Gartentipps für den Monat Januar
 

Schutz vor Kahlfrösten
(TN) Kahlfrost ohne wärmende Schneeauflage macht vielen Pflanzen zu schaffen. Besonders die etwas anfälligen Neuzüchtungen bei Stiefmütterchen sind dankbar für eine schützende Abdeckung mit Fichtenreisig etc. Staudenbeete können noch immer mit einer dünnen Laubdecke bedeckt werden. Besonders die langhalsigen Bergenien als typische Mullbodenkriecher sind für eine schützende Auflage dankbar. Eine dünne Laubschicht schützt auf natürliche Weise und zerfällt innerhalb weniger Monate zu wertvollem organischen Dünger. Im Gegensatz zu Vlies schaut Laub wesentlich besser aus und ist zum „Nulltarif“ zu haben.

Winterblüher verkürzen den Winter
Um den langen Winter zu verkürzen und den Frühling bereits in der kalten Jahreszeit zu genießen, bieten sich an geschützten Stellen im Garten eine Reihe von Winterblühern an. Neben der bekannten Zaubernuß (Hamamelis sp.) in gelben, roten und rotbraunen Farbtönen, empfiehlt sich der rosa-rot blühende Winterschneeball (Viburnum x bodnandense) oder die relativ unbekannte Schneeforsythie (Abeliophyllum disticum). Hart im Nehmen ist z.B. die duftende Heckenkirsche (Lonicera purpusii). Gut für Böschungen oder Mauern eignet sich der gelbe Winterjasmin (Jasminum nudiflorum), während die Schneekirsche (Prunus subhirtella `Autumnalis`) für einen asiatischen „touch“ sorgt. Winterblüher überraschen je nach Temperaturperioden oft mit mehreren Blütenschüben. Dies sorgt dafür, dass auch dann Samen gebildet werden, wenn die eine oder andere Blütenphase in eine Periode mit tiefen Temperaturen gerät und erfriert.

Steckhölzer und Edelreiser schneiden
Die Zeit der absoluten Saftruhe ist die beste Zeit zum Schneiden von Steckhölzern und Edelreisern. Sie geht je nach klimatischen Kapriolen wie man sie in den letzten Jahren häufiger hatte, oft schon Ende Januar zu Ende. Mit Steckhölzern lassen sich eine Reihe von Ziergehölzen vermehren. Forsythien, Zierjohannisbeeren, Falscher Jasmin, Deutzien, Spireen oder die Korkenzieherweide können so leicht selbst gezogen werden. Zierhölzer gewinnt man aus einjährigen kräftigen Trieben aus der Mitte des Strauches. Sie werden in ca. 20cm lange Teilstücke zerschnitten und bis zum Frühjahr wie die Edelreiser kalt und luftfeucht aufbewahrt. Ideal sind kalte Felsenkeller. Vermehrt wird ab ca. April in einer lockeren Gartenerde, wobei das Steckholz bis zum obersten Auge in die Erde gesteckt wird. Wer es ganz professionell machen will, taucht vorher die oberen Enden des Steckholzes in heißes Wachs. Hierdurch wird dann die Verdunstung so gut wie verhindert und das Stechholz hat genügend Saftreserven zum Austreiben.
Auf dies Weise kann man z. B. auch wurzelechte Stämmchen von Johannisbeeren ziehen und auf diese Weise die lästigen Ausläufer der Goldjohannisbeere (der Veredlungsunterlage) vermeiden.

Wurzelschnittlinge von Brombeeren
Eine ebenfalls ungewöhnliche Vermehrungsmethode sind sog. Wurzelschnittlinge von Brombeeren. Hierzu sticht man stärkere Wurzeln der Brombeere ab, wäscht sie, und zerteilt sie in ca. 7 cm lange Stücke. Die Einzelteile werden entweder waagerecht in sandige Vermehrungserde gelegt und mit Erde bedeckt oder senkrecht gesteckt, wobei das obere Teil der Wurzel dann auch wieder oben sein sollte.

Frühblühende Sträucher erst nach der Blüte schneiden
Ältere Sträucher können bei milden Perioden zwar schon verjüngt werden, doch sollten vor allem Frühjahrsblüher wie Forsythien, Zierjohannisbeeren oder Spireen erst nach der Blüte geschnitten werden.

 
Die Zaubernuss und der Winterschneeball sind klassiche Winterblüher. Sie zaubern oft schon im tiefsten Winter einen Hauch von Frühling in die Gärten.

Strauchhortensien besitzen mit ihren stabilen Blüten auch nach der eigentlichen Blütezeit noch viel Charme.


Die grüne Nieswurz Helleborus viridis trotzt Schnee und kalten Temperaturen und blüht an geschützten Standorten schon im Winter.

 
 

Birken sind in Gärten oft etwas problematisch. Im Winter zeigen sie mit dem Struktur- und Farbspiel ihrer Stämme wie hier Goldbirke (Betula ermanii ) ihre wirkliche Schönheit.

Berberitzen sind durch Neuzüchtungen mit großen Früchten auch als Wildobst wieder interessant.


Für kleine Gärten ist der Apfeldorn ein idealer robuster Hausbaum, der bis weit in den Winter mit seinen Früchten leuchtet.

Viele Zieräpfel sehen nicht nur schön aus, sondern dienen auch als Befruchtersorten des Kulturapfels
Fotos: Thomas Neder