Paradiesische Landschaften – Traumhafte Strände – Toskanische Kunstgeschichte
Sonderzug des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. zu Gast in der italienischen Versilia


(TN) „Ciao bella Italia“, so lautete das Motto der Sonderzugfahrt des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V., die zur toskanischen Küste in Lido di Camaiore, bzw. in Marina di Pietrasanta führte. 289 Garten- und Naturfreunde folgten der Einladung des Kreisverbandes. Sie wurden von 1. Vorsitzenden, Landrat Michael Busch kurz nach dem Einstieg in die 6 Wagen des Sonderzuges herzlich begrüßt.

Durch schneebedeckte Bergkuppen des Karwendelgebirges, entlang des blauen Inntals und steil hinauf über den Brennerpass erfolgte der Einstieg in die Blütenlandschaft der italienischen Poebene. Nach dem Durchqueren sanfter mediterraner Berge und Hügel gelangte man schließlich nach langer, aber kurzweiliger Zug- und Busfahrt in die kontrastreiche Versilia. Die Sehenswürdigkeiten entlang des Reiseweges wurden wie in den letzten Jahren gekonnt von Zugbegleiter Dieter Stüllein kommentiert.

Auf 5 Hotels verteilt, die direkt an der einladenden Uferpromenade gelegen waren, bot das abwechslungsreiche Ausflugsprogramm auch genug Freizeit. Bei einem Spaziergang am kilometerlangen und breiten Sandstrand konnte man die Seele etwas baumeln zu lassen“, das emsige Treiben der Muschelfänger in der Meeresbrandung beobachten, oder die grandiose Berglandschaft der Apuanischen Alpen und der benachbarten Cinque Terre von der Meeresseite aus genießen. Mutige wagten einen Sprung ins erfrischende Meer und eröffneten mit fränkischer Entschlossenheit die italienische Badesaison.

Ein Ausflug in die Marmor Stadt Carrara führte zu den gewaltigen Abbaugebieten des weißen und grauen Marmors. Hinterließen die Römer schon klaffende weiße Wunden in den Abbaugebieten des Bergmassivs, wurden diese Spuren immer gewaltiger, als der begehrte Marmor nach einer langen Pause des Abbaus zum Bau von Prachtbauten in Florenz wieder sehr gefragt war. Um das Bergmassiv zu schonen, wird in jüngerer Zeit vor allem in Form riesiger Abbauhallen inmitten des Berges gearbeitet und das „weiße Gold“ ans Tageslicht befördert. Eine fachkundige Führung brachte den Besuchern näher, wie mit Hilfe von diamantbestückten Seilen und mächtigen Diamantsägen Blöcke bis zu 30 t Gewicht dem gewachsenen Felsmassiv in harter und staubiger Arbeit abgerungen werden. Ein Spaziergang durch die Künstlerstadt Pietrasanta führte durch malerische Gassen zur ehemaligen Unterkunft Michelangelos. Dort logierte das italienische Künstlergenie auf seinen Besuchen in den Steinbrüchen Carraras, die er immer wieder besuchte um sich sein Rohmaterial in den Steinbrüchen selbst auszusuchen.

Vorbei an Pisa führte der Weg ins Land der Etrusker. Sattgrüne Felder auf denen die Artischockenernte anstand, begleiteten den Weg zur kleinen Hafenstadt Piombino. Von dort aus ging es mit der Fähre weiter zur Insel Elba. Besonders die beschauliche Ruhe der sanften Hügellandschaft, die mit einem dichten Kleid der charakteristischen Mittelmeermacchie überzogen ist und die malerischen Gassen von Portoferraio und Portoazzurro, hatten es den Coburger Gartenfreunden angetan. Über 700 Pflanzenarten fühlen sich auf der abwechslungsreichen Mittelmeerinsel wohl und sind eine wahre Fundgrube für Pflanzenliebhaber und Naturfreunde. So manch einer schmiedete bereits auf der Rundfahrt Pläne für eine private Rückkehr auf die Insel, auf der Napoleon eineinhalb Jahre sein Exil fristen musste. Knallgelber Ginster umgeben von pinkrosafarbenen Sonnenröschen überzogen die Berghügel und ließen den italienischen Frühling so richtig aufleuchten. Ein Blick von den Höhenzügen auf einsame Buchten mit türkisblauem Wasser erweckte Assoziationen mit den Stränden der Karibik.

