Nisthilfen für Solitärbienen - Spannende Beobachtungsobjekte
 

(TN) Viele Bienenarten leben nicht in Staaten, sondern sind als Solitär- oder Einsiedlerbienen bekannt. Sie sind für die Bestäubung im Garten auch besonders deshalb von Bedeutung, da sie nicht auf blühende Massenträger angewiesen sind. Gerne nehmen sie sich auch der kleinen Blütennischen im Garten an und leisten bei ihrem Besuch wie unsere geschätzte Honigbiene wichtige Bestäubungsdienste. Angebohrte Holzblöcke aus Hartholz, mit Regendach versehen, oder regengeschützt aufgehängt, werden gerne und in kurzer Zeit als Niströhren angenommen. Sie bieten interessante Beobachtungsobjekte, und mit etwas Geduld wird man auch mal den einen oder anderen Überraschungsgast beobachten können.

Angelockt von der Vielzahl von Solitärbienen auf kleinem Raum finden sich auch. Schlupfwespenarten und andere parasitische Hautflügler ein, die vom reich gedeckten Tisch profitieren möchten. Viele von ihnen versuchen, ähnlich dem Kuckuck, ihr Ei noch vor dem Schließen der Brutkammern den Bienen „unterzujubeln“. Angeheftet an das Ei oder dem Jugendstadien der Solitärbiene entwickelt es sich dann auf dessen Kosten weiter. Spektakulär wird es dann, wenn große Hautflüglerarten sich ihrer langen Legeröhren bedienen, um die Barriere bereits verschlossener Niströhren zu überwinden. Auch wenn es manchmal gelingt, das Ei „illegal“ ins gemachte Nest zu legen, wissen sich manche Einsiedlerbienen dadurch zu helfen, indem sie die erste der hintereinander liegenden Brutkammern einfach leer lassen und somit dem Eindringling ein Schnäppchen schlagen. Manchmal kommt es aber auch vor, dass sich die Schlupfwespe beim Einsatz ihres langen Legestachels selbst in große Schwierigkeiten bringt und beim akrobatischen „Bohrmanöver“ ihren Stachel (und ihr Leben) verliert.

Verschiedene Formen von Nisthilfen für Solitärbienen sind mit ausführlichen Texttafeln am Obstlehrgarten des Kreisverbandes am LRA Coburg angebracht. Der Garten ist bis Ende Oktober geöffnet.



Fotos: Thomas Neder
          
Spektakulär wird es, wenn wie hier große Hautflüglerarten sich ihrer langen Legeröhren bedienen,
um die Barriere bereits verschlossener Niströhren von Solitärbienen zu überwinden.