Die Küchenschelle – ein Kind der Sonne
 


Die Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) blüht zeitig im Jahr fast zeitgleich mit der Osterglocke und eröffnet mit einem bunten Paukenschlag unterschiedlicher Farbtöne den Frühling. Neben der violetten Wildform sind mittlerweile auch rote und weiße Gartentypen im Handel. Küchenschellen gedeihen in der freien Natur vor allem im Kalk- und Sandmagerrasen. Mit ihren bis zu 1 m tief reichenden Wurzeln trotzen sie auch längeren Trockenperioden. Die pollen- und nektarreichen Blüten werden gerne von Bienen und Hummeln besucht. Ihre Samenstände, die als sog. Federschweifflieger vom Wind verbreitet werden, geben der Pflanze auch nach der Blüte noch länger ein interessantes Aussehen.
Wer die Pflanze im Garten dauerhaft ansiedeln möchte, benötigt einen durchlässigen mageren Boden mit gutem Wasserabzug. Küchenschellen sind Sonnenkinder und wollen einen Platz in der vollen Sonne. Der Steingarten wäre hierfür der ideale Standort. Starke Wurzelkonkurrenz anderer Pflanzen und Überdüngung wird nur schlecht vertragen.
Die Pflanze ist in allen ihren Bestandteilen giftig. Sie wird in der Homöopathie gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt.
Die Gewöhnliche Küchenschelle wurde vor einigen Jahren zur Blume des Jahres gewählt, um auf ihren bedrohten Status aufmerksam zu machen.

Fotos: Thomas Neder