Gartentipps für den Monat April
 

(TN) Der lange und harte Winter war ein Test für die tatsächliche Winterhärte der Gehölze und Stauden, sind doch in den letzten Jahren Exoten ausgepflanzt worden, an die man sich sonst nicht herangewagt hätte. Man darf gespannt sein auf die Stunde der Wahrheit zum Zeitpunkt des Austriebs.

Hart im Nehmen ist der Sommerflieder, der in den letzten Jahren erstaunliche Größendimensionen erreicht hat, da er kaum zurückgefroren ist. Er kann jetzt nach Frostschäden an den Langtrieben bis auf wenige, kräftige austreibende Augen zurückgeschnitten werden. So bleibt er kompakt und buschig. Typische Frühjahrsblüher wie Forsythien, Zierjohannisbeeren oder Spireen schneidet man kurz vor der Blüte nicht mehr. Ein Herausnehmen überalterter Triebe nach dem Abblühen macht aber durchaus Sinn. Interessante Frühjahrsblüher sind neben den bekannten Klassikern z. B. auch die schwachwachsende, weißblühende Kurilenkirsche (Prunus nipponica var. Kurilense) oder die edel anmutende Japanische Aprikose (Prunus mume `Beni-shidora). Beide sieht man noch relativ selten in den Gärten.

Blühender Rasen
Ein ungepflegter, stark vermooster Rasen mag zwar für manchen Gartenfreund ein Dorn im Auge sein, Blumenzwiebel wie Winterlinge, Märzenbecher, Schneeglöckchen und Krokusse fühlen sich aber in diesem Umfeld sehr wohl. Sollen sie sich von selbst ausbreiten, muss mit der Mahd des Rasens bis zur Samenreife gewartet werden. Vertikutieren und Blumenzwiebeln im Rasen sind ein Widerspruch. Entweder man entscheidet sich für das eine oder für das andere.

Erste Aussaaten im Freiland
Im Gemüsegarten sind unter Vlies bereits die ersten Aussaaten möglich. Mehltauresistente Spinatsorten wie `Dolphin F1` oder ` Latio F1` und Frühradieschen wie `Saxa` oder `Knacker` können jetzt schon in die Erde. Wer gerne experimentiert, kann es z.B. dem einem Mini-Rettich ähnlichem `Eiszapfen`, oder der rot-weißen Sorte `Flamboyant` probieren. Auch gelbe Rüben können jetzt schon gesät werden. Das bekannte Vereinzeln im Abstand von 2 bis 4 cm macht auch heute noch Sinn und fördert die Pflanzengesundheit und Ausreife. Auch hier liefert z. B. die zweifarbige Sorte `Anthonina` mal etwas Neues zum Probieren. Mit Einsatz von Vlies kann die Ernte um bis zu 6 Wochen vorgezogen werden. Ähnliches gilt für die Verlängerung der Ernte im Herbst.

„Salat am laufenden Band“
Wer Salat fortlaufend ernten will, kann es mit der Salatwiese probieren. Die abgeschnittenen Blätter wachsen fortlaufend wieder nach, so dass sich die Ernte wochenlang hinziehen kann, wenn man nicht zu tief abschneidet. Es gibt diese Salatsorten mittlerweile als Samenportionen oder als Samenband. „Salat soll im Wind wehen“- auch diese Gartenregel hat in der heutigen Zeit noch ihre Gültigkeit. Steht Salat zu eng, oder wird er zu tief gepflanzt, leidet er schnell an der Salatfäule – einem Komplex zahlreicher Pilzkrankheiten. Ganz wichtig ist es, die Anbauflächen alljährlich zu wechseln. Werden auf der gleichen Fläche immer wieder die selben Kulturen angebaut, leidet die Pflanzengesundheit zunehmend. Um den Überblick über seine Beete nicht zu verlieren, ist es sinnvoll, sich alljährlich Notizen über die Belegung der Beete zu machen. Ein fortschrittlicher Gartenfreund zieht zudem alle 4-5 Jahre eine Bodenprobe und lässt die Nährstoffgehalte analysieren. Die empfohlenen Düngegaben sind wesentlich genauer und auch sinnvoller, als eine Düngergabe „aus dem Handgelenk“.

Der Schnitt der Obstgehölze ist ohne weiteres noch bis zur Blüte möglich. Hat man mit stark wachsenden Apfelbäumen Probleme, zögert man den Schnitt noch etwas hinaus. Alternativ wäre in diesem Fall über einen Sommerschnitt nachzudenken.

 



Das Tränende Herz ist ein Klassiker unter den Bauerngartenstauden.


Tulpen verzaubern jeden Frühlingsgarten. Wer langjährig Freude an seinen Zwiebeln haben und nicht jedes Jahr neue stecken möchte, kann auf die kleinblütigen aber ausdauernden Wildtulpen zurückgreifen.
 


Die Kaiserkrone ist ein wahrer Gigant unter den Zwiebelgewächsen. Passt der Standort, blüht sie viele Jahre immer wieder.



Die Tulpenmagnolia wagt sich mit ihren Blüten sehr früh aus der Deckung. Ein geschützter Standort ist hier von Vorteil.


 

Blaukissen eignen sich gut für blühende Polster an Mauern, Trögen oder Fugen.
Fotos: Thomas Neder