Der Garten im Oktober – Tipps vom Kreisfachberater
 

Der Herbst – Pflanzzeit für Gehölze, Rosen und Obst
(TN) Der Herbst ist nach wie vor die beste Zeit zum Pflanzen von Gehölzen. Dies gilt besonders für wurzelnackte Ware, sprich Pflanzen ohne Ballen, bzw. im Container. Bei Temperaturen über 4 Grad haben die Wurzeln vor dem Winter noch etwas Zeit einzuwurzeln. Brombeeren, Kiwis, Aprikosen, Pfirsiche und Wein sind etwas empfindlich und können mit der Pflanzung auch auf das milde Frühjahr warten. Pflanzen im Container können natürlich auch während des ganzen Jahres ausgepflanzt werden. Ganz gleich ob nun im Container oder ohne Ballen – frisch gepflanzte Pflanzen brauchen besonders in den ersten zwei Jahren am neuen Standort eine kontinuierliche Versorgung mit Wasser. Dies wird seit den letzten Jahren mit immer ungleichmäßigeren Niederschlägen zunehmend wichtiger.

Kleine Obstbäume für kleine Gärten
Wer Obstbäume auf kleinen Grundstücken pflanzt, sollte den späteren Platzbedarf richtig einschätzen. Bei Kirschen sind es z.B. Veredlungen auf die Unterlage Gisela 5 oder Weihroot 13, bei Äpfeln Unterlagen wie M27, M9, oder M26 die für kleine Bäume sorgen und einen frühen Ertrag gewährleisten. Je schwächer die Unterlage, desto besser sollte der Boden sein, da das Wurzelvolumen dann stark begrenzt ist. Bei schweren Böden können Pflanzdämme für Abhilfe sorgen. Beispiele hierfür finden sich im Obstlehrgarten des Kreisverbandes am Landratsamt Coburg.

Neue schmackhafte Säulenformen
Für ganz beengte Standorte sind auch Säulenformen sehr gut geeignet. Bei Zwetschgen hat sich z.B. die Sorte `Pruntop` gut bewährt. Sie lässt sich mit nur wenigen Schnitteingriffen sehr schlank halten und fruchtet schon ab dem 2. Jahr. Bei den Säulenäpfeln sind die neueren Generationen wesentlich schmackhafter und robuster als die Vertreter der ersten Zuchtschiene. Sie kommen im Prinzip zwar ohne Schnitt aus, dennoch ist es hier empfehlenswert, die entstehenden steilen Nebentriebe einzukürzen. Viele Kirschen, die als Säulenkirschen in den Handel gebracht werden, schmecken zwar gut, halten aber in Sachen Wuchsform noch nicht das, was versprochen wird.

Obstgehölze für das Moorbeet
Cranberries, Preiselbeeren und Heidelbeeren wachsen auf kalkhaltigen schweren Böden eher rückwärts als vorwärts. Sie benötigen ein saures Moorbeet oder können alternativ im Container gezogen werden. Auch hierfür ist ein Moorbeetsubstrat notwendig. Wer eine immergrüne klein bleibende Heidelbeere sucht, ist mit der Sorte `Sunshine Blue` gut beraten.

Schmackhaftes Wintergemüse
Gartenfreunde, die im Sommer bereits an den Winter gedacht haben, können im Gemüsegarten noch immer ernten. Der vitaminreiche Rosenkohl und Grünkohl wird erst dann richtig schmackhaft, wenn der erste Frost eingesetzt hat. Leichte bis mittlere Fröste werden locker überstanden. Mit Hilfe einer Vliesauflage kann man noch effektiv nachhelfen. Chinakohl, Zuckerhut oder Pak Choi halten sich in Zeitungspapier eingewickelt und in Kisten gestellt bei kühlen Temperaturen noch weit bis in den Herbst, bzw. Winter hinein frisch und sorgen auch nach dem Ende des Gartenjahres für willkommene Vitamine. Die letzten Tomaten reifen bei Temperaturen um 20 Grad noch langsam noch und beschließen den Erntesegen der Nachtschattengewächse im Garten.

Steckzwiebeln für die Überwinterung
Wer schon an das nächste Jahr denkt, kann bereits jetzt Steckzwiebeln ausbringen. Hierfür eignen sich besonders winterharte Sorten wie `Red Cross` oder `Presto`.

 


Optisch ansprechend und inhaltsreich sind die Früchte der Apfelrose. Sie sind sind eine interessante Wildobstart für den naturnahen Garten.


Gräser geben einer Staudenrabatte Halt und Struktur. Relativ neu im Sortiment ist das Japanische Blutgras `Imperata cylindrica`. Das anspruchsvolle Gras braucht volle Sonne bei ausreichender Feuchtigkeit.



Astern sind der Klassiker auf dem herbstlichen Staudenbeet. Wer Mehltau vermeiden will, sorge für ausreichend Feuchte.



Ein gut geplantes Staudenbeet wirkt auch nach der Blüte. Blütenstände und Blattstrukturen sorgen auch im Winter für Leben und Dynamik.



Viele Ahornarten wie hier Acer japonicum verzaubern durch eine leuchtende Herbstfärbung.


Der Korallenstrauch Erythrina crista galli blüht bis weit in den Herbst hinein in einem knalligen Rot. Die Pflanze wirft im Winter die Blätter ab und lässt sich daher leicht überwintern.


Fotos: Thomas Neder