Garteninfos für den Monat September
 

Sommerschnitt bei Kern- und Steinobst
(TN) Besonders bei stark wachsenden Obstbäumen bietet der Sommerschnitt in der Zeit von August bis Mitte September eine gute Möglichkeit, den Baum effektiv zu beruhigen ohne einen erneuten Austrieb auszulösen. Dies gilt sowohl für das Kern- als auch für das Steinobst. Neben einer besseren Wundheilung in der Vegetationsphase, lässt sich im belaubten Zustand auch die Wirkung des Schnittes in Bezug auf eine gute Belichtung viel realistischer abschätzen, als beim Winterschnitt.

Madonnenlilien jetzt pflanzen
Während die meisten Lilien erst im Frühjahr gesteckt werden, ist für die Madonnenlilie (Lilium candidum) August bis Anfang September die beste Pflanzzeit. Die Zwiebel muss rechtzeitig in die Erde, da bereits vor Winterbeginn das Wurzelwachstum beginnt und noch eine Blattrosette angelegt wird. Mit ihrem strahlenden Weiß passen sie als typische Bauerngartenpflanzen z.B. gut zu Rosen oder Ritterspornen. Wie für alle Lilien, ist auch für die weiße Madonnenlilie ein humoser, gut durchlässiger Gartenboden und ein sonniger Standort von Vorteil, so sich die Lilie dauerhaft am Standort etablieren soll. Die Zwiebel wird 10 bis 15 cm tief gesteckt, um die Standfestigkeit zu sichern.

Staudenbeete neu arrangieren
Staudenbeete verändern kontinuierlich ihr Aussehen und müssen ab und an auch umgestaltet werden. Der Spätsommer und der Frühherbst ist eine gute Möglichkeit, Kombinationen, die nicht mehr befriedigen, zu verbessern. Soll das Staudenbeet nicht komplett neu angelegt werden, sondern nur punktuell ergänzt werden, empfiehlt sich in eingewachsenen Staudenbeeten die Pflanzung größerer Solitärstauden im Container. So können Platzbedarf und Wirkung realistisch abgeschätzt werden. Die höheren Kosten werden durch den geringeren Pflanzenbedarf ausgeglichen.

Himbeeren auch im Herbst
Die Himbeerernte muss nicht nur auf die Monate Juli und August beschränkt bleiben. Dank zahlreicher neuer Herbstsorten, kann das gesunde Obst auch noch bis weit in den Herbst genascht werden. Gute Sorten für den Herbst sind z.B. `Autumn Bliss`, `Golden Bliss` oder `Polka`. Herbsthimbeeren tragen in der Regel an den neuen Trieben und müssen nicht aufwendig am Draht aufgebunden werden. Zum Anbau genügt ein einfaches Beet. Will man sich vor den wuchernden Ausläufern schützen, kann man die Ränder des Beetes ca. 20 tief mit einer Wurzelsperre versehen. Ein großmaschiges Netz im Sinne des altbekannten Nelkengitters hilft die Ordnung auf dem Beet zu erhalten und den Trieben mehr Halt zu geben. Nach der Ernte werden die Triebe stummelfrei bis auf den Boden zurückgeschnitten. Dies verhindert weitgehend einen Befall durch die Rutenkrankheit. Ein weiterer Vorteil der Herbstsorten besteht darin, dass die Früchte zu wachsen beginnen, wenn die Hauptflugzeit des Himbeerkäfers fast vorbei ist. „Wurmige Himbeeren“ treten demzufolge nur selten auf.

Gemüsebeete vitalisieren
Gemüsegärten in den Hausgärten leiden oft darunter, dass jahrelang auf kleiner Fläche immer wieder die gleichen Kulturen ohne Fruchtwechsel angebaut werden. „Bodenmüdigkeit“ ist die Folge und viele Kulturen wachsen nicht mehr so richtig. Beinigkeit bei Möhren, Wuchsdepressionen bei Petersilie oder der nestartige Ausfall von Erdbeerpflanzen sind häufig auftretende Erscheinungen, die auf Nematoden (einer der Ursachen der Bodenmüdigkeit) zurückzuführen sind. Leere Beete bieten jetzt noch eine gute Möglichkeit, spezielle Gründüngungsmischungen einzusäen. Speziell gegen Nematoden gibt es verschiedene Mischungen wie z.B. `Gründünger Bodenkur`.

 

 


Bei den Goldruten gibt es mittlerweile auch sehr empfehlenswerte nicht wuchernde niedrige Arten. Wie mit Zauberhand bringen sie ein goldenes Leuchten auf die Staudenrabatte.


Eine sommerblühende Art des Enzians ist Gentiana septemfida. Er gedeiht auf sauren Böden in sonniger bis halbschattiger Lage.



Gartenhortensien sind wegen ihrer späten Blüte eine interessante Bereicherung des Gehölzsortiments. Ihre leuchtenden Scheinblüten sind wahre Blickfänge.

 



Birnen gedeihen regengeschützt am Hauswandspalier sehr gut. Eine alte Sorte, die regelmäßig und üppig fruchtet ist `Minister Lucius`

 

Trichterförmige strahlendblaue Blüten liefert die die einjährige Prachtwinde (Ipomoea tricolor). Damit die Blüten im Sommer nicht zu lange auf sich warten lassen, empfiehlt sich eine Vorkultur zeitig im Jahr.

Fotos: Thomas Neder