Englische Gartenparadiese, exotische Pfingstrosen und heilende Kräuter
 

(TN) Eine stattliche Anzahl von Zuhörern fanden den Weg zu den fast schon traditionellen Gartenpflegerkursen des Kreisverbandes, zu denen die Mitglieder der Vereine, Mitarbeiter der Städte und Gemeinden und interessierte Gartenfreunde eingeladen waren.

Sissinghurst, Bath Chatto & Co
Öffentliche und private Gartenparadiese im Süden und Osten Englands stellte Kreisfachberater Thomas Neder in seinem Vortrag „Gartenimpressionen aus Südengland“ vor. Zum Auftakt der Rundreise öffneten sich die Pforten zu den fast schon legendären Anlagen von Sissinghurst, die von Vita Sackville West und Harold Nicolson gestaltet wurden. „ Die Anlage verbindet fast alle Stile für die sich Gärtner im 20. Jahrhundert interessierten: Kraftvoll formale Gestaltung, strenge Ausblicke, Steifen alter Rosen und wogende Massen von Clematis wechseln sich auf engstem Raum ab, so Neder. Vorgestellt wurde der weiße Garten, dessen Konzept vielfach kopiert wurde und wird, der in warmen Erdfarben gehaltene Cottage Garden, sowie die Sammlung alter fast schon vergessener Rosen mit Mde Isaac Pereire, einer Bourbon Rose, die 1881 entstand.

Pashley Manor mit stilvollen Kunstexponaten von Kate Denton und die Langbeete (long borders) von Christopher Lloyed`s Great Dixter Garden luden zum Träumen ein. Das Wirken der geschätzten Getrude Jekyll konnte man noch ansatzweise in den abgestimmten Staudenpflanzungen von Barrington Court und Hestercombe Gardens erkennen. Häufige Stimmungswechsel präsentierten auf den windge-peitschsten Hügeln die Gärten von Hidcote Manor. Inspiriert von der Mode der architektonischen Gärten schuf Lawrence Johnston durch die unterschiedlichsten Einfriedungen den Reiz ständiger Überraschungen. In der Nachbarschaft gelegen stellte sich Kiftsgate Court als Ursprung der wieder im Mode gekommenen Kletterrose Kiftsgate – einer hochrankenden Rose von unbezwingbarer Vitalität – vor.
Den krönenden Abschluss bildete ein Rundgang durch den Kiesgarten von Bath Chatto, mit Pflanzenarrangements von berückender Schönheit. Beeindruckender umso mehr, als die Anlage durch die Bodenvorbereitung und vor allem die Pflanzenauswahl ganz ohne Wasser auskommt.

Paeonia - Die Kaiserin der Blumen
Detailliert und sachkundig infomierte Walter Erhardt über die verschiedenen Sektionen und Arten der Pfingstrosen. Dank seiner jahrelangen Praxis und einer üppigen Sammlung im eigenen Garten, kam das Publikum in den Genuss detaillierter Empfehlungen. Neben der Sektion Onaepia, stelle Erhardt die opulenten Blütenvariationen der robusten Paeonien (Staudenpaeonien) und der etwas heikleren Sektion Moutan (Baumpaeonien) vor. Wären nicht die hohen Kosten, so würde er sich noch viel mehr von den sog. Itoh Hybriden einer Kreuzung der Stauden- und Baumpaeonien zulegen, so Ehrhardt. Besonders interessant an dieser Kreuzung seien die vorteilhaften Eigenschaften. „Sie verhalten sich von der Brillianz der Blüte wie die Strauchpfingstrosen, ziehen aber ein, was der Winterhärte gerade in raueren Gegenden sehr entgegenkommt, so der Pfingstrosenspezialist.

Heilende Kraft der Kräuter
Kurzweile 3 Stunden referierte Frau Johanna Eisner zum Thema „Heil- und Gewürzkräuter“. Dank ihrer authentischen natürlichen Ausführungen und vielen mitgebrachten Proben, war das Publikum trotz der Menge an Informationen auch am Ende der Veranstaltung noch wissbegierig. Akribisch wurden die mitgebrachten Rezepte notiert und Notizen für zu Hause gemacht. Neben Verwendungsbeispielen von Kräutern wie Rosmarin, Basilikum, Beifuß in der Küche wurde auch der heilende Aspekte vieler Kräuter angesprochen

Ein sehr wirksames Mittel gegen Blutergüsse seien Wickel mit Vogelmiere. Die oft als lästiges Unkraut missachtete Pflanze werde hierzu kurz in kochendes Wasser gegeben, das Kraut anschießend in ein Tuch gebracht und für Wickel verwendet.

Lästig juckende Insektenstiche könnten leicht mit aufgelegten Spitzwegerichblättern kuriert werden. Zerquetscht oder kurz angekaut und auf die betroffenen Stellen gelegt, werde der Juckreiz schnell verschwinden.


 

 

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  Auf offenen Ohren stießen die Ausführungen von Johanna Eisner zum
Thema Heil- und Gewürzkräuter. Rezepte wurden akribisch notiert und die
mitgebrachten Proben neugierig versucht.