Fleischbräune bei Quitten
 

(TN) In diesem Jahr klagen viele Gartenfreunde über braunes Fruchtfleisch bei Quitten, das nach dem Aufschneiten der Frucht deutlich sichtbar wird.

Es handelt sich hierbei um die sog. Fleischbräune und ist vor allem ein optisches Problem. Die Früchte sind dennoch verwertbar, wenngleich nicht lagerfähig, da sich die Intensität der Braunfärbung auf dem Lager schnell verstärkt. Chemisch gesehen werden u.a. Kohlehydrate und Apfelsäure im Innern der Frucht verstärkt abgebaut. Es entsteht Acetaldehyd, das die Zellstrukturen zerstört und für eine Braunfärbung des sonst hellen Fruchtfleisches sorgt.

Die Ursachen der Fleischbräune sind vielschichtig. Prinzipiell können mehr oder weniger alle Sorten befallen werden. Die Intensität dieser physiologischen Stoffwechselstörungen variiert je nach Witterung von Jahr zu Jahr.

Als Gründe können zum einen stark wechselhafte Witterungsbedingungen (nass/trocken bzw. kühl /heiß) während des Fruchtwachstums für die Fleischbräune verantwortlich sein. Zum anderen kann aber auch ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt - z. B. zu hohe Stickstoffdüngung oder ein Mangel an Bor oder Calcium die Fleischbräune fördern. Das Befallsrisiko lässt sich etwas mindern, indem man auf eine harmonische, nicht zu Stickstoff betonte Düngung achtet und die Bäume gleichmäßig feucht hält. Im Erwerbsanbau wird das Problem durch mehrfache Applikation eines flüssigen Calciumdüngers ab Walnussgröße der Frucht in Kombination mit einer gleichmäßigen Bewässerung und einer Düngung nach Bodenuntersuchungsergebnissen vermieden

Je später die Früchte abgeerntet werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für die Fleischbräune. Die Früchte sollten daher möglichst früh frühzeitig geerntet werden z.B. dann, wenn die Farbe von grün nach gelb umschlägt.

 
    

Fotos: Thomas Neder