Gartenbauvereine fördern ihren Nachwuchs
Kreisverband und Kreisjugendring veranstalten Seminar für Jugendarbeit
 

(TN) Die Förderung des persönlichen Kontaktes der Jugendbetreuer, fachliche Anregungen und die Diskussion über einen möglichen Anschluss der Jugendgruppen des Kreisverbandes an den Kreisjugendring standen im Mittelpunkt des Jugendseminars im Jugendgästehaus am Weinberg in Rödental.

Aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsfundus schöpfend, gab Frau Halwart von der Umweltstation in Weismain den etwa 40 Teilnehmern wertvolle pädagogische Tipps für Ihre Jugendarbeit vor Ort. „Schon in allernächster Nähe gibt es sehr viel Interessantes zu sehen, das mit kleinen Führungen in den Randbezirken der Dörfer den Kindern vermittelt werden kann“, so Halwart. Auch wenn man einen Plan für seine Führung im Kopf haben muss, sollte man immer so flexibel sein, diesen situationsgemäß anzupassen.

Blick auf das Unscheinbare lenken
Bei Vorschulkindern sei es besonders wichtig, die Sinne anzusprechen. Den Geschmackssinn könne man z.B. sehr gut an Äpfeln einer Streuobstanlage testen. Nach ihrer Erfahrung sei es erstaunlich, wie verkümmert dieser Sinn bei vielen Kindern sei. Das Riechen an Gewürzen, oder das Ertasten einer Baumrinde seien weitere einfache Möglichkeiten, die Sinne zu aktivieren. Den Blick auf das Unscheinbare lenken und z.B. Gesichter in der Rinde der Bäume zu erkennen, sei eine weitere einfache Übung. Um eingeschliffene Verhaltensweisen zu überprüfen und zu ändern, gehöre auch der Umgang mit Ekeltieren wie Spinnen oder Ohrwürmern. Die Schaffung von Lebensräumen, wenn auch nur in kleinem Rahmen, sei wichtig, um eine Gefühl für die bedrohte Natur zu wecken. Die Herstellung einer Wand für Wildbienen, sei hierfür eine gute Möglichkeit.

Lichter anzünden
Aus Sicht des Jugendleiters komme es vor allem darauf an, seine eigene engagierte Liebe und Freude weiterzuvermitteln. Der Leiter müsse an den Aktivitäten vor allem selbst teilnehmen. Während bei den Kindern durch die modernen Medien durchaus gutes punktuelles Wissen vorhanden sei, fehle es sehr an den Zusammenhängen. Hier sollte man ansetzen. „ Man muss objektbezogen bleiben“, so Halwart und nur das erklären was man hören, sehen, riechen, schmecken oder begreifen kann und vor allem Mut zur Einfachheit haben. Eine Führung oder Veranstaltung sei vor allem dann gelungen, wenn man sie nach der 20. Wiederholung so engagiert und mit Freude mache, wie beim ersten mal. „Es ist nicht wichtig, ein Fass bis zum Rande zu füllen, sondern Lichter anzuzünden, die nachher weiter brennen“, so die Referentin abschließend.

Über die Fördermöglichkeiten von Wildbienen gab Beiratsmitglied Gerold Schlosser abschließend noch erprobte Praxistipps.

Über die Voraussetzung, Möglichkeiten und Vorteile eines möglichen Anschlusses der Jugendgruppen in den Gartenbauvereinen an den Kreisjugendring referierte Michael Busch, Geschäftsführer des Kreisjugendringes. Kreisfachberater Thomas Neder und 2. Vorsitzender Stephan Schlechtweg bedankten sich für die Informationen und kündigten an, dieses Thema auf der Sommersitzung der Verbandes zu behandeln.