Stamm weißeln – Top Saatgut bestellen – Gehölze aussäen
Tipps vom Kreisfachberater
 

Gehölze aussäen
Während sich Forsythien, Deutzien, Zierjohannisbeeren oder Bauernjasmin leicht vegetativ mittels Steckhölzer vermehren lassen, ist vor allem bei hartholzigen Gehölzen die generative Methode der Aussaat zu bevorzugen. Leicht samenvermehrbar sind z.B. Eschenahorn, Feuerahorn, Cotoneasterarten, Wildrosen oder z.B. auch die seltenere Koelreuterie. Prinzipiell kann in Anlehnung an die natürlichen Abläufe schon ab Ende der Samenreife im Herbst ausgesät werden. Zur Entfernung des Fruchtfleisches eignet sich sehr gut ein konventioneller Haushaltsshaker. Als Aussaaterde verwendet man eine lockere sandige Erdmischung. Viele Gehölze benötigen eine mehr oder weniger lange Phase niedriger Temperaturen zur Überwindung der Keimhemmung. Die Aussaatgefäße werden daher regengeschützt und katzensicher im Freiland aufgestellt. Notfalls werden nicht keimwillige Samen in ein mit Sand gefülltes Glas im Kühlschrank bis zur Keimung aufbewahrt (stratifiziert) und dann normal ausgesät, sobald die Keimlinge sichtbar sind.

Hochwertiges Saatgut lohnt
Während der ruhigen Winterszeit lohnt es sich, einen prüfenden Blick auf die angebotenen Neuzüchtungen beim Gemüse zu werfen. Auch wenn die neuen Zuchtformen oft nicht ganz billig sind, lohnt zur Vermeidung von Krankheiten und Schädlingen die Investition. Ein Dauerbrenner ist z.B. die Möhrensorte `Ingot F1`, die von der Möhrenfliege gemieden wird. Resistent gegen die wichtigsten Bohnenkrankheiten ist z.B. die Buschbohne `Divara`. Hochtolerant gegen die Braunfäule hat sich die Stabtomate `Phantasia` erwiesen. Ein hervorragendes Aroma bei gleichzeitiger Toleranz gegen kühle Witterung zeigt die Paprikasorte `Pinokkio`. Sehr einfach ohne Schnitt lässt sich die Mini Aromagurke `Printo F1` anbauen.

Stammweißeln fast vergessen - aber wirkungsvoll
Auf dem Vormarsch ist in der letzten Zeit das sog. Steinobststerben. Die Folge ist das Absterben von Astpartien oder ganzer Bäume. Diese Krankheit beruht auf einen Befall mit dem Bakterium Pseudomonas syringae, das mit dem Regenwasser verbreitet wird. Befallene Rindenpartien äußern sich durch eingesunkenes verbräuntes Rindengewebe. Einmal eingedrungen, vermehrt sich das Bakterium vor allem im Winter. Eintrittspforten sind vor allem kleine Spannungsrisse, die an klaren Wintertagen auf der Südseite der Stämme und Astpartien entstehen. Diese Verletzungen der Rinde können durch das Weißeln stark reduziert werden. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang ein Verschieben des Schnittes bis ins Frühjahr, da der Baum Schnittwunden dann besser verschließen und sich vor Infektionen besser schützen kann.

Zur Rindenpflege älterer Bäume kann nach wie vor der traditionelle Rindenschaber eingesetzt werden. Apfelwickler, Apfelblütenstecher und Schildläuse lassen sich damit ggf reduzieren.

Zibarte- eine Wildpflaume für die Obstbrennerei
Kaum größer als Schlehen sind die Früchte der Zibarte, einer Wildpflaumenart, die schon von Hildegard von Bingen beschrieben wurde und seit spätkeltischer Zeit in Mitteleuropa beheimatet ist. Die gerbstoffhaltigen Früchte werden vor allem in der Obstbrennerei geschätzt. Ein Exemplar wurde im Herbst am Obstlehrgarten gepflanzt ergänzt das Spektrum an interessanten Wildobstarten.


 

ViburnumOpulus:
Eine beliebte Winternahrung bei Amseln und Drosseln sind die leuchtend roten Früchte des Wasserschneeballs

   Liebesperlenstrauch:
Ein wahrer Hingucker sind die auffälligen Früchte des Liebesperlenstrauches
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      Hamamelis:
Dank der milden Witterung wagen sich die Blüten der Zaubernuss schon im Januar weit aus der Deckung

Fotos: Thomas Neder