Von winterblühenden Gehölzschönheiten bis zum umweltgerechten Gemüseanbau - Coburger Gartenfreunde bilden sich fort
 

(TN) Auf erfreulich große Resonanz stießen auch in diesem Jahr wieder die Gartenpfleger Kurse des Kreisverbandes Coburg für Gartenkultur und Landespflege e.V. Insgesamt 240 Gartenfreunde informierten sich bei den vier Fachveranstaltungen über die Themen: „Zauberhafte Gehölze für den Winter“, „Pflanzenschutz“, „Erfolgreicher Gemüseanbau im Hausgarten“ und den Schnitt von Zier- und Obstgehölzen. Hierbei konnte 3. Vorsitzende Annette Eppler, Mitglieder der Gartenbauvereine, des Bayerischen Siedlerbundes und Mitarbeiter der Städte und Gemeinden willkommen heißen.

Dass das Gehölzsortiment auch für die kalte Jahreszeit eine ganze Reihe auffallender Blüten- und Fruchtschönheiten bereit hält, zeigte Kreisfachberater Thomas Neder. Mit der Duftheckenkirsche (Lonicera purpusii), der Winterkirsche (Prunus subhirtella `Autumnalis`) und dem Winterschneeball (Viburnum bodnandense) stünden auch für den klimatisch weniger verwöhnten Garten drei interessante und robuste Winterblüher zur Verfügung. Wer etwas geschützte Standorte und gute Böden besitze, könne es z.B. auch mit der leuchtend gelben Winterblüte (Chimonanthus praecox), dem exotischen Perlschweif (Stachyurus praecox) oder der wunderbar duftenden Schneeforsythie (Abeliophyllum sp.) probieren, so Neder. Nachdem das Auge in der dunklen, kalten Jahreszeit für jede Abwechslung dankbar sei, hätten hier auch Gehölze mit einer eher verhaltenen Blüte eine Berichtigung und Chance verdient. Auch Gehölze mit lange haltenden Beeren wie der heimische Wasserschneeball, die weiblichen Formen der Skimmie, oder die Torfmyrte seien interessante Fruchtträger für die Gehölzhecke bzw. die Verwendung im Container.

„Erfolgreich und umweltgerecht sollte der Gemüseanbau im Hausgarten sein“, so Wolfgang Nixdorf. Um dies zu erreichen, plädierte der Gemüsefachmann deutlich für hochwertiges Saatgut. Klasse statt Masse laute hier das Motto, so Nixdorf. Verfrühungsmaterial und Gemüsenetze zur Schädlingsabwehr seien im Garten ebenfalls unverzichtbar. Bei den Salaten seien neben den lang beerntbaren Pflücksalaten, auch die relativ unbekannten Batavia Salate, und die neuen Multiblattsalate mit mehreren Rosetten bestens für den Hausgarten geeignet. Für die eigene Jungpflanzenanzucht könnten dank der handelsüblichen Multipaletten leicht selbst Erdpresstöpfe hergestellt werden, in die direkt gesät werde. Bei der relativen schwierigen Kultur von Blumenkohl empfahl er die Sorten `Chambord`, `Clapton` oder `Dexter`. Wichtig sei hier ein guter Selbstbedeckungsgrad des Kopfes, eine ausreichende Wasserzufuhr und ein Aufteilen des Düngers auf zwei bis drei Gaben. Um sicher zu, sollte während der ganzen Kulturdauer ein Gemüsenetz auf der Kultur bleiben. Auch der Platzbedarf sei mit 50x50 cm nicht zu unterschätzen. Gegen die sich stark ausbreitende Minierfliege bei Lauch und der Weißen Fliege bei Kohl empfahl Nixdorf den Einsatz eines besonders engmaschigen Spezialnetzes mit der Maschenweite 0,8x 0,8 mm.

Einen Einblick in das komplexe Thema des Pflanzenschutzes gab Andreas Steinert. Um den Pflanzen ein bestmögliches Umfeld zu bieten und für einen gesunden Pflanzen Wuchs zu sorgen, sollte der Gartenfreund stets bestrebt sein, die Ansprüche der Pflanzen an Licht, Boden, Nährstoffen und Wasser zu optimieren. Eine tadellose Pflanzenqualität beim Kauf und die gezielte Wahl robuster Sorten trage weiterhin zum erwünschten Kulturerfolg bei, setzte allerdings gewisse Grundkenntnisse voraus. Mechanische Maßnahmen wie Kulturschutznetze und biologische Verfahren wie der Einsatz von Nützlingen in geschlossenen Kulturräumen seien mittlerweile ausreichend praxiserprobt und sinnvolle Maßnahmen im naturnahen Garten. Da es im Hausgarten nicht um einen wirtschaftlichen Höchstertrag gehe, seien Pflanzenschutzmittel nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Das komplexe Thema des Schnittes von Obst- und Ziergehölzen demonstrierte Kreisfachberater Thomas Neder in Theorie und Praxis. Dankbares Demonstrationsobjekt war wieder mal der Obstlehrgarten des Kreisverbandes in dem sich auf etwa 1000 m2 mittlerweile 210 Sorten befinden.

Den letzten Teil des Gartenpflegerkurses bildet der Veredlungskurs. Er findet am Freitag 25. April ab 13:30 Uhr auf der Obstwiese hinter dem Landratsamt statt.
Der Ausgabe der Edelreiser erfolgt am 24. April ab 13:30 Uhr am Fledermaus/ Reiserkeller in Ebersdorf.

Der Obstlehrgarten ist ab 1. April 2008 wieder geöffnet.

Fotos: Thomas Neder