Gartenfreunde bilden sich fort – Kreisverband für Gartenbau eröffnet die Gartensaison mit seinen Gartenpflegerkursen
 

(TN) Fast 100 Gartenfreunde konnte Kreisfachberater Thomas Neder zum Auftakt der Gartenpflegerkurse im Saal der Gaststätte Jäger in Haarth begrüßen.

Obst und Gemüse „intelligent“ schützen
„Die wichtigsten Schädlinge an Obst und Gemüse“ lautete das anspruchsvolle und umfangreiche Thema zu dem der Kreisfachberater des Landkreises Coburg referierte. „Viele Probleme im Gemüsegarten sind hausgemacht! Ursache hierfür ist der oft Jahrzehnte lange Anbau gleicher Gemüsearten auf der gleichen Fläche“, so Neder. Während die Erwerbsanbauer gezielt die Flächen wechselten, werde im Hausgarten ein Flächen- und Kulturwechsel oft einfach unterlassen, sei es aus Bequemlichkeit, aus mangelndem Wissen oder einfach nur wegen der räumlichen Enge. Zahlreiche Pilzrassen und Schädlinge wie Gemüsefliegen könnten deshalb im Laufe der Jahre hohe pathogene Bestände aufbauen. Die Ernte und die Qualität der Kulturpflanzen gingen dadurch kontinuierlich zurück. Konsequenter Flächenwechsel, Gründüngung, bewusste Anbauplanung, und der gezielte Einsatz robuster Sorten seien Grundvoraussetzungen für das Gelingen eines umweltbewussten und zugleich erfolgreichen Anbaus im Hausgarten. Gemüseschutznetze als mechanische Abwehr gegen die breite Phalanx der schädlichen Gemüsefliegen gehörten mittlerweile zur Standardausstattung im Gemüsegarten. Trotz all der Mühen lohne sich aber der Gemüseanbau im Hausgarten. Dafür sprechen eindeutig die hohe Qualität der Produkte, der Frische der Ware, die kurzen Wege und letztlich auch wieder der Preis.

Auch im Obstgarten stellen Schorf beim Apfel, Monilia an der Sauerkirsche, Birnengitterrost an der Birne oder die Kräuselkrankheit beim Pfirsich weit verbreitete Probleme dar. Hier könne mit robusten Sorten eine Menge vermieden werden. Da die Standzeit von Obstgehölzen im Vergleich zu Gemüse viele Jahre betrage, sei gerade hier eine gute Beratung und eine intensive Fachinformationen sehr wichtig. „Schauen Sie sich ruhig immer wieder mal im Lehrgarten am Landratsamt um“, so Neder. Gerade unter dem Aspekt Sorten werde dort eine Menge ausprobiert. Als probates Mittel gegen eine schlechte Sorte wurde bei noch jüngeren Bäumen eine „Umveredlung“ empfohlen, bevor man als letztes Mittel die Säge ansetzt. Das notwendige Handwerkszeug hierzu soll ein Veredlungskurs liefern. Er findet am Freitag, 23. April auf der Obstwiese des Landratsamtes statt. Beginn ist 13:30 Uhr. Anmeldungen sind noch bei Kreisfachberater Thomas Neder möglich.

Wildbienen ein zu Hause schaffen
„Die Zahl der Bienenvölker in den Siedlungsgebieten nimmt immer mehr ab“, so Gerold Schlosser zum Auftakt seines Vortages über Solitärbienen. Gerade deshalb komme den Wildbienen neben der Honigbiene als Befruchter der Obstgehölze eine immer größere Bedeutung zu. Jeder könne durch ein reich strukturiertes blütenreiches Umfeld mit heimischen Gehölzen und Stauden dazu beitragen, dass sich Wildbienen auch im eigenen Garten ansiedeln. Die Variabilität dieser nützlichen Wildinsekten sei immens. Über 500 verschiedene Arten seien bekannt. Da Wildbienen im Gegensatz zur Honigbiene keine Staaten bilden, sei die Ansiedlung mit Hilfe einfach herzustellender Nisthölzer sehr einfach. Besonders Harthölzer wie Buche, oder Eiche würden sich gut hierfür eignen. Der Bohrlochdurchmesser solle etwa 3 bis 8 mm betragen. Für Kinder seien Modelle mit Glasröhrchen zur Beobachtung gut geeignet. Hierzu stellte Schlosser sein weiterentwickeltes „winterfestes Thermo-Modell“ vor. Unterschiedliche Varianten der Nisthilfen befinden sich im Eingangsbereich des Obstlehrgartens am Landratsamt und können dort ab 1. April wieder besichtigt werden.

Kleine Gehölze für kleine Gärten
Dass das Sortiment an kleinen Gehölzen für beengte Standorte gar nicht so knapp bemessen ist, zeigte Roland Ramming in seinem Vortrag. „In der Nivellierung der Gehölzauswahl hat in den Gärten ein Wandel stattgefunden“, so Ramming. Zum einen werde der Wert heimischer Gehölze wieder neu erkannt, zum anderen sei die Erkenntnis gereift, dass vor allem die Größe mit das entscheidende Auswahlkriterium sei. Gerade auf knappem Raum dokumentiere sich eine falsche Gehölzauswahl mit teilweise trostlosen Schnittversuchen, die dann fast 6 Monate den Garten prägten, um nicht zu sagen „verschandeln“. Dass dem nicht so sein muss, wurde mit zahlreichen Pflanzenportraits belegt. Angefangen von der im Mai blühenden Deutzia gracilis, der schmalen Form des Bauernjasmins Philadelphus x `Erectus`, oder der kompakten wunderschönen Form des Flügelspindelstrauches Euonymus alatus `Compactus` gebe es eine große Auswahl. Fachinformation und eine gute Beratung seien auch hier dass A und O.

 


 
 
Wie man mit einfachen Mitteln Wildbienen ein zu Hause im eigenen Garten schaffen kann, demonstrierte Gerold Schlosser an Hand mitgebrachter Modelle.
Fotos: Thomas Neder