Der Garten im April - Tipps vom Kreisfachberater
 

Blütenteppiche am Gehölzsaum
(TN) März und April sind die Hauptmonate der Frühlingsgeophyten. Mit etwas Geduld und Toleranz lasse sich in extensiv bewirtschafteten Randbereichen des Gartens z.B. vor dem Gehölzsaum, im schütteren Rasen oder unter dem Hausbaum flächige Blütenteppiche zaubern. Die Blütensaison des Gartens lässt sich somit um einige Wochen verlängern. Zum erfolgreichen Ansiedeln der Pflanzen ist es wichtig, die Zwiebelpflanzen ausreifen und ihren Samen verstreuen, oder sich über Brutzwiebeln vermehren zu lassen. Der Rasenschnitt muss in diesen Arealen eben etwas warten. Auch die Bodenbearbeitung (umgraben oder verticutieren) sollte in diesen Bereichen tunlichst unterbleiben. Klassische Kombinationen sind z.B. Winterlinge und Schneeglöckchen, Blaustern und Osterglocken, Strahlenanemone (Anemone blanda) und gelbes Windröschen oder weißes Buschwindröschen. Bei der Verwendung von Tulpen sollte man nicht vergessen, dass diese Pflanzen aus trockenen oder halbtrockenen Gebieten kommen und vollsonnig in lockerem warmen Boden stehen wollen. Wer sich um die Pflege nicht weiter kümmern will, ist mit Wildarten besser bedient. Die Blüten sind zwar nicht so spektakulär, dafür sind die Pflanzen aber langlebiger. Prachtvolle Frühlingsboten sind auch die Küchenschellen. Auch sie benötigen einen vollsonnigen, durchlässigen Boden.

Staudenbeete humisieren
Bei den Stauden wird es Zeit, überalterte Bestände in faustgroße Stücke zu teilen. Besonders für Gräser und Sommer- Herbstblüher ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Das sog. Humisieren der Beete mit gedämpften Kompost (3-5l pro m2 ) ist eine milde Variante der Düngung, die Vitalität auf die Beete zurückbringt.

Erbsen der Zukunft
Mal etwas Neues für das Gemüsebeet sind Zuckererbsen. Im Gegensatz zu Schäl- und Markerbsen fehlt ihnen die Pergamentschicht in ihrer Hülle. Sie können ganz gegessen werden. Die Aussaat erfolgt gegen Mitte April im Abstand von 3-4 cm innerhalb und ca. 15-20cm zwischen den Reihen. Üblich sind Doppelreihen mit Reisig oder Maschendraht als Rankhilfe in der Mitte. Die nächste Doppelreihe wird nach ca. 35-40 cm angelegt. Der Nährstoffbedarf ist gering. Die Erbsten decken einen Teil des Stickstoffbedarfes über die Tätigkeit der Knöllchenbakterien in den Wurzeln. Durch die frühe Aussaat ist eine Nachkultur von , Salat, Erdbeeren, Chinakohl, oder Grünkohl möglich. Wichtig ist ein Standortwechsel. Frühestens nach 5- 6 sollte sie wieder auf der gleichen Fläche angebaut werden.

Später Schnitt bremst Wuchs
Kernobst kann ohne Probleme auch zur Blütezeit geschnitten werden. Der späte Schnitt wirkt hier als Wachstumsbremse und eine mögliche Alternanz (Ertrag nur alle 2 Jahre) wird gemindert. Wegen des besonderen Duftes werden Steinobst- und Kirschblüten von den Bienen nicht ganz so gerne beflogen. Einige Tropfen Anisöl oder Zucker in etwas Wasser gemischt und in die Blüte gebracht, kann dem abhelfen. Steht ein Baum isoliert und fehlt es an Befruchtungspartnern, schneidet man einige blühende Zweige aus der Umgebung und stellt bringt diese Mischung in ein Gefäß in die Baumkrone.

Mit Monilia infizierte Sauerkirschsorten werden restlos von den befallenen dürren Zweigen entfernt oder stark zurückgeschnitten. Befallen werden leider die meisten Sorten. Als tolerant gelten z.B. Safir, Morina, Topas und Karneol.

Wäscheklammer als Erziehungshilfe
Wer schwachwachsende Apfel- oder Kirschunterlagen verwendet und die Pflanze flach ziehen will, kann nach erfolgtem Austrieb eine Wäscheklammer über den jungen Austrieb anbringen und diesen hierdurch in eine waagerechte Stellung bringen.

Veredeln zur Blütezeit
Das Umpfropfen älterer Obstbäume gelingt am besten dann, wenn die Rinde des Baumes löst: Hier sollte man am besten bis zur Blüte warten. Das sog. Geißfußpfropfen kann unabhängig vom Lösen der Rinde durchgeführt werden. Bedarf aber einer entsprechenden Übung.

Veredlungskurs
Der Veredlungskurs des Kreisverbandes findet am 21. April (je nach Witterung) auf der Obstwiese des Landratsamtes statt. Anmeldungen sind schriftlich möglich bei
Kreisfachberater Thomas Neder

 


 

Eine Juwel unter den Frühjahrsblühern ist die zarte Iris reticulata.
Zur dauerhaften Ansiedlung ist ein warmer Standort und ein gut durchlässiger
Boden notwendig.



Luftig lockeren Boden liebt das Leberblümchen. Der Namen stammt aus der Zeit der
mittelalterlichen Signaturlehre, als man die Ähnlichkeit des 3 lappigen
Blattes mit der menschlichen Leber, für deren Wirksamkeit als Heilpflanze gegen
Leberleiden interpretierte.

Die Scheinhasel ist ein wenig bekannter aparter Frühjahrsblüher und eine
willkommene Alternative zu den üblich im Frühjahr blühenden Gehölzen

Eine klassische Frühjahrskombination ist die Vergesellschaftung von
Crocus und Winterling.
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Frühlingsgeophyten wollen an ihrem Standort möglichst in Ruhe gelassen werden.
Mit etwas Geduld und bei passendem Umfeld wachsen sie im Laufe der Jahre
zu üppigen Horsten heran.

Narzissen bevorzugen im Gegensatz zu Tulpen einen feuchteren Boden.
Wildarten, wenn auch weniger üppig in der Blüte, sind sehr dauerhaft und pflegeleicht.