Apfelsorten vor Ort testen
 

Kreisverband für Gartenbau öffnet Obstmuttergarten in Einberg für Interessenten

(TN) Der Herbst ist trotz des Angebotes an Containerpflanzen, die während des ganzen Jahres gepflanzt werden können, nach wie vor die klassische Pflanzzeit für Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Kirschen. Durch die Herbstfeuchte und das milde Wetter wird noch vor dem Winter das Anwachsen gefördert, da Wurzeln bei Temperaturen über 4 Grad flott weiter wachsen.

Da im Gegensatz zum schnell rotierenden Sortenkarussell des Gemüseanbaus Obstgehölze für viele Jahre den Besitzer begleiten, und auf stark wachsenden Unterlagen nicht selten erst nach 10 Jahren so richtig in den Vollertrag kommen, sollte die Sortenauswahl mit Bedacht und Sachverstand durchgeführt werden, so man spätere Enttäuschungen vermeiden will.

Anregungen für die Sortenauswahl bieten neben Sortenlisten, Empfehlungen von Fachleuten oder Bekannten, bzw. Nachbarn, natürlich am besten eigene Erfahrungen oder Kostproben. Dies ist bei Früh- und Herbstsorten, die direkt vom Baum gegessen werden können, kein Problem. Bei Wintersorten, die erst auf dem Lager reifen, ist dies etwas schwieriger, denn sie schmecken unreif nicht.

Alte und neue Sorten
Der Kreisverband Coburg für Gartenkultur und Landespflege unterhält seit 1979 am Ortsrand von Einberg einen Obstmuttergarten, der vor allem zum Schnitt von Edelreisern genutzt wird. Während im alten Areal ca. 20 ältere Sorten, wie die bewährten Sorten Gravensteiner, Dülmener Herbstrosenapfel, Berner Rosenapfel, Zucchalmaglio Renette oder Danziger Kantapfel gedeihen und regelmäßig fruchten, findet man in der Erweiterung des Jahres 1999 eine Vielzahl aktueller neuere Apfelsorten wie Florina, Pinova, Rewena, oder Pilot. Auch Zwetschgen, Birnen und Kirschen sind vertreten. Insgesamt wurden im neuen Teil der Anlage etwa 50 neue Sorten an Kern- und Steinobst aufgeschult. Viele davon sind mittlerweile schon im Ertragsstadium.

Pflanzpläne beim Kreisfachberater
Wer die Sorten vor Ort anschauen möchte, um sich Anregungen zu holen, und die eine oder andere Kostprobe vom Baum nehmen will, kann vorbereitete Pflanzpläne mit den eingezeichneten Sorten bei Kreisfachberater Thomas Neder am Landratsamt Coburg abholen und sich hiermit die Legitimation für Kostproben vor Ort erwerben.

Kostproben ja, Obsternte nein
Dieser Service des Kreisverbandes gilt sowohl für Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine, als auch für nichtorganisierte Mitglieder. Ausdrücklich möchte der Verband allerdings darauf hinweisen, dass die Anlage exklusiv für diese Aktion genutzt werden darf. Organisierte Obsternte auf der Anlage ist untersagt.

Der alte Teil der Anlage liegt von Rödental Richtung Blumenrod kommend, nach der Abfahrt Einberg unmittelbar vor den ersten Häusern auf der linken Seite in der kleinen Talsenke oberhalb des Regenrückhaltebeckens und ist beschildert. Der neue Teil liegt davor auf der Hangkuppe.


 


 

 

Berner Rosenapfel, Gravensteiner, Jakob Fischer, Dülmener
Herbstrosenapfel, Danziger Kant und Zuccalmaglio Renette gehören zu den
bewährten älteren Apfelsorten, die im Einberger Obstmuttergarten
regelmäßig fruchten und mit Klima und Boden gut klar kommen.