Gartenpflegekurse
 

Clematis, Pilze und kleines Obst für Gartenliebhaber
(TN) Aktuelle Themen rund um den Garten servierte der Kreisverband Coburg für Gartenkultur und Landespflege e.V. seinen Mitgliedern und interessierten Gartenfreunden.
Auf dem Programm standen die Themen: „Clematis und Co“, „Anbau von Speisepilzen im Hausgarten“, und „Obstanbau für kleine Gärten“.

Robuste Viticellas gegen Clematiswelke
Der ehemalige Präsident der internationalen Clematisgesellschaft Klaus Körber von der LWG Veitshöchheim, eröffnete mit einem Farbspektakel zum Thema Clematis die Veranstaltung. „Bei Clematis kommt es vor allem auf die Sortenauswahl an“, so Körber. Der gefürchteten Clematiswelke könne man am besten aus dem Weg gehen, indem man sich vor allem auf „Viticellas“ - sommerblühende Sorten rund um die italienische Waldrebe konzentriere. Die Formenvielfalt dieser Gruppe sei sehr groß. Von kleinen Glöckchen bis zur stolzen 10 cm großen Blüte sei fast alles zu haben. Zu seinen Favoriten zählte er die kleinblütige weiße `Alba Luxurians`, und die hellblaue `Betty Corning`. Bei den größer Blütigen erwähnte er die dunkelrote Top- Sorte `Rubra` und unter den Hybridblütigen zählte er `Prince Charles`, und z.B. `Polish Spirit` zu seinen Lieblingen. Um die Pflanze kompakt zu halten und mit Rosen oder Gehölzen zu kombinieren, empfahl Körber einen jährlichen Rückschnitt der Viticellas bis dicht über den Boden.

Nicht minder interessant so Körber seien die robusten kleinblumigen Clematis mit Wildcharakter aus der Alpina-, Macropetala-, und Montana Gruppe. Hier empfahl er einen eher zurückhaltenden Schnitt, der wenn, dann nach der Blüte erfolgen solle.

Das Hineinranken in Sträucher das sog. „Clematifizieren“ schaffe besonders reizvolle Kombinationen. Auch die Partnerschaft mit Kletterrosen könne besondere Synergien freisetzen. Bei den Kletterrosen zählte er die orangegoldene Sorte `Compassion`, die blutrote `Santana`, und z.B. die gelbe ´Golden Gate` zu seinen Auserwählten.

Inhaltsreiches Wildobst – Kleines Stein-und Kernobst
Kreisfachberater Thomas Neder berichtete von den ersten Ergebnissen aus dem Obstlehrgarten. Neu im Sortiment sei die zusammen mit den ersten Erdbeeren reifende Maibeere, die im Geschmack an Heidelbeeren erinnere, angenehm aufgefallen. Sehr robust und hervorragend für die häusliche Verarbeitung seien die Apfelbeeren. Als wahre Vitamin C Bombe könne die Zierquittensorte `Cido` bezeichnet werden. „Interessant bei den Kornelkirschen sind die neuen Sorten `Kasanlaker` und und `Jolico`, deren Früchte deutlich größer als die der Wildarten sind“ so Neder. Die vitaminreichen Wildrosenarten PiRo3, die schlanke Auslese `Ballerina` bei den Felsenbirnen und die Mährische Eberesche, einer Mutante der Vogelbeere, ergänzten die Palette an Wildobstarten im Lehrgarten. Gut bewährt habe sich eine Mischung aus 60% Weißtorf, 30% Rhodohum, und 10% Blähschiefer als Substrat für Heidelbeeren, Preiselbeeren und Cranberries. Bei den Johannisbeeren fielen die rosa Sorte `Rosalinn` die weiße `Primus` und die schwarze `Bona` auf. Interessant für Kinder sei besonders die dornenlose Stachelbeere `Spinefree`. Sowohl vom Geschmack als auch von der Robustheit bestach die Himbeersorte `Weirula`, eine späte Neuzüchtung aus Weihenstephan. Um Stein- und Kernobst auf kleinem Raum zu kultivieren, sind so Kreisfachberater Thomas Neder schwachwachsende Unterlagen unerlässlich. Mit dem Erziehungssystem des Central Leader könne man ohne großen Schnittaufwand die Bäume schnell zum Fruchten bringen und die Höhenentwicklung unter Kontrolle halten.

Pilze auf Stroh und Holz
Welche Pilzarten für die Kultur im Hausgarten in Frage kommen, beantwortete der engagierte Vortrag von Friederike Mugele, der 1.Vorsitzenden des Kreisverbandes Ebersberg. Für die einjährige Kultur auf Stroh empfahl Mugele z.B. die bekannte Braunkappe und den Austernseitling. Wenn es etwas Exotischer sein soll, wäre der Rauchblättrigen Schwefelkopf, das Stockschwämmchen, oder der Südlichen Schüppling eine Alternative. Etwas mehr Geduld erfordere der mehrjährige Anbau auf Holz. Hierfür empfahl die Referentin z.B. den Shiitake Pilz, einer der besten Zuchtpilze überhaupt, der den Vergleich mit Trüffel und Morchel durchaus standhalte und einen hohen Gehalt an Selen, B12 und D2 aufweise. Besonders der hohe Anteil an Proteinen, Mineral- und Ballaststoffen und Vitaminen, mache den Pilzanbau zu Hause interessant. Das Wachsen auf unbelasteten Materialien unterstreiche den Gesundheitsfaktor. Um die Ernte aber auch genießen zu können, sei im Freiland eine sorgfältige Schneckenabwehr unerlässlich, so Mugele.


Foto: Thomas Neder

Wie man zu Hause Pilze auf Stroh, Holz oder auf speziellen Substraten kultiviert zeigte der Vortrag von Friederike Mugele.