Gehölze, die im Winter blühen
 

(TN) Zu keiner Zeit werden Blüten im Garten so intensiv und freudig wahrgenommen, wie in den lichtarmen Wintermonaten. Im Gegensatz zum Blütenfeuerwerk des Frühlings, wenn ein bunter Paukenschlag auf den anderen folgt, ist das Auge im Winter wesentlich detaill- verliebter und dankbar für jedes kleine Zeichen des Wiedererwachens in der Natur.
Winterblüher weisen häufig eine gestaffelte Blüte auf. Erfriert durch einen Kälteeinbruch ein Teil der Blüte, ist in der nächsten Wärmeperiode schon der nächste Blütenschub auf dem Vormarsch und sichert somit die Samenbildung. Um die Schäden durch Kälte möglichst klein zu halten, sind warme, windgeschützte Standorten auf warmen Böden von großem Vorteil.

Die Winterblüte ist in diesem Jahr durch den ungewöhnlich warmen Winter zwar besonders intensiv und verfrüht, aber durchaus nichts Ungewöhnliches.


Die Heckenkirsche mit dem süßen Winterduft
Lonicera purpusii – Die Duftheckenkirsche

Nicht nur die cremeweißen Blüten, die je nach Witterung von Dezember bis in den April hineine hinein erscheinen, sondern vor allem auch der angenehm süß milde Duft macht Lonicera purpusii (L. fragrantissima x L. standishii) zu einem interessanten Winterblüher. Der interessanten Duftnote verdankt der Strauch auch seinen deutschen Namen Duftheckenkirsche. Die Kreuzung entstand 1920 im botanischen Garten Darmstadt. Der Strauch ist mit einer Endhöhe von etwa 2m recht wüchsig. In der Kultur ist die Duftheckenkirsche problemlos. Die Zweige hängen elegant über. Der Wuchs ist recht dicht, weshalb der Strauch auch eine abschirmende Wirkung übernehmen kann. In milden Wintern oder an geschützten Standorten bleiben die Blätter teilweise bis zum Frühjahr am Strauch. Aus den Blüten entwickeln sich die bei den Heckenkirschen üblichen kleinen roten Früchte.

Der leuchtend gelbe chinesische Ranker
Jasminum nudiflorum – Winterjasmin

Der Winterjasmin ist einer hübschesten und anspruchslosesten Sträucher, die im Winter blühen. Robert Fortune brachte ihn 1844 von China nach Europa, wo er mittlerweile zum wohl bekanntesten Winterblüher zählt. Die leuchtendgelben Blüten erscheinen an den kahlen peitschenartigen Trieben, die elegant über Böschungen hängen oder sich wie eine Gerüstkletterpflanzen an Wänden emporranken. Wegen der Ähnlichkeit der Triebe mit denen des Ginsters wird er im Volksmund auch als Winterginster bezeichnet.

Je nach Kleinklima des Standortes reicht die Blüte vom Spätherbst bis in den Spätwinter. Wer mag, kann die Pflanze auch in Kübeln kultivieren und dann in Perioden strengen Frostes in Haus stellen, um Blütenschäden zu vermeiden

Der Winterjasmin erträgt zwar auch Halbschatten, blüht aber nur in der vollen Sonne wirklich üppig. Auf schweren Böden nimmt die Frosthärte deutlich ab, weshalb lockere warme Substrate zu bevorzugen sind.


Duftblüte schon im Februar
Chimonanthus praecox –Winterblüte

Die Winterblüte hat wie viele der bei uns kultivierten Winterblüher ihre Heimat in China. Sie ist ein mittelgroßer leicht zu kultivierender Strauch und schätzt einen geschützten Standort, der zum Ausreifen des Holzes und zum Schutz der Winterblüte sehr wichtig ist. Ideal ist der Schutz einer Mauer. Kennzeichnend sind die rauen oval-lanzettlichen Blätter. Die zart süß duftende Blüte ist blassgelb, und in der Mitte purpurn. Da junge Pflanzen recht blühfaul sind, werden einige Sorten auch veredelt.

Chimonanthus praecox `Grandiflorus` hat eine intensiver gefärbte gelbe Blüte und ist innen markant rot gefärbt. Chimonanthus praecox `Luteus` zeichnet sich durch eine reingelbe Blüte aus und blüht später als die Art.

