Der Garten im Juli –Tipps vom Kreisfachberater
 

Mulchen fördert Bodengare
Im Gemüsegarten fördert eine dünne Abdeckung mit Grasschnitt die sog. Schattengare. Der Boden bleibt krümelig, die Verdunstung sinkt merklich, das Bodenleben wird gefördert und der Pflegeaufwand wird merklich weniger. Um Schnecken wenig Versteckmöglichkeiten zu bieten, sollte die Schicht nur dünn (2-3 cm) aufgetragen werden. Ideal für eine schneckenabwehrende Abdeckung eignet sich mit EM fermentierter Rasenschnitt sog. Rasenbokashi, wie es der Kreisverband bereits in seinen Gartenpflegerseminaren vorgestellt hat..

Tomaten und Gurken richtig erziehen
Tomaten lieben Wärme, Sonne, lockeren Boden, viel Wasser und regelmäßige Düngergaben – allerdings nicht auf den Blättern. Bewährt hat sich der Tontopf am Wurzelhals. Durch das Loch im Boden versickert das Wasser, ohne den Boden zu verschlämmen. Das regelmäßige Ausbrechen der Seitentriebe ist vor allem bei engem Standort wichtig. Die Früchte bekommen mehr Licht, werden größer und die Pflanzen trocknet schneller ab. Das Entfernen der untersten Blätter beugt der Kraut- und Braunfäule, etwas vor. Der ideale Schnitt bei Gurken sieht bis 80 cm keine Stammfrüchte vor. Seitentriebe sollten auf 1 Frucht und 1 Blatt zurückgenommen werden. Trocknen die Früchte in den Seitenachseln ein oder fallen ab, ist dies meist auf Nährstoffmangel zurückzuführen.

Die Sorte bringt den Erfolg
Entscheidend für den Erfolg ist die richtige Sortenwahl. Fehlt Gelben Rüben die Chlorogensäure, können sich die Maden der Gemüsefliegen nicht weiter entwickeln. Dies ist z.B. bei den Sorten `Flyaway`, `Ingot` und `Süka` der Fall. Sie schmecke zudem etwas süßer.

Wer Blattsalate ohne Läuse ernten will, greift z.B. auf die Sorten `Dynamite` (für Frühjahr), `Fiorella` und `Estelle` (für den Frühsommer) zurück.

Neue Feldsalatsorten machen es durch ein verzögertes Schossen (Blütenbildung) möglich, dass ganzjährig angebaut werden kann. Hierzu gehören die Züchtungen `Favor`, `Juwabel`, oder `Gala`

Trieb waagrecht binden
Kern- und Steinobst bildet ab Juli bis ca. Ende August die Blüten für das nächste Jahr. Je mehr sich der Trieb in der Waagerechten befindet, desto größer ist der Blütenansatz für das nächste Jahr. Bei Spalierbäumen fördert ein Entfernen der krautigen Spitzen die Bildung von Blütenknospen in den unteren Triebteilen Dieses sog. Pinzieren sollte man jedoch bis Ende Juli einstellen, da danach erscheinende Triebe dann bis zum Winterbeginn nicht mehr richtig ausreifen.

Sommerveredlung
Sind bei Kirschen die Frühjahrsveredlungen nicht geglückt, kann jetzt nochmals hinter die Rinde gepfropft werden. Um die Verdunstung einzuschränken kann eine gelochte Folientüte über den Pfropfkopf gesteckt werden.

Erdbeeren lassen sich gut in Mischkultur mit Boretsch anbauen. Dies ist scheinbar aus sog. Saponine zurückzuführen, die der Boretsch ausscheidet. Sie fördern die Nährstoffaufnahme und die Widerstandsfähigkeit der Erdbeeren.

Stauden für trockene Standorte
Die trockenen Perioden haben in den letzten Jahren vermehrt gezeigt, dass ein Umdenken bei der Auswahl robuster Stauden nicht schaden kann. Auf lockeren Böden ist die Auswahl geeigneter Stauden groß. Gelbblühende Brandkrauter , rosafarbene Prachtscharten, duftige Schleierkräuter und anspruchslose Spornblumen sind nur einige Highlights dieses noch unterschätzten Sortiments, das zukünftig an Bedeutung gewinnen dürfte.

 

 

 

Die Blüte der Astilbe kündigt den zweiten Teil der Jahreshälfte an. Ein schattiger Platz und lockerer humoser Boden sind wichtig für eine gute Entwicklung

Stimmungsvolle Sommerbilder lassen sich mit den vielen Phloxsorten zaubern. Um die Schönheit der Pflanze zu wahren, sollte öfter mal der Standort gewechselt und die Pflanze in faustgroße Stücke geteilt werden.

 

Auch mit trockenheitsverträglichen Stauden lassen sich tolle Staudengärten zaubern. Iris, Euphorbien, Brandkraut & Co tragen zum Gelingen bei.

Eine mächtige Staude ist der Riesebärenklau. Leider enthält die imposante Staude den Wirkstoff Furanocumarin. Gelangt er bei Pflegearbeiten auf die Haut, verstärkt er die Wirkung des UV Lichtes, so dass auch Brandblasen entstehen können. Eine Verwendung in den Gärten sollte man deshalb genau überlegen.