Der Märzenbecher – ein charmanter Vertreter der Auen- und Laubmischwälder
 
( TN) Wird aus dem Märzenbecher der „Februar“- oder sogar der „Januarbecher“, das fragen sich viele Gartenfreunde, die sich schon Anfang Februar über die Blütenpracht des Märzenbechers freuen. Obwohl sich die Frühlings-Knotenblume oder das Große Schneeglöckchen wie er auch genannt wird, nach dem phänologischen Blütenkalender noch einige Wochen Zeit lassen könnte, wagt sich der Märzenbecher (Leucojum vernum) in diesem Jahr ungewöhnlich früh aus der Deckung.

Die Frühlings-Knotenblume stammt aus der Familie der Amaryllisgewächse und ist eine südeuropäisch-subatlantische Pflanzenart der Auen- und Laubmischwälder. Natürliche Vorkommen gibt es bei uns z.B. am Nordabhang der Fränkischen Alb in Bayern.

Für die Bestäubung sorgen Bienen und Tagfalter. Der befruchtete Samenstand senkt sich nach der Blüte langsam zum Boden ab. Verbreitet wird die Pflanze durch Tiere, welche die Frucht, eine fleischige Kapsel, fressen und den weißen Samen wieder ausscheiden.
Wer möchte, dass sich der Märzenbecher im eigenen Garten vermehrt, sollte mit der Maht des Rasens bis nach der Samenreife warten, bzw. bei Standorten am Gehölzrand keine Bodenbearbeitung wie umgraben, hacken oder fräsen durchführen. Damit der Märzenbecher im Laufe der Jahre größere Bestände bildet, benötigt er einen feuchten, nährstoffreichen nicht zu schweren Humusboden.
Fotos: Thomas Neder