Gartentipps für den Monat Januar
 

Klasse statt Masse
(TN) Die Ruhepause im Gemüsegarten gibt Zeit und Muse bereits jetzt für die kommende Gemüsesaison zu planen. Wer selbst aussät, handelt gut nach dem Motto: „Klasse statt Masse“. Bei Tomaten haben sich die Sorten `Fantasia` und `Philovita` gut gegen die Braunfäulekrankheit bewährt. Sie sind zwar nicht resistent, trotzen aber lange dem Befall und brechen nicht zusammen. Alternativ eignen sich regengeschützte Containerkulturen isoliert von den Anbauflächen der Kartoffel auf der Terrasse oder dem Balkon sehr gut zum üblichen Tomatenanbau. Ein zunehmendes Problem sind Gemüsefliegen. Die Möhrensorte `Ingot F1` schmeckt den Möhrenfliegen nicht und kann auch erfolgreich ohne Netz angebaut werden. Beim Porree ist ein Anbau ohne Netz inzwischen sehr risikoreich. Die Lauchminiermotte ist hier ein ernst zu nehmendes Problem. Gegen diesen Schädling bietet der Fachhandel inzwischen besonders engmaschige Kulturschutznetze an. Wer bei Gewächshausgurken auf den Schnitt verzichten möchte und eher kleinen Früchten den Vorzug gibt, ist mit `Printo` gut bedient. Als relativ tolerant gegen Echten Mehltau hat sich die Zucchini Sorte `Mastil` erwiesen. Sie kann ohne Behandlung etwas länger beerntet werden als die Standartsorten. Bis weit in den Herbst hinein wird die Ernte mit den sog. Patissons verlängert. Die Ufo-förmigen Früchte von `Sunburst F1`oder `Custard White` lassen sich wie Zucchinis zubereiten sind lagerfähig und und haben zudem einen besonderen Zierwert.

Weißanstrich gegen das Steinobststerben
Das Steinobststerben bei Kirschen und Zwetschgen wird durch den Pilz Pseudomonas syringae verursacht. Er tritt durch Risse und Verletzungen in der Rinde ein. Diese entstehen u. a. durch sog. Frostrisse. Ein Weißanstrich bis in die Verzweigung der Leitäste zu Winterbeginn beugt dem Entstehen von Rissen durch die Wintersonne effektiv vor.

Fruchtmumien entfernen
Vorbeugender Pflanzenschutz beinhaltet neben der Wahl einer möglichst robusten Sorte auch das restlose Entfernen der sog. Fruchtmumien - Früchten, die der Monilia Fruchtfäule zum Opfer gefallen sind und jetzt noch am Baum hängen. Tausende von Sporen warten nur auf geeignete Bedingungen, um durch den Wind und Regen verbreitet zu werden und im kommenden Frühjahr auszukeimen und die Früchte erneut zu befallen.

Mit Sachverstand schneiden
Wer seine Ziersträucher auslichten möchte, wartet am besten auf frostfreie Perioden. Frühjahrsblüher wie Flieder, Forsythien oder Zierjohannisbeeren sollte man besser nach der Blüte scheiden. Entfernt werden lediglich überaltete Triebe an der Basis. Das Anschneiden der Spitzen erzeugt durch den Saftstau einen umso stärkeren besenartigen Neuaustrieb, der den Charakter der Pflanze nicht gerade fördert. Theoretisches und Praktisches zum Thema Zier – und Obstgehölzschnitt vermittelt Kreisfachberater Thomas Neder beim Schnittkurs des Kreisverbandes am 21. und 22. Februar 2008 Anmeldungen sind bei der Geschäftsstelle am LRA Coburg möglich.

Beete humisieren und vitalisieren
Detaillierte Untersuchungen haben ergeben, dass 3 bis 5 l Kompost pro m2 ausreichen, um den Nährstoffbedarf von Gemüsekulturen mit durchschnittlichem Nährstoffbedarf zu decken. Dies entspricht einer dünnen flächig verteilten Schicht von gerade mal 3 bis 5 mm! Darüber hinaus kann bei sog. Starkzehrern gezielt organisch oder anorganisch mit etwas Stickstoff nachgeholfen werden. Mit dem Ausbringen von Kompost kann man noch bis zum Spätwinter warten, damit möglichst wenig Nährstoffe ausgewaschen werden. Genaueres über den Nährstoffgehalt der Böden liefert eine Bodenprobe, die alle 3 bis 5 Jahre gezogen werden sollte.

 

Die Winterruhe im Garten gibt Zeit und Muse bereits jetzt die neue Gartensaison zu planen
 

Ein Weißanstrich bis in die Verzweigung der Leitäste zu Winterbeginn beugt dem Entstehen von Rissen durch die Wintersonne effektiv vor.


Detaillierte Untersuchungen haben ergeben, dass 3 bis 5 l Kompost pro m2 ausreichen, um den Nährstoffbedarf von Gemüsekulturen mit durchschnittlichem Nährstoffbedarf zu decken.
Fotos: Thomas Neder