Obstsorten zum Versuchen
Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege öffnet Obstmuttergarten in Einberg
 

(TN) Die klassische Pflanzzeit von Stein- und Kernobst rückt zum Ausklang des Sommers langsam näher.

Obstbäume stehen im Gegensatz zu Gemüse nicht nur eine Vegetationsperiode, sondern brauchen bis zum Ertrag oft mehrere Jahre. Schon alleine deshalb empfiehlt es sich, beim Kauf der Sorten etwas genauer hinzusehen und sich vorab sorgfältig über Geschmack, Wuchs, Aussehen und vor allem über die Robustheit der betreffenden Sorten zu informieren, um nicht nach vielen Jahren des Wartens enttäuscht zu werden.

Der Kreisverband Coburg für Gartenkultur und Landespflege e.V. bietet wie im vergangenen Jahr Obst- und Gartenfreunden die Möglichkeit, kleine Kostproben von den im Obstmuttergarten kultivierten Obstsorten zu nehmen, oder sich vom Aussehen und dem Wuchs inspirieren zu lassen und sich dann ein eigenes Urteil über die „Tauglichkeit“ der unterschiedlichen Sorten zu verschaffen. Dies gilt vor allem für die Früh- und Herbstsorten, denn Lagersorten bei Äpfeln schmecken frisch vom Baum geerntet nicht!
Neben einer alten Obstwiese mit 34 Sorten, kommt auch die vor etwa 10 Jahren gepflanzte neue Streuobstwiese mit 44 Sorten in unmittelbarer Nachbarschaft der alten Anlage so langsam in Ertrag. Die Bäume wachsen bis auf einen regelmäßigen und fachgerechten Schnitt völlig natürlich, also ohne jegliche Pflanzenschutzmittel. Der Bestand umfasst neben Kernobst auch Steinobst, wobei in diesem Jahr vor allem die Äpfel mit teils üppigen Ernten erfreuen.

Der Obstmuttergarten liegt von Rödental nach Blumenrod fahrend am Ortseingang von Einberg auf der linken Seite unmittelbar vor der ersten Häuserzeile. Er unterteilt sich in den erwähnten alten und neuen Teil. Da die Sorten nicht ausgeschildert sind und eine private Anlage angrenzt, ist eine Rücksprache mit Kreisfachberater Thomas Neder am LRA Coburg erwünscht. Hier kann ab sofort auch ein detaillierter Pflanzplan zur Sortenbestimmung angefordert werden. Es wird darauf hingewiesen, dass ein Abernten im großen Stiel nicht erlaubt ist und sich das Probieren nur auf wenige Exemplare bezieht.

Prinzipiell ist es aber auch möglich, die Ernte eines ganzen oder mehrerer Bäume gegen eine vorher vereinbarte Spende an den Verband zu erwerben. Dies setzt allerdings eine vorherige Absprache mit der Geschäftsstelle des Kreisverbandes voraus.

 


Der Dülmener Herbstrosenapfel ist wegen seines milden Geschmacks und seiner regelmäßigen Erträge eine alte Sorte, die man auch heute noch im Landkreis Coburg empfehlen kann.



Der Berner Rosenapfel ist schon wegen seiner aparten Farbe ein richtiger „Hingucker“. Er fruchtet regelmäßig - in diesem Jahr erfreut er sogar mit einer Massenernte.



„Wer die Wahl hat, hat die Qual“. Das Sortenkarussell der Obstsorten dreht sich ständig weiter. Die Auswahl einer geeigneten Sorte erfordert einiges an Fingerspitzengefühl.



Kalville sind leicht an den typischen Kanten erkennbar. Der rote Herbstkalvill ist eine früh reifende Herbstsorte, die vor allem auch wegen ihres Aussehens zum Reinbeißen einlädt.


Fotos: Thomas Neder