Gartentipps für den Monat Februar
 

Bunte Kartoffelvielfalt
(TN) Kartoffeln besitzen zwar nicht gerade ein exotisches Flair, dennoch gibt es eine ganze Reihe außergewöhnlicher Sorten, die das etwas biedere Image der „Erdäpfel“ aufpeppen können. Warum nicht einen Versuch wagen? Jetzt zu Beginn der Gartensaison bleibt noch etwas Zeit um das eine oder andere Experiment zu planen und sich einen Überblick über die Sortenvielfalt zu verschaffen.

Zu den bunten Erdfrüchten gehören z. B. die Sorten Salatkartoffel `Salad Blue` mit schwarzblauer Schale oder die festkochende Sorte `Vitelotte` mit lila bis blauem Fleisch. Unter den Gourmet Kartoffeln ist z. B. die festkochende Sorte `Red King Edward` mit roter Schale und gelbem Fleisch einen Versuch wert. Bezugsquellen dieser Kartoffelraritäten finden Sie auf der Internetseite des Kreisverbandes (www.kv-gartenbau-coburg.de). Etwa 4 Wochen vor dem Stecken kann man die Knollen bei etwa 15 Grad antreiben. Erscheinen die Knospen, stellt man sie ans Licht, wo sich grüne Keime entwickeln. Gelegt werden Kartoffeln ab ca. 8 Grad Bodentemperatur. Ein windiger Platz und ein ausreichender Pflanzabstand sorgt für ein schnelles Abtrocknen und beugt der Kraut und Braunfäule zumindest etwas vor. Die Furchen werden im Abstand von ca. 60 bis 75 cm gezogen. In der Reihe beträgt der Abstand etwa 30 bis 40 cm. Wie bei den Blumenzwiebeln beträgt die Pflanztiefe etwa die doppelte Knollenstärke. Nach dem Stecken werden die Furchen zugeschüttet und angehäufelt. Auf schweren Beeten empfiehlt sich die Anlage von etwa 30 cm hohen Dämmen vor dem Stecken.

Erste Aussaaten
Im Februar können bereits die ersten Aussaaten getätigt werden. Hierzu gehören z. B. Sommerblumen mit längeren Anzuchtzeiten wie Leberbalsam, Ziertabak oder Gazanien. Auch die sog. Kaltkeimer unter den Stauden sollten jetzt noch ausgesät werden. Nachdem Paprika und Auberginen viele Wochen benötigen um kräftige Pflanzen zu bilden, kann hier schon der Startschuss fallen. Interessant für den Freilandanbau ist bei Paprika z. B. die gelb-rote längliche Sorte `Pinokkio`, die hellgrüne blockförmige Zuchtform `Monte` oder die rote Blockpaprika `Bontempi`. Vielversprechend ist auch der Snackpaprika `Luigi` mit mildwürzigem Geschmack und wenig Kernen. Mit der Anzucht von Tomaten sollte noch gewartet werden bis die Anzuchtbedingungen besser sind.

Schnitt von Stachelbeeren und Wein
Stachelbeeren treiben sehr früh aus. Wer den Schnitt nach der Ernte verpasst hat, kann schon jetzt aktiv werden. Bei Wein liegt der übliche Schnittzeitpunkt zwischen Mitte Februar und Mitte März, also noch vor dem Knospenschwellen – soweit man dies bei den Wetterkapriolen überhaupt noch pauschal angeben kann.
Auch der Schnitt an Beerenobst sollte bis etwa Ende Februar abgeschlossen sein. Mit dem Schneiden von Kern- und Steinobst kann man sich noch bis kurz vor der Blüte Zeit lassen.
Beerensträucher sind jetzt im Spätwinter für ein leichtes Abdecken mit reifem Kompost dankbar. Hierzu reichen 3 bis 5 l pro m2 aus.
Standortwechsel kann Wunder bewirken.

Ist der Boden aufgetaut, können wurzelnackte Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Wenn junge Rosenpflanzen, Erdbeeren oder Obstgehölze nicht richtig an- oder weiterwachsen, obwohl man scheinbar gute Pflanzenqualität erworben hat, und der Standort optisch in Ordnung ist, kann dies insbesondere bei kleinen Gärten an der sogenannten Bodenmüdigkeit liegen. Hiervon betroffen sind vor allem Vertreter der Rosengewächse. Dazu zählt man z.B. Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, Brombeere, Himbeere, Erdbeeren und Rosen etc.
Durch einseitigen und wiederholten Anbau kommt es nicht nur zur Verarmung des Bodens an Nährstoffen, den man notfalls durch gezielte Düngung nach Bodenuntersuchung ausgleichen könnte, sondern leider auch zu einer Anreicherung zahlreicher Schadorganismen. Hierzu gehören vor allem Pilze, Nematoden und tierische Schadorganismen. Das wirksamste und einfachste Mittel ist ein gezielter Standortwechsel.
Fotos: Thomas Neder

Weblinks/ Bezugsquellen
Adresse Kartoffelsorten:
www.naturwuchs.de

Adresse Gemüsesämereien:

www.kiepenkerl.de
www.garten-wn.de
www.gartenratgeber.de

 


Der Februar ist ein guter Monat, um mittels Kopfstecklinge Geranien zu vermehren.


Kein Garten ist zu klein für den Winterling. Kaum ist der Schnee verschwunden, zeigen sich die ersten gelben Blütenköpfe.
 


Die Zaubernuss zählt zu den edelsten Gehölzen im Garten. Sie steht am liebsten exponiert und windgeschützt.


Die Verfrühung von Rhabarber mittels Tongefäßen, die über die antreibenden Rhabarberpflanzen gestülpt werden, hat in England eine lange Tradition.

 

Mitte Februar bis Anfang März kann man bereits ein Mistbeet anlegen und mittels kostenloser Biowärme die ersten Salatpflanzen setzen.



Das Schneeglöckchen und der Winterling zählen zu den ersten Frühlingsgeophyten. Sobald der Schnee geschmolzen ist und die strengen Fröste abklingen wagen sie sich aus der Deckung.
Fotos: Thomas Neder