Garten, Kunst und Musik als harmonisches Trio
Gartenfreunde genießen stimmungsvolles Ambiente am Lehrgarten
 
(TN) Auch wenn Gärtner ja bekanntlich kein schlechtes Wetter kennen war man dennoch froh, dass anlässlich des 1. Sommerfestes am Obstlehrgarten des Kreisverbandes die „Regenschleußen“ am grauen Sommerhimmel zumindest für einige Stunden geschlossen blieben.

Zu einem stimmungsvollen Dreiklang aus „Garten, Kunst und Musik“ konnte 1. Vorsitzender Landrat Karl Zeitler denn auch zahlreiche Freunde der Gartenkultur, Liebhaber der bildenden Künste und Anhänger klassischer Musik im stimmungsvollen Ambiente willkommen heißen. Besonders erfreut zeigte sich Landrat Zeitler darüber, dass der Verband dank zahlreicher Sponsoren und der Mithilfe der Obst- und Gartenbauvereine das Mammutprojekt Lehrgarten nicht nur finanziell meistern konnte, sondern dass das Konzept der Anlage bereits nach so kurzer Zeit im wahrsten Sinne des Wortes reichlich Früchte trägt. Ein dickes Dankeschön hatte Zeitler auch für die zahlreichen Helfer des Beirates und der Gartenbauvereine übrig, die zum Gelingen des Festes beitrugen.

Tricks und Kniffs im Umgang mit Strauchbeerenobst, Wildobst und Kern- und Steinobst auf schwachen Unterlagen vermittelten zwei ausführliche Rundgänge zu denen Kreisfachberater Thomas Neder einlud. Besonders angetan waren die Gartenfreunde von den Rezepten zur Erziehung von Formobstspalieren, wie der Verrier-Palmette, dem senkrechten Kordon oder dem Doppel V-Spalier. Aber auch die 3 Ast-Hecke bei Johannisbeeren kam bei den Besuchern gut an. Vielfach wurde der Bleistift gespitzt, um einige der mittlerweile ca. 170 Sorten zu notieren und für den eigenen Garten vorzumerken. Geschmacklich hatte es den Besuchern vor allem das milde Aroma der schwarzen Johannisbeerensorte `Bona` angetan. Bei den Himbeeren schmeckten vor allem die neuen robusten Zuchtformen `Rubaca` und `Weirula`. Verblüfft waren viele Besucher, wie hervorragend Kulturheidelbeeren, Preiselbeeren und Cranberries auch bei uns wachsen, wenn die Substratmischung stimmt.

Mit viel Gefühl integrierte der Coburger Künstler Hannes Zips seine künstlerischen Exponate in das Rondell der Anlage und verlieh dem Garten hierdurch eine besondere Note. Als durchaus zeitkritisch sind einige seiner Werke zu verstehen. So zum Beispiel der „Mann in gesicherter Position“, der trotz seiner sicheren Stellung Schwierigkeiten hat, und keinerlei Spielraum für irgendeine Bewegung sieht, oder der „Mann im Wagen“, der als Parodie auf die Generation der „Besitzer“ zu verstehen ist. Die Ausstellung von Hannes Zips kann auch in den nächsten Wochen noch im Obstlehrgarten besichtigt werden.

Vertikale Rankhilfen aus Weiden an denen robuste Clematis Viticella Hybriden farbliche Tupfer zaubern und eine Reihe von Weidenkreationen luftig über den Spalieren schwebend steuerte die staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels bei.

Musik vom Feinsten servierten die vier Berufsmusiker des Quartetts Aulos Stringendo, das Dank der finanziellen Unterstützung der Sparkasse Coburg – Lichtenfels engagiert werden konnte. Mit traumwandlerischer Sicherheit und technischer Brillanz ertönte Melodisches von Mozart und Haydn und Nachdenkliches von Kurt Beythien. Jazzig heiter interpretierten Barbara Bode, Dagmar Puttkammer, Katharina Häcker und Gernot Nutzenberger Jean Francaix`s Quartett für Violine, Viola, Violoncello und Englischhorn und sorgten hiermit für einen musikalischen Ausklang, der den Musikfreuden noch lange in bester Erinnerung bleiben dürfte.
 


Musik vom Feinsten servierte das Quartetts Aulos Stringendo, bestehend aus Musikern der Bamberger und Nürnberger Symphoniker.



"Sänftebesitzer" heißt der Titel dieses Werkes von Hannes Zips. Landrat Karl Zeitler und Hannes Zips erlösen den Sänftebesitzern von seinen Hoffnungen auf Träger.

Auch wenn es sonst nur bei offiziellen Führungen erlaubt ist,
wurde bei den Rundgängen am Sommerfest auch mal ein Auge zugedrückt



Vielfach wurde der Bleistift gespitzt, um einige der mittlerweile
ca. 170 Sorten zu notieren und für den eigenen Garten vorzumerken.


Fotos: Thomas Neder