Gartentipps für den Monat Dezember
 

Schwachwachsende Obstunterlagen für kleine Gärten
(TN) Solange der Boden noch nicht gefroren ist, können Obstgehölze für die neue Gartensaison gesetzt werden. Wegen der beengten Standorte in den Gärten sollte man vor allem auf schwach wachsende Unterlagen zurückgreifen. Dies erfordert zum einen eine Kenntnis der zu erwartenden Pflanzenhöhe, als auch eine gut sortierte Baumschule mit gut etikettierten Qualitätspflanzen.

Schwachwachsende Unterlagen sind (in der Reihenfolge der Wuchsstärke) bei Kirschen die Unterlagen GiSelA3, GiSelA5 oder Piku1, bei Äpfeln M26, M9 oder M27, bei Birnen Pyrodwarf, Quitte A oder C. Werden auf den gleichen Standort nach einer Rodung wieder gleiche Obstarten gepflanzt, tritt häufig das Problem der Bodenmüdigkeit auf. Am besten ist es daher, einen neuen Standort mit frischer Erde zu wählen. Ist dies nicht möglich, sollte die neue Pflanzgrube deutlich größer sein als die alte und der Boden komplett ausgetauscht werden.

Bodenproben ziehen
Auch wenn das Ziehen von Bodenproben nicht sonderlich beliebt ist, bietet sich gerade jetzt die ruhige Winterszeit für eine derartige Untersuchung an. Die ermittelten Werte, in Verbindung der bei den meisten Instituten mitgelieferten Düngeempfehlungen, geben Aufschluss für eine umweltgerechte und pflanzengerechte Düngung. Bodenproben brauchen nicht alle Jahre wiederholt zu werden, sollten aber alle 3-5 Jahre mit ins Programm aufgenommen werden.

Gehaltvolle Wildobstarten
Wer gerne Obstweine herstellt, kann es mit dem Anbau der Haferschlehe probieren. Die Frucht ist mit 6 bis 8 g größer als bei der Schlehe und liefert bei Vollreife bis zu 120° Oechsle. Wegen der Ausläuferbildung kommt sie für Hausgärten aber nur bedingt in Frage. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch Mispeln. Sie können nach den ersten leichten Frösten als bitterstoffreiches Wildobst vom Strauch gegessen, als Mus verarbeitet oder als Zusatz zum Most eingesetzt werden. Großfruchtige Auslesen sind z.B. die Sorten `Macrocarpa`, `Riesenmispel` oder `Holländische`.

Alpenveilchen weiterkultivieren
Alpenveilchen erleben zur Zeit wieder eine richtige Renaissance. Vermehrt werden wieder Wildarten eingekreuzt und hiermit das Sortiment variabler gestaltet. Viele Urformen des heutigen Zimmeralpenveilchens stammen aus den sommerheißen Gebieten von der Türkei bis Jordanien. Wegen der hohen Sommertemperaturen ziehen die Pflanzen dort ein und treiben erst wieder zu Beginn der kühleren Zeit im Herbst aus. Übertragen auf die Zimmerkultur bedeutet dies, dass die Pflanzen nach der letzten Blüte langsam immer weniger gegossen werden, bis sie langsam ihre Nährstoffe aus den Blättern in die Knolle verlagern und einziehen. In dieser Trockenzeit wird nur soviel gegossen, dass die Knolle nicht austrocknet. Die Pflanze bevorzugt in dieser Zeit einen kühlen, schattigen Raum. Treiben im Mai/ Juni die Blätter langsam wieder aus, nimmt man die Pflanzen aus dem Topf, schüttelt die alte Erde ab, topft sie erneut ein und erhöht langsam die Wassermenge. Am besten beim Gießen die Knolle nicht benässen. Wird in den Untersetzer gegossen, sollte das nicht aufgenommene Wasser abgegossen werden. Wer es im Garten mit Wildalpenveilchen versuchen will, kann auf die kleinblütigen aber winterharten Cyclamen coum oder Cyclamen hederifolium zurückgreifen. Optimal ist ein halbschattiger Standort mit einem durchlässigen humosen und kalkhaltigen Boden. Die Knollen werden nach der Pflanzung mit ca. 3-5 cm Erde abgedeckt. Eine leichte Abdeckung mit Laub oder Fichtenreisig kann in harten Wintern nicht schaden.

Fotos: Thomas Neder

 

Eine ungewöhnliche Blütezeit hat sich die Zaubernuss ausgesucht.
Je nach Witterung blühen manche Arten schon im Dezember.


Die Früchte des Sanddorns sind wegen ihres hohen Vitamin C Gehaltes interessant. Im Garten leuchten die orangen Früchte bis in den Spätwinter.

 


Ein wenig bekanntes Klettergehölz ist der Baumwürger. Die kräftig wachsende Pflanze ist zweihäusig. Weibliche Pflanzen tragen auffallende Früchte.




Auch nach der Blüte wirken viele Wildclematis durch ihre duftigen Blütenstände.



Spektakulär sind bei Magnolien nicht nur die Blüten, sondern bei vielen Arten auch die Fruchtstände.


Gelb, orange und rot leuchten die kleinen Früchte der Zieräpfel bis weit in den Winter
 

Pfaffenhütchen wirken besonders jetzt zu Beginn des Winters durch ihre leuchtenden Früchte.
 
Fotos: Thomas Neder