Buchsbaumsterben durch Pilzerkrankung
 

(TN) Zum Leidwesen vieler Buchsbaumliebhaber verbreitet seit einiger Zeit die Pilzerkrankung des Buchsbaumsterbens (Cylindrocladium buxicola ) mit rasanter Geschwindigkeit aus.

Die Krankheit hat seit dem Jahr 2004 immense Schäden verursacht. Die wichtigsten Symptome sind braune zum Rand hin meist dunkler gefärbte Flecken auf den Blattspreiten. Bei zunehmendem Befall fließen sie zusammen und es kommt zum Blattfall und zum Absterben der Triebe, die schwarze Streifen aufweisen. Typisch für Cylindrocladium buxicola ist das gleichzeitige Auftreten von Blattfall und Schwarzfärbung der Triebe.

Voraussetzung für einen Befall sind nasse Blätter, die mindestens 5 Stunden benetzt sein müssen –bei dem verregneten kühlen Sommer im Jahr 2007 also ideale Ausgangsbedingungen. Nach dem Auskeimen der Pilzsporen sind nach etwa einer Woche die ersten Blattflecken erkennbar. Zwar lässt sich eine witterungsbedingte Blattnässe kaum vermeiden, so kann man aber beim Gießen zumindest darauf achten , dass das Wasser direkt an die Wurzeln und nicht auf die Blätter kommt. Abgestorbene Pflanzen sollten mit dem gesamten Laub entfernt werden. Da die Dauersporen bis zu 5 Jahre im Boden weiterleben können, empfiehlt sich auch ein Abtragen der obersten Bodenschicht. Werden befallene Pflanzenteile selektiv entfernt, sollten die verwendeten Gerätschaften und besonders Scheren desinfiziert werden.

Beim Kauf kann man durch die Sortenwahl etwas entgegensteuern: Als hoch anfällig gelten die Sorten Buxus sempervirens `Suffroticosa`, `Rotundifolia`, `Handworthiensis`, und `Raket`. Als relativ robust gelten die Sorten `Àrborenscens` und `Elegantissima`. Das gleich gilt für Buxus microphylla `Faulkner` und `Herrenhausen`. Letztendlich können aber alle Buchsarten befallen werden. Deshalb bereits beim Kauf, ganz besonders auf mögliche Symptome achten und keine erkrankten Pflanzen erwerben.

Um die ganze Sache noch etwas zu erschweren, gibt es neben dieser Pilzerkrankung noch einige andere Pilze mit ähnlichen Symptomen.
Beim Buchsbaumkrebs oder dem Zweigsterben (Volutella buxi) sterben die Triebspitzen. Auch hier gibt es Blattflecken auf den Blättern. Zusätzlich findet man Wucherungen an älteren Trieben. Streifen und Flecken auf den Trieben fehlen.

Bei der Buxwelke (Fusarium buxicola) vergilben die Blätter zweigweise, die Triebe sterben ab. Die Rinde der Triebe ist umfassend dunkel gefärbt. Sie wird weich und stirbt flächig ab.

Sollte 2008 wieder ein heißer trockener Sommer werden, kann sich das Problem entschärfen, denn der Pilz wächst nur bis 30 Grad. Ab 33 Grad stirbt das Pilzgeflecht ab.

 


 
Typisch für das sog. Buchsbaumsterben (Cylindrocladium buxicola) ist das gleichzeitige Auftreten von Blattfall und Schwarzfärbung der Triebe.
(Fotos Thomas Neder)