Der Garten im Mai–Tipps vom Kreisfachberater
 

(TN) „Ein Garten ohne Tulpen ist wie ein Garten ohne Frühling. “ Dieser Satz von Karl Förster symbolisiert die Wichtigkeit der Tulpe für den Frühjahrsgarten. Sollen sich Tulpenzwiebel hochgezüchteter Sorten dauerhaft im Garten etablieren, brauchen sie einen warmen durchlässigen Boden und ausreichend Nährstoffe. Nur unter diesen Umständen können sie ihre Zwiebeln neu aufbauen. Eine Nährstoffgabe nach der Blüte und das Entfernen der Samenstände ist deshalb besonders wichtig. Alternativ können auch robuste Wildtulpenarten wie z.B. die gelb blühende Tulipa tarda gesteckt werden. Sie sind zwar kleiner, dafür aber robuster und bilden nach einigen Jahren große blühende Horste ohne weiteres zutun.

Auch wenn die Maisonne lockt, hat sich bei Gurke, Melone und Kürbis im Freiland eine Aussaat erst gegen Mitte Mai bewährt, da bis dahin immer wieder mit Kälterückschlägen zu rechnen ist. Den anfänglichen Wachstumsrückstand holen die Pflanzen schneller wieder auf, als man denkt. Das Gleiche gilt für Bohnen, die ursprünglich aus den Tropen kommen. Zur Aussaat sollte die Bodentemperatur dauerhaft über 10 Grad liegen. Ein Anziehen auf der Fensterbank macht bei schweren Böden durchaus Sinn.

Fast zeitgleich mit dem Öffnen der Roßkastanienblüte ist mit dem Auftreten der Gemüsefliegen zu rechnen. Ein guter mechanischer Schutz, der viele Jahre lang gute Dienste leistet, ist das Gemüseschutznetz. Es hilft gegen Kohl-, Möhren und Zwiebelzwiebeln. Auch Grünkohl, der im Winter häufig als Überwinterungsquartier von der weißen Fliege aufgesucht wird, kann damit sicher geschützt werden. Gegen die seit kurzem auftretende Lauchmotte gibt es ein extra feinmaschiges Netz. Wichtig ist eine rechtzeitige und dichte Abdeckung der Kulturen. Wer das direkte Aufliegen der Netze nicht mag, kann sich auch Bügel zum Überspannen der Beete zulegen, oder selber basteln.

Vorgezogenen Tomaten- und Paprikapflanzen werden am besten vor dem Auspflanzen nochmals flüssig gedüngt um Ihnen einen Vorrat mit auf den Weg zu geben. Werden Tomaten und Gurken im Gewächshaus zusammengepflanzt, erhalten die Gurken den etwas luftfeuchteren Teil am anderen Ende des Eingangs.
Auch im Gewächshaus kann mit Mulchvlies gearbeitet werden. Die Abdeckung des Bodens mit gehäckseltem Stroh ist eine weitere Alternative. Beide Varianten verzögern in Verbindung mit dem Entfernen der unteren Blätter bei Tomaten die Übertragung der Kraut- und Braunfäule, die sich häufig vom Boden aus in die Tomatenbeständen hocharbeitet. War man früher der Meinung, dass die Pilzsporen direkt von der Kartoffel überspringen, hat man leider festgestellt, dass die Braunfäule auch mittels Dauerorganen im Boden überwintern kann.

Sollten Spalier und Formobstbäume in Form gehalten werden, müssen die jungen Austriebe ab einer Länge von etwa 20 cm eingekürzt (pinziert) werden. Diese Pflegemaßnahme ist mehrmals im Jahr notwendig. Veredlungen hinter die Rinde gelingen am besten zum Zeitpunkt der Baumblüte. Ein gutes Reis, das noch nicht angetrieben hat, und ein sauberes Lösen der Rinde sind in Verbindung mit einem gekonnten Schnitt Voraussetzungen für ein gutes Gelingen. Zur Bekämpfung der Pflaumensägewespe können jetzt Weißtafeln in die blühenden Zwetschgenbäume gehängt werden. Die Schädlinge werden von den Tafeln angelockt und bleiben am Leim hängen bevor sie ihre Eier zum Ende der Blüte an den kleinen Früchten ablegen und diese anfressen. Diese Bekämpfungsvariante kann z. Zt. auch im Obstlehrgarten des Kreisverbandes besichtigt werden.

 

Traubenhyanzinthe und Gänsekresse hier in einer roten Variante signalisieren den Höhepunkt der Zwiebel- und Knollenpflanzen.



Die Sternmagnolie ist ein Gehölzjuwel für geschützte Standorte. Bedingt durch die kalte Witterung ist die Blüte in diesem Jahr besonders spät.



Eine robuste Blattschmuckstaude für halbschattige Standorte ist die Bergenie. Manche Sorten blühen im Herbst leich nach oder färben sich mit ihren Blättern prächtig rot.



Das Sortiment der Zierkirschen ist sehr groß und
verzaubert im Frühling jeden Garten.

   



Bei schweren Böden lassen sich Rettiche auch in Form sog. Pflanzrettiche ziehen. Sie werden nicht direkt in den Boden, sondern in Presstöpfe gesät.



"Ein Garten ohne Tulpen ist wie ein Garten ohne Frühling" (Karl Förster).

Fotos: Thomas Neder