Der Apfelwickler oder „Wurm im Apfel“
Möglichkeiten der biologischen Bekämpfung
 

(TN) Während bei Apfelhochstämmen der eine oder wurmige Apfel nicht weiter ins Gewicht fällt, können „wurmige“ Äpfel auf schwachen Unterlagen, wo man sich auf eine übersichtliche Zahl von Früchten freut, sehr lästig werden.

Die Schäden werden durch einen kleinen ca. 14 bis 20 mm großen braunen Schmetterling, oder besser gesagt durch dessen Larven verursacht. Die Larven bohren sich nach der Eiablage auf die noch kleinen Äpfel ins Innere der Frucht und führen oft zu vorzeitigem Fruchtfall. Die Früchte werden durch den Befall entwertet.

Je nach Witterung, was bei den momentanen Wetterkapriolen nicht mehr so einfach vorherzusagen ist, fliegen die Falter ab etwa Mitte Mai, wenn die Temperaturen 14 bis 16 Grad erreicht haben. Ab Ende Mai, Anfang Juni beginnen die Weibchen mit der Eiablage. Nach etwa 10 bis 14 Tagen schlüpfen die kleinen Räupchen und bohren sich nach kurzer Wanderschaft ins Innere der Frucht. Nach etwa 4 Wochen seilen sie sich dann an dünnem Faden aus dem beschädigten Apfel ab und suchen sich unter der Rinde oder im Boden ein Versteck zum Verpuppen, wo sie dann überwintern.
In warmen Jahren tritt im August eine 2. Generation auf, die besonders starke Schäden verursacht.

Eine natürliche und vor allem wirksame Bekämpfung ist im Hausgarten nicht ganz einfach. Profianbauer greifen in großen zusammenhängenden Apfelplantagen auf das Prinzip der Verwirrmethode zurück. Hierbei verbreiten kleine Dispenser Wolken von Sexuallockstoffen, welche es den Männchen erschweren, die Weibchen zu finden und zu begatten. Aus den unbefruchteten Eiern schlüpfen dann keine Larven. In den zerstreuten und kleinen Anlagen der Privatgärten führt dies leider nicht zum erwünschten Erfolg. Nach ähnlichem Prinzip arbeiten die sog. Apfelwicklerfallen für den Hobbyanbau. Diese dienen aber primär zu Bestimmung des Flugzeitpunktes.

Eine Erfolg versprechende Alternative ist der Einsatz von Granupom, einem biologischem Spritzmittel bestehend aus Granuloseviren zur Bekämpfung von Maden in Äpfeln und Birnen. Das Mittel ist unschädlich für Nützlinge und Bienen und hat sich nach Erfahrungen von Kreisfachberater Thomas Neder am Obstlehrgartens des Kreisverbandes gut bewährt. Um seine Wirkung zu entfalten, muss das Mittel von den Obstmaden gefressen werden. Nach dem Schlüpfen der Larven ca. Anfang Juni müssen die Blätter und Früchte gleichmäßig benetzt werden. Da im Jahr auch zwei Generationen auftreten können, sind im Abstand von ca. 10 Tagen bis zu 6 Anwendungen angesagt.

Das Aufsammeln und Entsorgen von befallenem Fallobst versteht sich zur Vorbeugung von selbst. Auch freilaufende Hühner, welche die im Boden versteckten Larven aufpicken, sind ein Beitrag zur Befallsreduzierung. Wellpappe- Fangürtel, die man ab ca. Ende Juni um die Stämme legt, sind als Verstecke für sich verpuppende Larven gedacht. Sie müssen bis ca. September regelmäßig auf sich darunter befindliche Puppe untersucht werden.

 


Apfelwickler Hyperparasit:
Natürliche Feinde des Apfelwicklers sind z.B. Schlupfwespen, die ihre Opfer noch im Apfel
sitzend parasitieren.




Apfelwicklerbefall:
Besonders die 2. Generation der sog. Obstmade verursacht
große Schäden während der Fruchtreife.






Die Verwirrmethode mittels Pheromonkapseln ist mittlerweile eine Standardmethode zur Bekämpfung
des Apelwicklers im integrierten und biologischen Apfelanbau.





Fotos: Thomas Neder