Hauswand arbeiten kann, wurde im Kapitel über Formgehölze vorgestellt. „Vom barock wirkenden doppelten Kordon bis zum pflegeleichten Fächerspalier kann mit etwas Fachkenntnis die Fassade gekonnt eingegrünt und zugleich auch leckeres Obst geerntet werden. Leider geht diese Fähigkeit immer mehr verloren – eine Tatsache, der man durch positive Beispiele entgegensteuern sollte“ so Neder.

Effektive Mikroorganismen für Haus und Garten
Mitra Sepidbarin berichtete über vielversprechende Erfolge durch den Einsatz effektiver Mikroorganismen. Geistiger Vater dieser als EM bezeichneten Mischung regenerativer Mikroorganismen sei Teruo Higa, ein Professor für tropischen Gartenbau auf der japanischen Insel Okinawa. Ihm sei es gelungen, eine spezielle Mischung aerober und anaerober Mikroorganismen zu entwickeln, durch deren Einsatz die Bodenfruchtbarkeit und die Vitalität der Pflanzen gesteigert, Bodenkrankheiten unterdrückt, und der Einsatz an Pflanzenschutzmitteln reduziert werden könne. Zu den kleinen Helfern zählen z.B. Photosynthesebakterien, Aktinomyceten, Milchsäurebakterien, Hefen und Ferment-aktive Pilzarten. Die Originalmischung werde als EM- 1 bezeichnet und diene als Basis weiterer Produkte. Als aktivierte Form gelte das sog. EM-A, das die Kursteilnehmer im praktischen Teil unter Anleitung herstellen konnten. Als Ausgangsstoffe diente hierzu eine Mischung von 3% EM-1, 3% Zuckerrohrmelasse und 94% ungechlortem Wasser. Eingesetzt werden könne diese Mischung neben dem Garten und dem Pflanzenbau auch im Haushalt, der Tierhaltung, der Abwasserbehandlung und der Abfallbehandlung.

Perfektes Recycling von Küchenabfällen mit Bokashi
Sämtliche biogene Abfälle könnten mittels EM fermentiert werden. Im Gegensatz zur Kompostierung sei hierzu kein Sauerstoff notwendig. Ein Großteil der wertvollen Stoffe bleibe erhalten und könne als organischer Dünger wieder im Garten ausgebracht werden. Als praktischer Einsatz diene ein sog. Bokashi-Eimer, in dem eine möglichst breite Mischung zerkleinerter Haushaltsabfälle (ohne tierische Abfälle) und Gartenabfälle nach einigen Wochen mit einem süß säuerlichen Geruch fermentiert werde. Die sich am Boden des Behälters sammelnde Flüssigkeit könne 1:1000 verdünnt als Flüssigdünger eingesetzt werden.

Weitere praktische Anwendungen vermittelt ein zusätzlicher Workshop zum Thema EM, der am Mittwoch, 2.März um 19 00 Uhr im Gasthof Goldene Rose in Grub am Forst stattfindet. Interessenten können sich bei Kreisfachberater Thomas Neder 09561 514341 anmelden. Der Workshop ist kostenlos.

 

Wie man aus der Original Mischung EM-1 die aktivierte Form EM-A herstellt, lernten die Kursteilnehmer im praktischen Teil kennen.