Bezaubernde Bergwelt - Paradiesische Obstgärten – Italienische Küchenspezialitäten

Sonderzug des Kreisverbandes Coburg für Gartenkultur und Landespflege e.V. zu Gast in Welschtirol

 

(TN) Dimaro in majestätischer Bergkulisse der Brenta - Dolomiten war das Ziel der von Ehrenvorsitzenden Karl Lemser geplanten Sonderzugreise, zu der 1. Vorsitzender Landrat Karl Zeitler ca. 280 Reiseteilnehmer begrüßen konnte. Trotz der 766m über dem Meeresspiegel erwartete die Coburger Gartenfreunde bereits im Mai ein hitziges Vorspiel des italienischen Sommers. Ein lautstarkes Grillenkonzert am Abend und mediterrane Backofenwärme erwiesen dem Val de Sol - dem Sonnental - alle Ehre. Hausgemachte Pasta und köstliche Lasagne ließen schon am ersten Abend die Herzen der Freunde italienischer Küche höher schlagen.

Durch das alte Zollhaus in Dimaro ging es in zahlreichen Serpentinen steil bergauf über den 1822 hohen Carlo-Magno Pass nach Madonna di Campiglio, einem der begehrtesten italienischen Wintersportorte. Trotz scheinbar intakter Natur sorgt man sich auch hier um die Folgen der Klimaerwärmung. „Die Gletscher schwinden schneller als gedacht, schneearme Winter werden häufiger und die Sommerniederschläge machen sich rar“ so die Aussagen einer Reiseleiterin. Die fast 100m hohen spektakulären Wasserfälle von Nardis im Genova Tal sprudelten aber noch üppigst und ließen den Blütensaum am Waldrand mit Wiesenraute, Akelei und Fingerhut als Leitpflanzen aufleuchten.

In die majestätische Ruhe der Hochgebirgswelt entführte eine Fahrt mit dem Bernina Express. Über den mächtigen Tonale und Aprica Pass, beides vielbesuchte Ausflugsziele von Wintersportlern führte eine Bergtour mit den Bussen nach Tirano, wo man auf die leistungsstarke Hochgebirgsbahn umstieg. Auf `singenden` Schienen ging es in eng gezogenen Radien kraftvoll mit bis zu 70% Steigung hinauf bis auf 2253m zur Passhöhe Ospizio Bernina, bevor es langsam durch Schneefelder, blaugrünen Bergseen und blühenden Matten der Hochgebirgsflora bergab ins schweizerische St. Moritz ging.

Durch Millionen fruchtender Obstbäume in umhegten Obstgärten führte eine Tagestour mit der Schmalspurbahn Vaca Nonesa in die Provinzhauptstadt Trient - terracotta farbene Dächer und Fassaden, spitze Kirchtürme auf den umliegenden Hügeln und das Dolomit der wolkennahen Bergspitzen als wechselnde Begleiter. Bei cafe doppio oder caffe coretto konnte man sich inmitten geschäftiger Obst-, Gemüse-, und Blumenhändler schnell mit dem italienischen dolce vita anfreunden und etwas vom anspruchsvollen Programm entspannen. Über den hochtechnisierten Stand einer modernen Weinkellerei, angefangen von der Traubenlese bis zum Abfüllen der ausgebauten Weine informierte der Produktionsleiter der Cantina Aldeno, einer Genossenschaft lokaler Erzeuger. Noch heute stehen neben riesigen Stahlbottichen die alten Eichenholzfässer, die zum Ausbau edler Rotweine verwendet werden und zumindest einen Hauch von Romantik vermitteln. „Auf die Verwendung von Holzchips zur Abkürzung des Ausbaus verzichtet die Cantina Aldena freiwillig – zumindest so lange wie es der Markt zulässt“, so die Verantwortlichen. Neue Freunde Trentiner Weine schaffte eine Weinprobe ausgewählter Weinsorten. Neben dem kräftigen Müller-Thurgau, der vor allem in Höhen über 600 m angebaut wird, dem milden Marzemino und dem modernen Merlot wurde auch der süße Moscato Giallo verkostet.

`Gänsehautfeeling` herrschte am gemütlichen Abend, als der 25 köpfige Männerchor Coro Monte Peller eine Auswahl gefühlvoller Berglieder zum Besten gab. Man konnte kaum glauben, welch zarten und weichen Töne Chorleiter Paolo Lorenzoni den Kehlen der gestandenen Männer entlocken konnte. Die Coburger Gartenfreunde waren sichtlich beeindruckt. Karl Zeitler nutzte die Gelegenheit, um sich bei Ehrenvorsitzenden Karl Lemser und Kassier Siegfried Wittmann für die Organisation der Reise zu bedanken. Sei Dank galt auch den Busbetreuern, 2. Vorsitzenden Stephan Schlechtweg, 3. Vorsitzenden Annette Eppler, Herbert Hartung, Walter Schirmer, und Kreisfachberater Thomas Neder, sowie Herrn Dr. Martin Lücke für die ärztliche Betreuung.

Botanischer Höhepunkt der Reise war sicherlich der Besuch des Botanischen Gartens von Schloss Trautmannsdorf, der 2005 zum schönsten Garten Italiens gewählt wurde. Die 12 ha große Anlage, die täglich von 25 Fachkräften gehegt und gepflegt wird, bietet in terrassenförmigen Themengärten, Gartenarchitektur aus aller Welt, ohne hierbei überladen zu wirken. Sonnengärten mit uralten Olivenbäumen und hochgewachsenen Zypressen ließen die Gärtnerherzen ebenso höher schlagen wie die typischen Weinpergolen mit Lagrein und Vernatsch, alten Südtiroler Weinsorten. Ein Einkaufsbummel in der Meraner Laubengasse, mit Mittelpunkt der stimmungsvollen Stadt an der Passer, ließ die erlebnisreiche Reise ausklingen.

 
Dass der Kreisverband seinen Teilnehmern nicht nur ein erlesenes fachliches Programm bietet, sondern auch die Gesellschaft pflegt, macht die Reisen bei vielen Teilnehmern so beliebt.




Über die neuesten Produktionstechniken und Weintrends informierte ein Besuch in der Weinkellerei Cantina Aldeno Die bezaubernde Bergwelt der Brenta Dolomiten war das Ziel des Sonderzuges 2007
 
Botanischer Höhepunkt der Reise war sicherlich der Besuch des Botanischen Gartens von Schloss Trautmannsdorf, der 2005 zum schönsten Garten Italiens gewählt wurde.



Magnolia magnifica hatte es den mit ihren riesigen Blüten und zarten Duft den Spezialisten unter den Gartenfreunden besonders angetan.

Bei cafe doppio oder caffe coretto konnte man sich auf dem Marktplatz von Trient inmitten geschäftiger Obst-, Gemüse-, und Blumenhändler schnell mit dem italienischen dolce vita anfreunden
und etwas vom anspruchsvollen Programm entspannen.

 

Fotos: Thomas Neder