Edelreiser rechtzeitig bestellen
Kreisverband für Gartenbau fördert Erhalt alter Obstsorten
 

(TN) Hunderte ausgewählter Edelreiser von Äpfeln, Birnen, Kirschen, Sauerkirschen, Zwetschgen und Reneclouden wechselten im Jahr 2008 Jahr den Besitzer und fanden auf jungen und älteren Bäumen im Coburger Land fachmännisch veredelt ein neues zu Hause.

Auch im Jahr 2009 bietet der Kreisverband Coburg für Gartenkultur und Landespflege e.V. den mittlerweile gut etablierten Edelreiserservice wieder an. Der Kreisverband Coburg sieht in dieser Reiseraktion einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Genmaterials alter Kultursorten, die sonst nur noch schwer im Handel erhältlich sind. Auch in Zukunft sollen alt bewährte Sorten wie Gewürzluiken‚ Danziger Kantapfel oder Berner Rosenapfel in den Hausgärten oder der freien Landschaft noch zu finden sein. Dies gilt in gleicher Weise für alte Mostsorten wie Roter Trierer Weinapfel, Spätblühender Taffetapfel oder Lohrer Rambur.

Die Edelreiserlisten, die bereits vor Beginn des neuen Jahres an die Vorsitzenden der Obst- und Gartenbauvereine versandt wurden, sollten hierzu bis spätestens Ende Januar bei Kreisfachberater Thomas Neder am Landratsamt Coburg eingetroffen sein.
Unterstützt vom Gartenbauverein Ebersdorf werden die bestellten Edelreiser im Ebersdorfer Fledermaus- und Reiserkeller eingelagert. Geschnitten werden die einjährigen Triebe jetzt zur Zeit der Saftruhe im Obstmuttergarten in Einberg, im Obstlehrgarten der landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf und im Reiserschnittgarten des LRA Forchheim.
Nicht organisierte Gartenfreunde können noch bis Ende des Monats bei Kreisfachberater Thomas Neder am Landratsamt Coburg die Listen anfordern.

Ein Veredlungskurs zum Erlernen der unterschiedlichen Veredlungstechniken findet am Freitag, 24. April ab 13:30 Uhr auf der Obstwiese des LRA Coburg statt (Treffpunkt Obstlehrgarten). Gezeigt werden hierbei verschiedene Varianten des Pfropfens hinter die Rinde, der Kopulation und des sog. Chip - buddings.

Die Ausgabe der Edelreiser erfolgt tags zuvor am Reiserkeller in Ebersdorf in der Zeit von 13:30 Uhr bis 15:00 Uhr.

Die Funkie oder Herzblattlilie trägt im Jahr 2009 den Titel „Staude des Jahres“, eine Auszeichnung, die alljährlich vom Bund deutscher Staudengärtner verliehen wird. Die Wahl viel hierbei auf eine beliebte Blattschmuckstaude schattiger Lebensbereiche, die inzwischen in vielen Hausgärten ein zu Hause gefunden hat und sich großer Beliebtheit erfreut.

Die Funkie, botanisch Hosta, stammt aus der Familie der Agavengewächse und wurde nach dem österreichischen Botaniker Nicolaus Thomas Host (1761 -1834) benannt.
Die Arten- und Sortenvielfalt dieser Schattenschönheiten ist mittlerweile so groß, dass unter Staudenfreunden eine wahre Sammelleidenschaft ausgebrochen ist. Dass auch die Schnecken mittlerweile auf den Geschmack gekommen sind, ist eine der wenigen unangenehmen Begleiterscheinungen.

Geschätzt wird die Funkie vor allem wegen ihrer dekorativen Blätter, die halbschattigen und schattigen Lebensbereichen vom Austrieb bis in den späten Herbst eine lebendige und frische Struktur verleihen. Ein feuchter humoser Boden und eine kontinuierliche Wasserversorgung sagen ihr am besten zu.

Das intensivste Blau der Blätter entwickeln die mächtigen Blaublattfunkien (Hosta sieboldiana). Hybriden wie die Sorte `Blue Angel` werden bis zu 90 cm hoch und wirken auch einzeln als sog. Solitärstauden. Schmale lanzettliche Blätter besitzen die Lilien-Funkien (Hosta plantaginea). Sie kommen mit mehr Sonne und etwas sonnigeren Standorten zurecht. Besonders beliebt sind auch Zuchtformen mit goldgelber Blattmusterung wie z.B. die Sorte `Golden Tiara`.

Da sich Funkien mit dem Austrieb lange Zeit lassen, empfiehlt es sich sie mit Frühjahrsblühern zu vergesellschaften. Mögliche Frühjahrpartner sind z.B. Schneeglöckchen, Lerchensporn oder Anemonen. Im Sommer und Herbst bilden aufrecht wachsende Astilben, Glockenblumen, Eisenhut oder Silberkerzen gute Partner. Sie kontrastieren mit ihrem schmalen aufwärts gerichteten Wuchs gut zu den horizontalen Blättern der Funkien.

Die violettblauen glockenförmigen Blüten erscheinen von Juli bis August und duften bei manchen Sorten wie z.B. bei Hosta plantaginea `Grandiflora`.
Sortenecht lässt sich die Staude leicht durch Teilung in faustgroße Stücke kurz nach dem Austrieb im Frühjahr vermehren.

 
Auch im Jahr 2009 bietet der Kreisverband Coburg für Gartenkultur und Landespflege e.V. den mittlerweile gut etablierten Edelreiserservice wieder an.
Fotos: Thomas Neder