Vom Adamsapfel bis zum Zuccalmaglio
Obstausstellung mit über 100 Apfelsorten in der Lahmer Wanderhalle
 

Trotz der mageren Obsternte, die viele Gartenfreunde in diesem Jahr beklagen müssen, präsentierte die Apfelausstellung des Kreisverbandes Coburg für Gartenkultur und Landespflege e.V. in der Lahmer Wanderhalle eine beeindruckende Vielfalt bekannter und ausgefallener Liebhaber- und Wirtschaftssorten. 2. Vorsitzender Stephan Schlechtweg und Bürgermeister Werner Thomas, welche die Ausstellung offiziell eröffneten, zeigten sich erfreut über den unerwartet großen Zuspruch an Besuchern und die tatkräftige Unterstützung der Lahmer Gartenfreunde und der Gruppe Itzgrund.

Vom verführerisch rot gefärbten Adamsapfel, dem sonnengelb strahlenden Zucchalmaglio, dem als Diabetikerapfel bekannten Idared oder der neuen Lieblingssorte Topaz war vieles vertreten. Am Ende der Ausstellung wuchs die Zahl der ausgestellten Sorten dank der akribischen Bestimmung mitbebrachter Äpfel auf stolze 100 Sorten an. Auch Birnensorten konnten bestaunt werden, wobei die als Bürgermeisterbirne bekannte Köstliche von Charneux oder die riesigen Früchte der Sorte Pitmaston die „Hingucker“ auf ihrer Seite hatten.

Lang war die Warteschlange, die sich vor dem Bestimmungsstand des als Apfelpapst bekannten Pomologen Wilfried Müller bildete. Körbeweise wurden Apfelsorten aus dem eigenen oder dem Nachbargarten mitgebracht und geduldig auf die Namenstaufe der längst vergessenen Sorten gewartet. Ein prüfender erster Blick des Fachmanns auf die Farbe und Form, die Ausbildung von Kelch und Stiel, die Schalenpunkte oder Berostung des Apfels und schon war in den meisten Fällen die Sorte bestimmt. Half diese erste Annährung nichts, wurde der Sorte auf den Kern gefühlt, denn die Kernmerkmale sind laut Müller bei den Sorten das einzig wirklich konstante Merkmal. Eine einzigartige Kernkartei, die in schwierigen Fällen zu Rate gezogen wurde, war hierbei neben der jahrzehntelangen Erfahrung des Pomologen eines der wichtigsten Hilfsmittel.

Obst in „flüssiger Form“ boten der Gartenbauverein Obersiemau an. Interessante Neuigkeiten über den Einsatz effektiver Mikroorganismen im Garten vermittelte Frau Mitra Sepidbarin. Für eine schmackhafte Stärkung sorgte das Team von OGV Lahm.

Um den Erhalt und die Verbreitung alter und erprobter Obstsorten zu unterstützen, wird wie Kreisfachberater Thomas Neder erwähnt, der Kreisverband auch im kommenden Winter wieder seine bewährte Reiserausgabe fortsetzen und einen Veredlungskurs anbieten um die verschiedenen Veredlungstechniken zu demonstrieren. Anbautechniken, Sortenauswahl und Erfahrungen im Coburger Raum, soll vor allem der im Bau befindliche Obstlehrgarten am Landratsamt interessierten Gartenfreunde liefern. Der Lehrgarten soll anlässlich des 100 jährigen Jubiläums des Kreisverbandes im Jahr 2006 eröffnet werden.


 

 

Von links:
Kreisfachberater Thomas Neder/ Fritz Müller/
2. Vorsitzender Stephan Schlechtweg/
Bgm. Werner Thomas/ Ehrenvorsitzender Karl Lemser