Die Funkie – Staude des Jahres 2009
Vom Schattendasein aufs Siegerpodest
 

Die Funkie oder Herzblattlilie trägt im Jahr 2009 den Titel „Staude des Jahres“, eine Auszeichnung, die alljährlich vom Bund deutscher Staudengärtner verliehen wird. Die Wahl viel hierbei auf eine beliebte Blattschmuckstaude schattiger Lebensbereiche, die inzwischen in vielen Hausgärten ein zu Hause gefunden hat und sich großer Beliebtheit erfreut.

Die Funkie, botanisch Hosta, stammt aus der Familie der Agavengewächse und wurde nach dem österreichischen Botaniker Nicolaus Thomas Host (1761 -1834) benannt.
Die Arten- und Sortenvielfalt dieser Schattenschönheiten ist mittlerweile so groß, dass unter Staudenfreunden eine wahre Sammelleidenschaft ausgebrochen ist. Dass auch die Schnecken mittlerweile auf den Geschmack gekommen sind, ist eine der wenigen unangenehmen Begleiterscheinungen.

Geschätzt wird die Funkie vor allem wegen ihrer dekorativen Blätter, die halbschattigen und schattigen Lebensbereichen vom Austrieb bis in den späten Herbst eine lebendige und frische Struktur verleihen. Ein feuchter humoser Boden und eine kontinuierliche Wasserversorgung sagen ihr am besten zu.

Das intensivste Blau der Blätter entwickeln die mächtigen Blaublattfunkien (Hosta sieboldiana). Hybriden wie die Sorte `Blue Angel` werden bis zu 90 cm hoch und wirken auch einzeln als sog. Solitärstauden. Schmale lanzettliche Blätter besitzen die Lilien-Funkien (Hosta plantaginea). Sie kommen mit mehr Sonne und etwas sonnigeren Standorten zurecht. Besonders beliebt sind auch Zuchtformen mit goldgelber Blattmusterung wie z.B. die Sorte `Golden Tiara`.

Da sich Funkien mit dem Austrieb lange Zeit lassen, empfiehlt es sich sie mit Frühjahrsblühern zu vergesellschaften. Mögliche Frühjahrpartner sind z.B. Schneeglöckchen, Lerchensporn oder Anemonen. Im Sommer und Herbst bilden aufrecht wachsende Astilben, Glockenblumen, Eisenhut oder Silberkerzen gute Partner. Sie kontrastieren mit ihrem schmalen aufwärts gerichteten Wuchs gut zu den horizontalen Blättern der Funkien.

Die violettblauen glockenförmigen Blüten erscheinen von Juli bis August und duften bei manchen Sorten wie z.B. bei Hosta plantaginea `Grandiflora`.
Sortenecht lässt sich die Staude leicht durch Teilung in faustgroße Stücke kurz nach dem Austrieb im Frühjahr vermehren.

 
 
Fotos: Thomas Neder