Bezirkssieger im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet

Gold für Weißenbrunn v. W. – Silber für Großgarnstadt

 

(TN) 185 Ortschaften beteiligten sich am 23. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“ 2008 bis 2010. Auf Bezirksebene errangen die beiden Vertreter des Coburger Landes Weißenbrunn v. Wald mit einer Goldmedaille und Großgarnstadt mit einer Silbermedaille hohe Auszeichnungen.

Als schwierige Gradwanderung bezeichnete es Gerhard Reichelsdorfer, Vorsitzender der Bezirksbewertungskommission, die einzelnen Wettbewerbselemente in Einklang zu bringen. Die beiden Vertreter des Landkreises Coburg hob er als positive Vorbilder einer gelungenen Synthese hervor. Die Frage, was der Wettbewerb ohne Gartenbauvereine wäre, beantwortete schon allein die eindrucksvoll bis auf den letzten Platz gefüllte Kulmbacher Stadthalle mit großen Abordnungen der Gartenbauvereine und Vertretern der Städte und Gemeinden.

„Der Wettbewerb setzt Impulse und schafft intakte Dorfgemeinschaften. Er ist die beste Bürgerinitiative in Oberfranken“, so Landrat Klaus Peter Söllner aus Kulmbach. Sein besonderer Dank galt den oberfränkischen Kreisfachberatern, die für ihn maßgeblich mit für den breiten Erfolg des Wettbewerbs verantwortlich seien.

Revue passieren ließ Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning Inhalt und Bedeutung der unterschiedlichen Bewertungskriterien in seiner Festrede. Besonders am Herzen lag ihm unter dem Aspekt Baugestaltung die Bedeutung des Erhaltes historischer Bausubstanz. „Vererbtes ist ein Unikat, das nicht überall stehen kann und den unverwechselbaren Charakter eine Ortes ausmacht“ so Wenning. Besondere Bedeutung komme dem Vermeiden von Leerständen in den Ortskernen zu. Die Erarbeitung von Möglichkeiten alternativer Nutzung sei genauso wichtig wie qualifizierte Bauleit- und Flächennutzungsplanungen um eine weitere Zersiedelung der Landschaft zu vermeiden.

Als Wurzel des Wettbewerbs komme der Grüngestaltung im privaten Bereich weiterhin eine große Bedeutung zu. „Die Bedeutung von Bäumen erkennt man meistens erst dann, wenn sie fehlen“, so der Regierungspräsident. Eines der Ziele des Wettbewerbs sei in Verbindung mit der Landschaftsplanung die Verbesserung der Biodiversität - dem Reichtum an Arten und Ökosystemen. Demnach solle versucht werden, bis 2020 den Lebensraum für die Mehrzahl an Arten der roten Liste zu verbessern.

Zusammenfassend stellte Regierungspräsident Wenning fest, dass Oberfrankens Dörfer sich sehen lassen könnten und auch landesweit keinen Vergleich zu scheuen bräuchten.

In der anschließenden Preisverleihung stellte Christine Bender vom Gartenbauzentrum Bayern Nord die Stärken und Besonderheiten der Teilnehmer kurz im Bild vor.

„Wir machen unser Dorf fit“, unter dieses Motto stellte Großgarnstadt seine aktuelle Beteiligung am Bundeswettbewerb. Besonders angenehm viel der Kommission die gute Infrastruktur von Großgarnstadt auf. Auch die vorbildliche alte Bausubstanz hinterließ wie das Engagement der Dorfgemeinschaft und der zahlreichen Vereine nachhaltigen Eindruck. Lob erhielt Großgarnstadt für sein Großgrün, die große Anzahl an Hausbäumen und die breit angelegte Pflanzaktion des Gartenbauvereins zur Verbesserung der grünen Infrastruktur innerhalb und außerhalb der Ortschaft. Aufmerksam wurde registriert, mit wie viel Engagement und Nachhaltigkeit bei den „Ökokids“ der Kinder- und Jugendgruppe des Vereins gearbeitet wird. Aufgrund dieser zahlreichen positiven Entwicklungen, die detailliert im Abschlussbericht der Bewertungskommission zusammengefasst sind, wurde Großgarnstadt mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Weißenbrunn, das unter dem Motto „Fördern und Fordern“ angetreten war, wurde mit einer Goldmedaille geehrt. Beeindruckt zeigten sich die Juroren zuallererst durch die einmalige Lage des Rödentaler Stadtteils in der umgebenden Landschaft. Die historische Entwicklung als Straßendorf entlang des Birkertsbachs sei noch sehr gut erhalten und entfalte zusammen mit den terrassenförmigen Wasserfällen einen unverwechselbaren einzigartigen Charme.

Sehr angenehm wurde empfunden, dass im Ortskern von Weißenbrunn v. W. keine Leerstände zu verzeichnen sind und junge Familien das Dorfleben zu schätzen wissen und alte Bausubstanz renovieren. Besonderes Lob erhielten die Weißenbrunner auch für das Großgrün im Ortszentrum und die alten Obstgärten im Umfeld der Kirche. Sehr gute Resonanz erhielt der neue erstellte Schulgarten im Umfeld des Schaumberger Hauses, dem kulturellen Zentrum der Ortschaft, in dem sich auch die Jugendgruppe „Die Brunnenwichtel“ des rührigen Heimat- und Gartenbauvereins regelmäßig treffen.

 
185 Ortschaften beteiligten sich am 23. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“ 2008 bis 2010. Auf Bezirksebene errangen die beiden Vertreter des Coburger Landes Weißenbrunn v. Wald mit einer Goldmedaille und Großgarnstadt mit einer Silbermedaille hohe Auszeichnungen
 
Fotos: Thomas Neder