Von zauberhaften Orchideen und richtiger Rasenpflege
Praxistipps in Hülle und Fülle beim Gartenpflegerkurs des Kreisverbandes

(TN) Über die beeindruckende Farben- und Formenvielfalt von Orchideen berichtete Orchideenzüchter M. Wolff aus Wonfurt-Steinsfeld. Neben optischen Leckerbissen zu unterschiedlichsten Blütenformen gab es Hinweise zur systematischen Einteilung. Der Bogen reichte von epiphytisch (auf Bäumen) lebenden bis hin zu den terrestrischen (in der Erde wachsenden) Orchideen. Nicht zu kurz kamen auch praktische Tipps zur Kulturerleichterung auf der heimischen Fensterbank. Während im Kronendach der Bäume lebende Orchideen nach Regenschauern nur kurzzeitig benetzt würden, werde das Abtrocknen im Kulturtopf sehr erschwert. Hauptproblem Nr. 1 bei Orchideen sei deshalb das Übergießen. Auch vom Tauchen und Übersprühen riet der Orchideenprofi ab. Lange Wurzeln, die aus dem Topf wachsen, seien hingegen ein gutes Zeichen und ein positives Signal, dass der Besitzer seine Kultur im Griff habe. Phalenopsis dürften auch ruhig mal schräg über den Topfrand wachsen, die entspräche dem nat. Habitus am Baum, auch wenn der deutsche Ordnungssinn hier meist rebelliere.

Launische Cymbidien
„Cymbidien, so üppig ihre Blütenrispen auch sind, bereiten dem Orchideenfreund oft Probleme“, so Wolff. Dies läge daran, dass sie im Sommer viel Wasser, Halbschatten und viel Nährstoffe benötigen. Auch vorsichtig dosierter granulierter mineralischer Dünger sei hier möglich. Im Winter sollte die Pflanze allerdings fast trocken, hell und kühl kultiviert werden.

Bodenverdichtungen - Gift für den Rasen
Handfeste Praxistipps für den Umgang mit dem eigenen Rasen gab Gärtnermeister Roland Ramming. „Je nach Nutzung bietet der Handel verschiedene RSM Typen (Saatgutrasenmischungen) an. Zierrasen oder Sportrasen enthält unterschiedliche Mischungen horstbildender und ausläufertreibender Gräser, die sich entsprechend ergänzen. Es gibt auch Gräser mit höherer Toleranz gegen reduzierte Lichtverhältnisse. Den typischen Schattenrasen, wie er häufiger propagiert wird, gibt es aber leider nicht“ so Ramming. Bodenverdichtungen im Zuge von Baumaßnahmen, die Staunässe nach sich ziehen, seien Gift für jeden Rasen und sollten am besten schon vor der Ansaat beseitigt werden. Bei der Aussaat solle die Temperatur über 8°C liegen, was normalerweise von April bis September der Fall sei. Als Durchschnittswert könne man mit etwa 20g pro m² rechnen. Durch die verschiedene Keimdauer von 7 bis 21 Tagen sei ein zunächst nur lückenhaft keimender Rasen völlig normal. Der erste Schnitt solle nach etwa 8 bis 10 cm Wuchshöhe erfolgen. Schnittwerkzeuge sollten grundsätzlich scharf geschliffen und genau eingestellt sein. Beste Ergebnisse würden nach wie vor mit dem Spindelmäher erreicht. Als Sollhöhe (nach Schnitt) wären 3 bis 4 cm anzustreben. Beim sog. Wachstumsschnitt sollte stets ca.1/3 der Halmlänge angenommen werden.

Wird gewässert, dann eher seltener, dafür aber durchdringend – am besten in der Abendzeit. „Wer einen sattgrünen Rasen wünscht, wird um eine ausreichende Düngung und Bewässerung nicht umhinkommen. Letztendlich kommt es jedoch auf die eigene Toleranz an “, so Ramming. Im Zierrasenbereich rechne man mit 10 bis 15g Reinstickstoff. Zur Vermeidung von Auswaschungen sollten diese Gaben auf 4 bis 5 Düngeintervalle verteilt werden.

Möglichkeiten zur Rasengeneration
Das sog. Verticutieren diene im Zuge der Rasenregeneration vor allem der Rasenfilzentfernung. und weniger dem tiefem Durchschneiden des Bodens, wie meist angenommen wird. Dazu sei das sog. Aerifizieren besser geeignet. Hier werde mit sog. Hohlspoons 5 bis 10 cm tiefe Löcher in den Boden gestanzt und diese anschließend mit einem nichtbindigem Sand verfüllt. Auch ein flächiges Abdecken mit 5-7l/ m²scharfem Sand sei bei schweren Böden hilfreich.

Für Spezialfälle biete sich das sog. Vertiträn Gerät an, mit dem auch eine Tiefenlockerung erreicht werden könne.

Weitere Termine
Am 24. Februar findet und 19 Uhr in der Goldenen Rose ein weiteres Seminar zum Thema Ziergehölz- und Obstbaumschnitt mit Kreisfachberater Thomas Neder statt. Für den 25. Februar sind praktische Schnittübungen vorgesehen. Der Workshop Effektive Mikroorganismen wird am Mittwoch 2 März zur gleichen Uhrzeit und am gleichen Tagungsort durchgeführt. Die Fahrt zur Buga in München ist für Samstag, den 21. Mai geplant.

Anmeldungen zu den Veranstaltungen sind bei Kreisfachberater Thomas Neder am Landratsamt Coburg möglich – Tel.: 09651 514341

 
 

Wertvolle Tipps zur Orchideenkultur auf den Festerbank gab es vom Orchideenprofi M.Wolff