Japans Liebling
Prunus subhirtella `Autumnalis` - Die Schneekirsche


Die Schneekirsche ist eine Kulturform und wird seit etwa 1500 in japanischen Gärten mit großer Leidenschaft und Hingabe gezogen. Je nach Sorte wird der Großstrauch etwa 3-5 m hoch. Die Zweige wachsen meist horizontal oder hängen schleppend über. In Abhängigkeit des Winterverlaufes erstrecken sich die Blühperioden vom Herbst bis ins Frühjahr.
Besonders tief rosa gefärbt sind die Blüten bei Prunus subhirtella `Pendula Rubra`. Die größten Blüten weist Prunus subhirtella `Stellata` auf . Sie ist seit etwa 1955 im Handel.

Der Unermüdliche unter den Winterblühern
Viburnum x bodnandense – Duftender Winterschneeball


Der duftende Winterschneeball ist ein ansprechender bis zu 3 m groß werdender Blütenstrauch, der zur Blütezeit dicht mit zartrosa Blüten garniert ist. Bekannt ist vor allem die Sorte `Dawn`. Die Blüten ertragen zwar geringe Minusgrade, erfrieren in geöffnetem Zustand bei Kälteeinbrüchen. Milde Perioden bringen dann aber bald wieder neue Blüten zur Entfaltung. Die in Büscheln sitzenden Blüten duften süß und erscheinen je nach Wetterlage in Schüben von Oktober bis April. An den Boden stellt er keine besonderen Ansprüche und ist auch mit halbschattigen Lagen zufrieden.


Die Zauberhafte
Hamamelis sp. – Die Zaubernuss


Die Zaubernuss ist mit einigen Arten sowohl in Nordamerika, als auch in Asien beheimatet. Charakteristisch sind die spinnen- oder riemenähnlichen Kronblätter. Sie sind wahre Blickfänge und verzaubern jeden Garten. Die Zaubernuss lässt sich Zeit mit dem Wachsen und will in ihrer Schönheit alleine wirken. Für eine Gruppenpflanzung in einer gemischten Hecke ist sie daher viel zu schade. Auf den Schnitt kann fast ganz verzichtet werden. Neben Ihrer Blüte fällt die wunderschöne Goldfärbung im Herbst auf. Die Blätter erinnern an die heimische Haselnuss. Von Winterbeginn bis zum Frühjahr zeigen die unterschiedlichen Zaubernussarten eine beeindruckende Blütenpracht. Das Farbspektrum reicht vom leuchtenden Gelb, über ein dezentes Karmin bis zum knalligen Rot. Als Standort sagt ihnen ein durchlässiger humoser Boden am besten zu.
Hamamelis mollis oder auch Lichtmess bzw. Chinesische Zaubernuss genannt, ist die wohl beliebteste Art. Besonders stark duftet die Sorte `Goldcrest`. Bis zu 3cm groß sind die schwefelgelben Einzelblüten bei der Zuchtform `Pallida.



Fotos: Thomas Neder

PrunusAutumnalis:
Die Schneekirsche ist eine Kulturform und wird seit etwa 1500 in japanischen Gärten mit großer Leidenschaft und Hingabe gezogen

  LoniceraPurpusii:
Nicht nur die cremeweißen Blüten, die je nach Witterung von Dezember bis in den April erscheinen, sondern vor allem auch der angenehm süß milde Duft macht die
Duftheckenkirsche zu einem interessanten Winterblüher


JasminHain:
Der Winterjasmin ist einer hübschesten und anspruchslosesten Sträucher, die im Winter blühen

Hamamelis:
Die Zaubernuss lässt sich Zeit mit dem Wachsen und will in ihrer Schönheit alleine wirken.



Chimonanthus:
Die Winterblüte hat wie viele der bei uns kultivierten Winterblüher ihre Heimat in China. Sie ist ein mittelgroßer leicht zu kultivierender Strauch

Viburnum:
Der duftende Winterschneeball ist ein ansprechender bis zu 3 m groß werdender Blütenstrauch, der zur Blütezeit dicht mit zartrosa Blüten garniert ist