Freunde italienischer Gartenkunst konnten sich in den Garzoni-Gärten vom toskanischen Gartenstil verzaubern lassen. Wasserspiele und aufwendige Wasserläufe, formal geschnittene Hecken und mit Wechselflor bestückte Buchsmosaike, Orangenspaliere und Skulpturen sorgten schon im 17. Jahrhundert für eine so großartige Kulisse. Die Wirkung war so nachhaltig, dass die Gartenanlage den Neid so mancher Fürsten und Könige erweckte. Das heutige imposante Gartenwerk wurde in seiner jetzigen Form nach erst 170 Jahren fertig gestellt. Es trägt die Handschrift mehrerer Generationen. Besonders begeistert waren die Coburger Gartenfreunde aber auch vom angrenzenden Schmetterlingshaus, das Falter aus allen Teilen der Welt in den schillerndsten Farben frei fliegend präsentierte.

Über Viareggio, der Stadt der italienischen Faschings, ging es durch das Arno Tal und Pistoia, dem Zentrum italienischer Baumschulen, nach Florenz. Mehrere Tage hätte man gebraucht um das Buch der Kunstgeschichte, wie es Florenz präsentiert, „durchzublättern“. Ein Rundgang führte von der Ponte Vecchio, einer malerischen Brücke aus dem 14. Jahrhundert mit bekannten Juwelier- und Goldschmiedegeschäften zum Neptun Brunnen an der Piazza della Signora, dem Herzen der Stadt. Nicht fehlen durfte auf der Tour natürlich der überwältigende Dom Santa Maria del Fiore mit seiner das Stadtbild dominierenden Kuppel, sowie die Bauten der Medici Familie, die Florenz und die Toskana im Mittelalter beherrschte.

Ein Muss war natürlich eine Verkostung toskanischer Weinspezialitäten. Im Weingut „Podere Guado al Melo“, das mit viel Gefühl für die Landschaft direkt in einen Hügel gebaut wurde, konnte man sich von in Eichenholzfässern gereiften Weiß- und Rotweinen der Marke Guado al Melo überzeugen.

Weiter ging es nach Pisa, einer Stadt, die als Seerepublik im Mittelalter große Macht und Reichtum erlange und sich lange Zeit als Gegenspieler zu Genua und Florenz behauptete. Ein Besuch des weltberühmten Doms Giovanni Pisano und des schiefen Turms von Pisa bildeten den Abschluss des Ausflugs in der weltberühmten Stadt.

Die Reise wurde organisiert von Karlheinz Friedrich mit Unterstützung von Kassier Siegfried Wittmann, Ehrenvorsitzenden Karl Lemser und Kreisfachberater Thomas Neder. Die Busbetreuung lag in den Händen von Ehrenvorsitzenden, Altlandrat Karl Zeitler, Karlheinz Friedrich, Herbert Hartung, Gudrun Schlosser, Marianne Vetter und der 3. Vorsitzenden Annette Eppler. Die medizinische Betreuung der Reisegruppe übernahm Dr. Gudrun Löffler.

1. Vorsitzender, Landrat Michael Busch dankte allen Mitinitiatoren und Helfern der Fahrt und sprach sich für eine Fortsetzung der langen Tradition der Sonderzugfahrten des Kreisverbandes aus.

 


Ein Ausflug in die Marmor Stadt Carrara führte zu den gewaltigen Abbaugebieten des weißen und grauen Marmors.


 


Besonders die beschauliche Ruhe der sanften Hügellandschaft und die malerischen Gassen von Portoferraio und Portoazzurro hatten es den Coburger Gartenfreunden angetan..




Welch umfassendes Buch der Kunstgeschichte Florenz präsentiert, zeigte eindrucksvoll eine Führung durch die Altstadt.




1. Vorsitzender, Landrat Michael Busch mit einem Teil der Reisegruppe in den Garzoni Gärten.


Freunde italienischer Gartenkunst konnten sich in den Garzoni-Gärten vom toskanischen Gartenstil verzaubern lassen.




Bei einem Spaziergang am breiten Sandstrand konnte man das emsige Treiben der Muschelfänger in der Meeresbrandung beobachten. (Hier: „Spaghetti alle vongole in Vorbereitung“)



Ein Teil der Besuchergruppe vor der Residenz Napoleons auf der Insel Elba.


Wahre Duftwolken entströmten den Blüten des Klebsamen (Pittosporum tobira), der als gängige Heckenpflanze an der Küste weit verbreitet ist (auf dem Foto: Frau Monika Zeitler).

Ein Besuch des weltberühmten Doms Giovanni Pisano und des schiefen Turms von Pisa durften im Ausflugsprogramm natürlich nicht fehlen.

Fotos: Thomas Neder