Die Christ- oder Schneerose
 

(TN) Die Christ- oder Schneerose (Helleborus niger) galt wegen ihrer frühen Blüte – oftmals schon zu den Weihnachtstagen - früher als heilig. Man schrieb ihr sogar magische Kräfte zur Heilung von Krankheiten zu. Ihrer auffälligen weißen Blüte hat sie es zu verdanken, dass sie bereits im 16. Jahrhundert in den mitteleuropäischen Gärten zu finden war.
Die Heimat der immergrünen Staude liegt in den östlichen Nord- und Südalpen. In den Berchtesgadener Alpen kommt sie bis in eine Höhe von 1600 m vor, wo sie als kalkliebende Pflanze lichte Buchen- und Eichenwälder bevorzugt. Gelegentlich findet man sie auch in Gesellschaft mit der Schneeheide (Erica carnea).
Durch die frühe Blüte schlägt manchmal eine Bestäubung durch Insekten fehl. Um diesen Nachteil auszugleichen, bleiben die Narben der Christrose sehr lange fruchtbar. Auch eine Selbstbefruchtung ist möglich. Da zur Zeit der Blüte die Laubblätter langsam absterben, übernehmen die vergrünenden Blütenblätter später teilweise die Funktion der Energiegewinnung (Photosynthese). Für die Verbreitung sorgen Ameisen, die gerne von den inhaltsreichen Balgfrüchten naschen und diese verschleppen.
Alle Teile der Christrose sind giftig. Die stärkste Konzentration der Giftstoffe findet man in den Wurzeln.

 
 
 
Fotos: Thomas Neder