Gartentipps für den Monat Dezember
 

Wintergemüse mit Vlies abdecken
(TN) Grünkohl, Lauch, Rosenkohl, Zuckerhut und Feldsalat sind hart im Nehmen. So diese wertvollen Vitaminspender noch nicht abgeerntet sind und man sich so lange es noch geht an der „Gemüsetheke“ im Garten bedienen möchte, sollte man sie jetzt, bei Einsetzen stärkerer Fröste mit einem Vlies abdecken. Der alte „Einschlag“ an geschützter Stelle im Freien ist zwar etwas aus der Mode gekommen, macht aber nach wie vor Sinn.

Schnittlauch und Petersilie antreiben
Mit wenigen Handgriffen kann die Gemüse- bzw. Kräuterernte auf dem Fensterbrett weitergehen. In faustgroße Stücke geteilte Schnittlauchballen können in Töpfe gesetzt und bei 15 bis 20 Grad angetrieben werden. Das Gleiche funktioniert übrigens auch bei Petersilie sehr gut.

Weißanstrich vorverlegen
Das Steinobststerben an Kirschen und Zwetschgen hat in den vergangenen Jahren stark um sich gegriffen. Es wird u. a. verursacht durch das Bakterium Pseudomonas syringae, das durch Risse oder andere Verletzungen in den Stamm eindringt. Praxistests haben ergeben, dass es zweckmäßig ist, zum Weißanstrich junger Bäume einen Zusatz von etwa 3% Kupfer zu geben. Dieser altbewährte Weißanstrich sollte unter diesen Aspekten am besten schon in den Dezember vorverlegt werden.

Tipps zur Baumpflanzung
Solange der Boden noch nicht gefroren ist, können Rosen, Sträucher und viele Bäume auch jetzt im Dezember noch gepflanzt werden. Bei Bäumen, die aus Baumschulquartieren gerodet und als Ballen- oder wurzelnackte Ware geliefert werden, ist man bedingt durch zahlreiche Ausfälle und Stammschäden an Bäumen in Fachkreisen etwas vorsichtiger in der pauschalen Empfehlung einer Herbstpflanzung geworden. Dies betrifft vor allem die sog. „saftverschiebenden Baumarten“. Untersuchungen haben ergeben, dass diese Baumarten ihren Wasservorrat für das kommende Jahre von September beginnend den ganzen Winter hindurch auffüllen. Wird in diesem Zeitraum gerodet, kann es in den Jahren nach der Pflanzen zu Problemen in Form von Trockenschäden etc. kommen.

Idealerweise erfolgt bei Baumarten wie Birke, Ahorn, Walnuss, Kirsche, Erle und Hainbuche die Rodung und anschließende Pflanzung erst von März bis April, wenn die Wasserbevorratung abgeschlossen ist. Das Gleiche gilt für das Verpflanzen dieser Baumarten im Hausgarten. Bei einem Großteil der Bäume und Sträucher ist jedoch eine Herbst- bzw. Winterpflanzung immer noch empfehlenswert.

Von großer Bedeutung ist eine ausreichende Versorgung mit Wasser nach der Pflanzung. Nach dem gründlichen Angießen jetzt im Herbst, sollte zumindest in den ersten beiden Jahren beginnend von ca. April bis Oktober mindestens alle zwei Wochen gegossen werden. Fachleute empfehlen in diesem Zusammenhang sogar ein wetterunabhängiges Gießen mit ca. 50 l pro Baum und Gießgang, da das Eindringen von leichten Niederschlägen in tiefere Bodenschichten oft nicht ausreicht und überschätzt wird.

Fachkenntnisse und Einfühlungsvermögen in die Wuchsform des Gehölzes erfordert ein sachgemäßer Kronenschnitt nach der Pflanzung. Noch immer gilt die Faustregel: „Kronenbereich = Wurzelbereich“. Dies bedeutet, dass ein gerodetes Gehölz mit nur noch begrenztem Wurzelsystem auch im Kronenvolumen entsprechend fachmännisch angepasst werden muss, um gut anzuwachsen. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass der Baum vertrocknet, da die Krone mehr Wasser verdunstet, als die Wurzel aufnehmen kann.

Zum Anfüllen der Pflanzgruben kann der anstehende Boden verwendet werden. Nur bei extrem schlechten Standorten empfiehlt sich ein Bodenaustausch oder eine Bodenverbesserung. Die Zugabe von Dünger oder großen Mengen an Kompost macht keinen Sinn. Die Bäume reagieren in diesen Fällen mit dem sog. „Blumentopfeffekt“. Sie reagieren anfangs mit üppigem Wachstum, schieben ihr Wurzel nur unwillig in Regionen außerhalb des Pflanzloches und stagnieren dann mit dem Wachstum, wenn der Nährstoff in der Pflanzgrube aufgebraucht ist.

Für Pflanzgrößen bei Bäumen bis 16-18cm Stammumfang (gemessen in 1 m Höhe) reicht zumindest im Hausgarten ein Pfahl der Zopfstärke 8cm völlig aus. Er wird in Hauptwindrichtung gestellt und schräg eingeschlagen, so dass zwischen Baum und Pfahl etwa ein faustbreiter Abstand für eine Bindung bleibt. Als Bindematerial ist der gängige Kokosstrick auch heute noch aktuell. Eine sinnvolle Anbindung ist eine drei fache Achterbindung. Nach etwa 2 Jahren sollte die Bindung kontrolliert werden, damit sie nicht am Stamm einwächst.

 


Der Samenstand der Fetten Henne ist besonders im Winter ein belebendes Element auf der Staudenrabatte.


Die roten und gelben Zierformen des Hartriegels sind zwar im Sommer recht unscheinbar, aber gerade im Winter entfachen ihre roten und gelben Jungtriebe ein wahres Feuerwerk.


    

Zu den bekanntesten Winterblühern zählt der Jasmin. Bereits an milden Dezembertagen erscheinen die ersten gelben Blüten.



Grünkohl ist nicht nur urgesund, sondern mittlerweile auch sehr formenreich. Violett gefärbte Sorten lassen sich auch als Winterdeko einsetzen.


Die kleinen Früchte der Zieräpfel sind willkommene Farbtupfer, wenn der Garten im tiefen Winterschlaf liegt..



Geschnittene Buchseinfassungen machen zwar etwas Arbeit,
dafür danken sie auch im Winter mit vitaler Struktur.

Fotos: Thomas Neder