Obstbäume veredeln – Sortenvielfalt erhalten
 

(TN) Hunderte von Veredlungsreisern wurden im Jahr 2009 vom Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. wieder an interessierte Gartenfreunde ausgegeben. Nach kurzem Winterschlaf im feucht-kalten Reiserkeller des OGV Ebersdorf fanden sie jetzt zur Blütezeit der Obstbäume eine neue Heimat auf Mutterbäumen in den Gärten des Coburger Landes.

Ausgegeben wurden nicht nur Reiser des Obstmuttergartens in Einberg, den der Verband schon seit Jahrzehnten unterhält, sondern auch bestellte Edelreiser aus den Reiserschnittgärten des LRA Forchheim und Triesdorf. Der Verband sieht in dieser Aktion einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer breiten Sortenvielfalt und selten gewordenen Genmaterials einst wichtiger Kultur- und Lokalsorten.

„Darüber hinaus bietet das Veredeln die Möglichkeit, empfindliche, nicht befriedigende Sorten durch robuste Alternativen zu ersetzen, oder Früh-, Herbst - und Winteräpfel bei Platzmangel zusammen auf einem Baum zu vereinen. Auch das gezielte Einbringen einer Befruchtersorte ist eine der vielen Möglichkeiten dieses alten gärtnerischen Handwerks“ so Kreisfachberater Thomas Neder.

Wie man mit wenigen fachlichen Handgriffen zu einer gelungenen Veredlung gelangt, demonstrierte Neder im anschließenden Praxisseminar. Gezeigt wurden Varianten wie Chip-budding, Kopulation mit und ohne Gegenzunge, verschiedene Verfahren des Pfropfens hinter die Rinde und das Geißfußpfropfen.

 
 
Fotos: Thomas Neder